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Landkreis schmeißt Impfturbo an

In den kommenden Wochen sollen die Impfangebote des Landkreises deutlich erweitert werden. Foto: Holm Wolschendorf
In den kommenden Wochen sollen die Impfangebote des Landkreises deutlich erweitert werden. Foto: Holm Wolschendorf
Der Landkreis will bei den Impfungen Gas geben. Bis zu 16 Impfteams sollen in den kommenden Wochen zwischen Kirchheim und Gerlingen unterwegs sein. Dabei hängt aber vieles vom Land ab.

Kreis Ludwigsburg. Langsam nimmt die Impfkampagne Fahrt auf. Rund 11000 Menschen wurden alleine in dieser Woche mit dem Vakzin gegen das Coronavirus versorgt – ein Großteil als Boosterimpfung. Jetzt soll noch einmal mehr Tempo gemacht werden. Wie Landrat Dietmar Allgaier mitteilt, wollte das Sozialministerium noch am Wochenende grünes Licht für die Pläne des Landkreises geben. Diese sehen ein Vier-Säulen-Modell vor. „Das Ministerium hat darum gebeten, dass die Landkreise wieder den Hut aufziehen, und das machen wir“, so der Landrat. Am Montag will Allgaier Details über die Impfstrategie bekanntgeben.

Zum einen werden die Mobilen Impfteams ab der kommenden Woche noch einmal verstärkt in den Städten und Gemeinden unterwegs sein. Es sollen bis zu 16 Impfteams ausrücken. Schon jetzt sind vom Landkreis vier im Einsatz. Drei vom MVZ Dr. Kolepke für die Impfungen in den Kommunen. Hinzu kommt ein weiteres von Dr. Keller aus Heilbronn, das ebenfalls im Landkreis im Einsatz ist. Das Land stellt bislang ein Impfteam, das abwechselnd an einem festen Tag in den Großen Kreisstädten haltmacht. Außerdem wird mit einem MIT in den Alten- und Pflegeheimen dafür gesorgt, dass die älteren Menschen ihren Booster erhalten. Wenn das Land, wie angekündigt, weitere Impfteams zur Verfügung stellt, dann kann auch regelmäßiger in den Städten und Gemeinden des Kreises geimpft werden. Allgaier betont, dass bei den Einsätzen der Landkreis-Teams bis zu 400 Dosen verabreicht werden könnten. Bei den MITs aus Stuttgart jeweils nur 100. Außerdem wollen die RKH-Kliniken einen eigenen Impfstützpunkt einrichten. Das ist aber noch nicht in trockenen Tüchern, heißt es hinter den Kulissen.

Die Termine der MITs werden ab sofort über das Vergabesystem des Landkreises gesteuert ( https://termin.kizlb.de/online). Allerdings sind viele bereits ausgebucht. „Wir versuchen, nur für die Hälfte der zur Verfügung stehenden Vakzine einen Termin zu vergeben“, erklärt Allgaier. So könnten auch spontane Impfwillige noch bedient werden. „Wir wollen möglichst niemanden wegschicken, der eine Impfung bekommen möchte.“

Die zweite Säule bilden sogenannte spontane Impfaktionen wie etwa beim Breuningerland und der MHP-Arena. Dafür steht ein weiteres Impfteam aus dem Landkreis zur Verfügung. Die Erfahrungen der vergangenen Wochen, als es einen regelrechten Ansturm auf die Impfstation im Breuningerland gegeben hatte, haben den Landkreis bestärkt, hier am Ball zu bleiben.

Dritte Säule sind die Impfbusse, die ab kommender Woche wieder durch den Landkreis fahren. Die erste Station ist an diesem Montag Mundelsheim. Hier können Interessierte ohne Termin vorbeikommen und sich impfen lassen. Der Landkreis hat in der vergangenen Woche einen ausrangierten Linienbus gemietet und wird ihn als kleines rollendes Impfzentrum umrüsten. Dafür wird er nicht nur beklebt, damit er als Impfbus erkennbar wird. „Wir brauchen zumindest noch eine Heizung“, so der Leiter der Taskforce Impfen im Landratsamt, Andy Dorroch. Ein zweiter soll in der kommenden Woche gekauft werden. Der Landkreis hatte gute Erfahrungen mit den Impfbussen gemacht. Innerhalb von vier Wochen wurden im August rund 6000 Personen an den unterschiedlichsten Standorten im Landkreis spontan geimpft. Daran will man jetzt anknüpfen.

Vierte Säule sind die Hausärzte, die auch weiterhin verstärkt ihre Patienten impfen wollen. Allerdings ist die Bestellung des Vakzins zu einem echten Problem geworden. Nach Angaben des Sozialministeriums sind sowohl Biontech und auch Moderna derzeit knapp. Derzeit bekommt nach Auskunft des Gesundheitsministeriums eine Arztpraxis nur 30 Dosen von Biontech pro Woche, Impfstützpunkte können nur 1020 Dosen pro Woche bestellen. Eine solche Menge verimpft ein Impfstützpunkt normalerweise pro Tag, heißt es aus dem Gesundheitsministerium in Stuttgart. Außerdem haben die meisten Ärzte nur einen oder maximal zwei Tage für die Impfungen reserviert. Entsprechend schwer ist es, einen Termin zu ergattern. Allgaier zeigt sich enttäuscht, dass bislang nur ein Viertel der Ärzteschaft überhaupt bereit sei, Impfungen anzubieten.

Auch deshalb hat der Landrat es sehr bedauert, dass die Kreisimpfzentren geschlossen wurden. Eine mögliche Option für ein kleines Impfzentrum könnte sich nun doch noch in Kürze ergeben. Nach Informationen unserer Zeitung hat der Unternehmer Max Maier angeboten, auf dem Gelände des ehemaligen KIZ in der Ludwigsburger Grönerstraße unentgeltlich eine Halle zur Verfügung zu stellen. Dort könnten zwei Impfteams dauerhaft das Vakzin verteilen. Das wäre dann die fünfte Säule des Impfkonzeptes.