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Letzte freie Fläche vor Verkauf

Ein Unternehmen für Fernmeldeeinrichtungen, das gerade einen Großauftrag in der Region erhalten hat, will sich im Gewerbegebiet Laiern ansiedeln und kräftig erweitern. Der Standort in Freiberg würde dafür wegfallen.

Die Flächen im Gebiet Laiern sind nahezu komplett belegt – um die Erweiterung herrscht seit Jahren Uneinigkeit zwischen Tamm und Bietigheim-Bissingen.
Die Flächen im Gebiet Laiern sind nahezu komplett belegt – um die Erweiterung herrscht seit Jahren Uneinigkeit zwischen Tamm und Bietigheim-Bissingen. Foto: Alfred Drossel

Tamm/Bietigheim-Bissingen. Die Neuansiedlung wird möglich, weil die Kaufoption von einem anderen Unternehmen nicht gezogen wurde. Interesse an dem rund 4400 Quadratmeter großen Gelände an der FritzLieken-Straße hat die Rhön-Montage Fernmeldebau GmbH aus dem unterfränkischen Frammersbach, nach eigenen Angaben eine der führenden Firmen für Infrastrukturdienstleistungen in der Telekommunikation, die bundesweit und im benachbarten Ausland Netzwerke plant, installiert und wartet und für die Platzhirsche der Branche wie Telekom, Vodafone und einige Stadtwerke arbeitet. Im Frühjahr 2019 hatte das Unternehmen den Zuschlag für einen Großauftrag für die Breitbandverkabelung von Stuttgart und fünf umliegenden Landkreisen erhalten. Bis 2030 sollen 1,4 Millionen Haushalte in der Region zusätzlich angeschlossen werden. Hier ist die Rhön GmbH bereits seit 1986 aktiv.

Seit 20 Jahren unterhält die Rhön-Montage GmbH eine Niederlassung in Freiberg am Neckar. Die wird für den Neubau aber aufgegeben, weil es zu eng für den geplanten Personalaufbau wird. Die derzeit 45 Mitarbeiter ziehen in das Gewerbegebiet Laiern, das Tamm und Bietigheim-Bissingen teilen, um. Dort soll sich ein eigens gegründetes Tochterunternehmen ansiedeln. Die Belegschaft wird auf 115 Mitarbeiter wachsen. Das ist dann der zweitgrößte Standort der Rhön-Montage GmbH nach dem Stammsitz in Unterfranken, insgesamt verfügt das Unternehmen mit seinem Jahresumsatz von 60 Millionen Euro derzeit über zwölf Standorte mit 350 Beschäftigten. Vom Laiern aus soll zukünftig das Geschäft für ganz Baden-Württemberg organisiert werden. Der Baubeginn soll schnellstmöglich erfolgen.

Für einen Gemeinderat ist der Verkaufspreis zu gering

Die Mitglieder des Tammer Verwaltungsausschusses, die den Verkauf vorberieten, zeigten sich begeistert. „Der Glasfaserausbau ist zukunftsträchtig und von gesellschaftlicher Relevanz“, waren sich zum Beispiel Sonja Hanselmann-Jüttner von der SPD und die Grüne Karin Vogt einig. Nur Adolf Bommer (CDU) erschien der Kaufpreis von 280 Euro pro Quadratmeter (insgesamt 1,235 Millionen Euro) inklusive Erschließung zu gering. Er forderte die Vertreter des Zweckverbands Laiern auf, auf 300 Euro nachzuverhandeln. Dazu kommt noch die Zufahrtsfläche zur Hälfte des regulären Preises.

„Wir sollten nicht zu hoch pokern“, warnte Hanselmann-Jüttner. Schließlich würden viele Arbeitsplätze geschaffen. Auch Jürgen Hottmann (AWV) meinte: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“ Das Unternehmen mache einen guten, soliden Eindruck. Bürgermeister Martin Bernhard machte zusätzlich auf den ungünstigen Zuschnitt des Grundstücks aufmerksam. Im Westen läuft es im spitzen Winkel so zu, dass dort nicht gebaut werden kann.

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