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Ludwigsburgs Reiter am Monrepos sorgen sich um ihre Zukunft

Viel Grün und eine gepflegte Reitanlagen: Das schöne Gelände des Reitvereins gehört der Hofkammer und wurde bislang von der Stadt gepachtet.Fotos: Holm Wolschendorf
Viel Grün und eine gepflegte Reitanlagen: Das schöne Gelände des Reitvereins gehört der Hofkammer und wurde bislang von der Stadt gepachtet.Fotos: Holm Wolschendorf
Viel Grün und eine gepflegte Reitanlagen: Das schöne Gelände des Reitvereins gehört der Hofkammer und wurde bislang von der Stadt gepachtet.Fotos: Holm Wolschendorf
Viel Grün und eine gepflegte Reitanlagen: Das schöne Gelände des Reitvereins gehört der Hofkammer und wurde bislang von der Stadt gepachtet.Fotos: Holm Wolschendorf
Manchmal holt einen die Geschichte ein. Das ist beim Reitverein Monrepos der Fall – bei ihm läuft ein 50 Jahre laufender Pachtvertrag aus. Und das gerade jetzt, wo er mit dem Internationalen Reitturnier eines seiner bedeutendsten Turniere durchführt. Den Vorstand plagen Zukunftssorgen.

Ludwigsburg. Idyllisch am Monrepos gelegen, glaubt man, dass hier die Welt stillsteht. Im Moment herrscht jedoch Hochbetrieb, nach der Premiere 2021 findet wieder das renommierte und überregional bedeutende Internationale Reitturnier statt, mit prominenten Gästen und Weltklasse-Dressurreitern. Darunter auch die frühere Olympiasiegerin Isabell Werth. Gut hundert Helfer sind auf dem Gelände im Einsatz. An den vier Tagen muss alles passen.

Angespannt ist man im Reitverein jedoch aus einem ganz anderen Grund. Ausgerechnet jetzt läuft der alte 50-Jahres-Vertrag aus, der bislang den Standort am Monrepos gesichert hat. Ohne längeren Pachtvertrag konnte auch keine Dreijahresvereinbarung für das renommierte Turnier abgeschlossen werden, berichtet Werner Hildenbrand, der hofft, dass der Verein für Ludwigsburg den Fuß in der Tür in die internationale Welt behält. „Der Veranstalter ist interessiert an Süddeutschland, aber da gibt es auch andere Kontakte, etwa nach Donaueschingen.“

Stadt zieht sich aus Pacht zurück

Warum das alles so gekommen ist, sei für ihn „völlig unverständlich“, sagt Hildenbrand. Bislang pachtet die Stadt Ludwigsburg die Flächen, wo der Reitverein seit 1972 ist, von der Hofkammer des Hauses Württemberg. Die Stadt verpachtet das Gelände weiter an den Verein. Die 50-Jahres-Pacht hat der Verein bekommen, weil er damals dem Bau des Marstall-Centers weichen musste. Eigentlich sollte der Vertrag verlängert werden, die Hofkammer war im Gespräch mit der Stadt. Ein notarieller Termin war schon angesetzt. Doch im zuständigen Ausschuss des Gemeinderats wurde nicht beraten, das Thema wurde von der Tagesordnung abgesetzt.

Die Stadt möchte aus dieser Dreieckskonstellation heraus, will nicht mehr als „Zwischenpächter“ auftreten, wie die Pressestelle auf Nachfrage mitteilt. Der Vereinsvorsitzende Hildenbrand hält das für eine „kleine Katastrophe“, weil die Pacht über die Stadt für eine gewisse Sicherheit gesorgt hat. Da Vereinsvorstände notfalls für Vorkommnisse auf dem Vereinsgelände haften müssen, bezweifelt er, dass dieses Risiko noch jemand auf sich nehmen will.

Dazu kommen finanzielle Aspekte, auch wenn der Reitverein betont, dass sie gut dastehen, die Pferdeboxen alle belegt sind. „Wir sind kein Risikokandidat.“ Man wäre auch bereit, eine höhere Pacht an die Stadt zu zahlen. Nach weiteren Gesprächen mit Oberbürgermeister und Verwaltung ist nun ein Zweijahresvertrag zustande gekommen, bestätigt die Stadt auf Nachfrage unserer Zeitung.

Dies wird jedoch nur als Übergangslösung gesehen, genug Zeit, heißt es, um entsprechende Gespräche zu führen. Bei der Stadt geht man davon aus, dass das Internationale Turnier durch die neue Situation nicht gefährdet ist. „Der Stadt ist es besonders wichtig, dass der Reit- und Fahrverein in Ludwigsburg beheimatet bleibt“, lässt Bürgermeisterin Andrea Schwarz über die Pressestelle mitteilen. Auch das Reitturnier solle Ludwigsburg erhalten bleiben. Das Wort „Monrepos“ wird dabei nicht erwähnt.

Hofkammer will den Verein auf dem Gelände halten

Der Verein muss nun ohne die Stadt direkt mit der Hofkammer einen Pachtvertrag abschließen. Eine gewisse Unsicherheit bleibt, auch wenn man ein „sehr gutes Verhältnis zur Hofkammer hat“, so Hildenbrand. Bei der Hofkammer ist man überzeugt, dass man eine Lösung hinbekommt. „Unser Ziel ist es, den Reit- und Fahrverein hier auf dem Gelände zu behalten“, betont Rainer Setzer, Geschäftsführer der Hofkammer Grundstücksgesellschaft.

Allerdings müssen manche Fragen besprochen werden, auch werde man Haftungsfragen klären müssen. Dazu kommt, dass der Verein aus seiner Sicht finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. „Auch die Zuschüsse seitens der Stadt können schwanken“, gibt Setzer zu Bedenken. „Es wird aber einen langfristigen Vertrag geben, da mache ich mir nicht die großen Sorgen.“

Wichtig ist der Hofkammer zudem, dass das Turnier erhalten bleibt. Mit dem Veranstalter Horses und Dreams, der bei Osnabrück residiert, sei man im Gespräch, dort habe man dargelegt, dass Ludwigsburg weiterhin an dem überregional bedeutenden Event interessiert sei und dafür bereitstehe. „Das wird weitergehen – auch nächstes und übernächstes Jahr“, so Setzer.