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Landrat sagt Unterstützung zu

Auf der Gesellschafterversammlung der Weingärtner-Vereinigung Consortium Montis Casei hat Landrat Dietmar Allgaier die Schaffung eines eigenen Fachbereichs mit Zuständigkeiten für Weinausbau und Tourismus in seiner Behörde angekündigt. Außerdem wurde eine rasche Reform des bestehenden Naturschutzgesetzes gefordert.

Fast schon ein symbolischer Blick von den Felsengärten ins Neckartal mit dunklen Schleierwolken, aber auch Sonne: Für die Wengerter ist der Erhalt der Steillagen nicht unproblematisch.Foto: Alfred Drossel
Fast schon ein symbolischer Blick von den Felsengärten ins Neckartal mit dunklen Schleierwolken, aber auch Sonne: Für die Wengerter ist der Erhalt der Steillagen nicht unproblematisch. Foto: Alfred Drossel

Hessigheim. Ziel vom Consortium Montis Casei ist die Sicherung von landschaftsökologisch und landeskulturell bedeutenden Weinbauterrassen, einhergehend mit der Anpflanzung wertvoller, für den sich wandelnden Markt interessanten Rebsorten, wie Vorsitzender Herbert Müller bei der Gesellschafterversammlung am Mittwochabend in Hessigheim betonte. Der Kerngedanke sei die ökonomische Aufwertung der Hänge durch Traubensorten wie Tempranillo, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah als Basis, um die ökologischen Strukturen zu erhalten.

Der Erhalt und die Instandsetzung der Weinbergmauern sei ein Hauptproblem, wie Müller weiter erklärte. Unterhalb der Felsengärten seien Schrannen abgerutscht. Dass der Wurmberg an der Stelle jährlich um zwei Zentimeter absacke, sei bekannt (wir berichteten). Niemand werde sich angesichts der unsicheren Zukunft zu einer dauerhaften Sicherung von Terrassen verpflichten lassen, betonte Müller. Deshalb stelle sich die Frage, ob es im öffentlichen Interesse liege, dass die Terrassen wieder hergestellt würden. Oder man müsse sich damit abfinden, dass sich die Natur im konkreten Fall gegen den Erhalt der Kulturlandschaft stelle. Offen sei deshalb nach wie vor die Frage, ob und wie die Terrassen und Mauern am Wurmberg wiederhergestellt werden könnten. Bei Kosten von 500 Euro pro Quadratmeter Trockenmauer gehe es um eine Investition von 75000 Euro. Hinzu würden Kosten für die Erdarbeiten kommen. „Aus der Traubenerzeugung lässt sich so ein Projekt nicht erwirtschaften“, sagte Müller.

Landrat Dietmar Allgaier, der Ehrenmitglied des Consortium Montis Casei wurde, will prüfen lassen, ob weitere Zuschüsse außer den schon bestehenden öffentlichen Förderungen möglich seien. Er sehe durchaus Möglichkeiten, für Stiftungen Fördermittel bereitzustellen. Allgaier sagte zu, sich im monetären Bereich einzusetzen, so gut er könne. Um dies zu koordinieren und das Thema Weintourismus mit einzubeziehen, kündigte er die Schaffung eines neuen Fachbereichs im Landratsamt an.

Wengerter beklagten zudem immer wieder die bürokratischen Hürden des Naturschutzes, die vielen die Lust an der Arbeit verderben würden, sagte der Leiter der Akademie für Umwelt und Naturschutz des Landes Baden-Württemberg, Claus-Peter Hutter. Er forderte eine rasche Reform des Naturschutzgesetzes. Es dürfe kein „stures Recht“ geben, sonst gehe die Erlebnislandschaft vor die Hunde. Der frühere Regierungspräsident Johannes Schmalzl, Hauptgeschäftsführer der IHK Stuttgart, forderte den Ludwigsburger Landrat auf, seine Spielräume bei naturschutzrechtlichen Themen auszunutzen und dabei mutig voranzugehen.

Hessigheims Bürgermeister Günther Pilz teilte mit, dass die Gemeinde aktuell 150000 Euro an Ausgleichszahlungen für die Sanierungen von Trockenmauern bereitgestellt habe.

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