Logo

Ludwigsburg als Modell für beispielhaften Klimaschutz

Stadt wird eine der Modellkommunen des Kompetenznetz Klima Mobil – Verkehr und Parkraummanagement als Aufgabe – Auch Sachsenheim wird gefördert

Ludwigsburg will die Busspuren ausbauen. Foto:Holm Wolschendorf
Ludwigsburg will die Busspuren ausbauen. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Weil Ludwigsburg mit der inzwischen sogenannten ÖPNV-Rad-Trasse und dem Parkraummanagement etwas für den umweltfreundlichen Verkehr tun will, ist die Stadt jetzt als Modellkommune ausgewählt worden. Wie die Stadt mitteilt, unterstützt das Kompetenznetz Kommunen in Baden-Württemberg, die beim Klimaschutz im Verkehr neue Wege gehen wollen.

Von 41 Bewerbungen aus ganz Baden-Württemberg wurden 15 Modellkommunen ausgewählt, die Maßnahmen zum Klimaschutz im Verkehr umsetzen. Dazu gehört aus dem hiesigen Landkreis neben Ludwigsburg auch Sachsenheim. Im Fokus stehen drei zentrale Handlungsfelder: die Bevorrechtigung umweltfreundlicher Verkehre, das Parkraummanagement und die Verkehrsberuhigung oder Straßenraumgestaltung. Das Kompetenznetz unterstützt die Projekte dabei in der Planung und Kommunikation vor Ort sowie bei der Akquise von Fördermitteln, die das Land bereitstellt.

„Dabei werden wir eng mit den Entscheidungs- und Planungsebenen Ludwigsburgs zusammenarbeiten und die Bürgerinnen und Bürger von Anfang an mitnehmen“, sagt dazu Projektleiter Günter Rasch.

Ludwigsburg hatte sich mit dem Projekt „ÖPNV-Rad-Trasse“ beworben. „Mit der ÖPNV-Rad-Trasse wollen wir nachhaltige Mobilität mit städtebaulichen Zielen und dem Klimaschutz verbinden sowie Stadträume mit einer hohen Aufenthaltsqualität schaffen“, sagt Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht. „Wir freuen uns sehr, dass das Projekt auch beim Land Baden-Württemberg auf Zustimmung stößt und wir als Modellkommune ausgewählt wurden.“ Der Fachbereichsleiter für Nachhaltige Mobilität, Matthias Knobloch, ergänzt: „Die Aufnahme als Modellkommune hilft uns, eine moderne und nachhaltige Mobilität für alle Menschen sichtbar zu machen. Wir möchten zusammen mit dem Netzwerk eine gute Öffentlichkeitsarbeit für die Ludwigsburger Bürgerinnen und Bürger auf die Beine stellen und gleichzeitig auch im Land zeigen, was in Ludwigsburg umgesetzt wird.“

Die vom Kompetenznetz Klima Mobil entwickelten Konzepte und erworbenen Erfahrungen sollen ab 2022 für ganz Baden-Württemberg und ganz Deutschland Modell stehen.

Das Kompetenznetz wurde von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg in Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg ins Leben gerufen. Gefördert wird das Kompetenznetz Klima Mobil durch den Bund. Zuwendungsgeber ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Fördersumme des Bundes beträgt 2,3 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg steuert einen finanziellen Eigenanteil in ähnlicher Höhe bei und unterstützt das Kompetenznetz inhaltlich.

Eine Jury des Kompetenznetz Klima Mobil hat die 15 Modellkommunen ausgewählt. Die Entscheidung ist auf die Bewerbungen aus Althengstett, Burgstetten, Freiburg, Hechingen, Heidelberg, Karlsruhe, Kehl, Ludwigsburg, Ravensburg, Reutlingen, Rottweil, Sachsenheim, Schorndorf, Simonswald und Waldkirch gefallen, heißt es in einer Mitteilung aus dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg.

„Das Interesse war noch größer als wir es erwartet hatten. Die Kommunen haben erkannt, dass der Klimaschutz nicht warten kann. Sie wollen anpacken, sie wollen vorangehen“, so Verkehrsminister Winfried Hermann zur Auswahl.

Die ausgewählten Projekte befassen sich zum Beispiel mit der Umgestaltung von Ortsdurchfahrten, dem klima- und menschenfreundlichen Stadtumbau, der Einführung verkehrsberuhigter Quartiere, der Förderung von Fuß- und Radverkehr und der Ausweitung des Parkraummanagements. „Damit tragen die ausgewählten Modellkommunen sehr konkret zum Klimaschutz und den fünf Zielen des Landes Baden-Württemberg bei: Verdopplung des ÖPNV, jeder zweite Weg mit Fuß- oder Rad, ein Drittel weniger konventionelle Kfz in den Städten, jedes Dritte Auto klimaneutral und jede dritte Tonne klimaneutral transportiert. So entsteht Lebensqualität durch Klimaschutz“, so Hermann.

Am Ende der Projektlaufzeit im Sommer 2022 sollen möglichst viele Projekte umgesetzt sein. Wichtiges Ziel des Projekts ist auch, tragfähige Strukturen und Netzwerke für die Zukunft zu schaffen.