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Liegestütze für den guten Zweck

Schülerinnen und Schüler der Mathilde-Planck-Schule Ludwigsburg sammeln sportlich Spendengelder

Die Klasse 11-2 schafft in den vier Wochen des Wettbewerbs fast 50 000 Liegestütze. Das sind rund 1300 Euro für den guten Zweck. Foto: privat
Die Klasse 11-2 schafft in den vier Wochen des Wettbewerbs fast 50 000 Liegestütze. Das sind rund 1300 Euro für den guten Zweck. Foto: privat

Ludwigsburg. Wechselunterricht, Kontaktreduzierungen und Zukunftsängste: Vielen Jugendlichen fehlt in der Pandemie die Struktur des Alltags, der Kontakt mit Gleichaltrigen und die Möglichkeit, eigene Grenzen zu überwinden, Neues zu erleben. Dazu kommt, dass etliche Schüler über psychische und emotionale Belastungen und Lerndefizite klagen. Die Mathilde-Planck-Schule hat versucht, dieser Entwicklung mit einem gemeinnützigen Wettbewerb entgegenzuwirken.

Die Pandemie stellt besonders junge Menschen vor große Herausforderungen. Aufmerksamkeit, Unterstützung und Offenheit gegenüber den Sorgen der Jugendlichen sind daher besonders wichtig. „Ich habe mich so auf die 11. Klasse gefreut. Neue Schule, neue Fächer, neue Lehrer – und natürlich neue Freunde. Doch dann saß man plötzlich wieder zu Hause, hat von dort gelernt und seine Mitschüler nur über den Bildschirm gesehen. Ich habe gemerkt, dass mir die Motivation im Homeschooling schnell ausging. Schlimm fand ich auch, dass mein Sport ausgefallen ist“, berichtet eine Schülerin der Klasse 11.

Um die Motivation der Schüler zu steigern, startete am beruflichen Gymnasium der Mathilde-Planck-Schule im März ein besonderer Wettbewerb: eine vierwöchige Liegestütz-Challenge für den guten Zweck. „Ziel der Aktion war es, jungen Menschen zu zeigen, dass sich durch Sport und Bewegung das Wohlbefinden verbessern kann, dass sich die Motivation steigert, wenn man gemeinsam ein Ziel verfolgt und natürlich, dass es sich lohnt, sich für andere einzusetzen“, so Harmeet Dawan, Sportlehrer und Initiator des Wettbewerbs.

Unter dem Motto „Jeder Cent zählt!“ nahm die Klasse 11-2 diese Herausforderung an. Mit Liegestützen und Sponsorengeldern machte es sich die Klasse zur Aufgabe, Spenden zu sammeln für die Kindernothilfe und für das Little Rose Centre in Johannesburg, Südafrika. Neben Eltern, Großeltern und Freunden fanden sich auch lokale Unternehmen, die pro Liegestütze, die die Schüler machten, einen Cent an die Klasse überwiesen. Dass dieser Wettbewerb nicht nur in der Klasse Auftrieb und Eifer entfachte, zeigte die Besenwirtschaft Fischerstüble Lorenz aus Großbottwar. Die Betreiber waren von dem Wettbewerb so begeistert, dass sie ihren Spendenbetrag nicht nur auf die Unterstützung einer einzelnen Schülerin beschränkten, sondern ihn auf 250 Euro erhöhten. „Diese Aktion ist ein Paradebeispiel an Solidarität. Genau dieses Engagement, dieses Miteinander und diese gegenseitige Unterstützung ist unabdingbar in Pandemiezeiten. Und zeigt den Schülern, wie wertvoll es ist, sich für andere einzusetzen“, so Gabriele Rösch, Abteilungsleiterin des Beruflichen Gymnasiums der Mathilde-Planck-Schule.

Um den Wettbewerb zu meistern und möglichst viele Spenden zu sammeln, haben die Schüler in den vier Wochen unterschiedliche Strategien entwickelt: Einige sind den Wettbewerb täglich nach dem Aufstehen angegangen, andere haben sich per Videochat getroffen, um sich gegenseitig zu motivieren.

Die Mühe hat sich gelohnt: Fast 50000 Liegestütze konnten gemacht und circa 1300 Euro gesammelt werden. Neben dem guten Zweck zeigte sich im Verlauf, dass sich die körperliche Fitness der Klasse deutlich verbesserte. Liegestütz-Übungen, die zunächst schwerfielen, waren am Ende des Wettbewerbs in den Alltag integriert und sind bei einigen nicht mehr wegzudenken. (red)