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Maske auch im Klassenzimmer?

Manche Schulen empfehlen den Mundschutz im Unterricht – Auch in Ludwigsburg sind Klassen und Lehrer in Quarantäne

Während des Unterrichts Maske auf oder ab? Dazu gibt es an den Ludwigsburger Schulen keine einheitliche Regelung.Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Während des Unterrichts Maske auf oder ab? Dazu gibt es an den Ludwigsburger Schulen keine einheitliche Regelung. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ludwigsburg. Am Schiller- und am Goethe-Gymnasium heißt es seit dieser Woche: Auch im Unterricht soll der Mundschutz getragen werden. Im Gegensatz dazu stehen die anderen zwei Gymnasien der Stadt. Am Mörike- und am Otto-Hahn-Gymnasium gibt es bisher keine solche Empfehlung. Das sorgt für Verwirrung bei Eltern und Schülern: Warum gibt es keine einheitliche Regel? „Das Gesundheitsamt hat uns empfohlen, die Maske auch im Unterricht zu tragen“, erläutert Ulrich von Sanden, Rektor des Schiller-Gymnasiums. Es sei nicht mehr zu überblicken, ob Schüler am Wochenende zum Beispiel bei Großeltern oder Sportveranstaltungen in Gebieten waren, in denen es viele Infizierte gibt. Der Großteil der Schüler habe gut auf die Empfehlung reagiert, so von Sanden. Fast alle tragen laut dem Rektor ihre Maske im Unterricht.

Anders die Einschätzung von Schülern und Eltern: Sie empfinden es als Zumutung, über mehrere Stunden und auch bei Klassenarbeiten eine Maske zu tragen. Durch den Druck innerhalb der Schulgemeinschaft könne von Freiwilligkeit keine Rede sein. Der geschäftsführende Rektor Mathias Hilbert, anders als die beiden anderen Gymnasien, verzichtet am Otto-Hahn-Gymnasium darauf, das Tragen der Maske zu empfehlen. Einzelne Kollegen, die zur Risikogruppe gehören, würden im Unterricht jedoch darum bitten.

Unfrieden zwischen den Schulen vermeiden

Wenn sie an ihren Plätzen im Klassenraum sitzen, müssen auch die Schüler der Gemeinschaftsschule Ludwigsburg keine Maske tragen. Sobald der Mindestabstand von 1,5 Metern jedoch unterschritten werde, etwa bei Teamarbeiten, bei Gesprächen mit dem Lehrer oder beim Austeildienst, empfehle er jedoch, die Maske aufzuziehen, erklärt Rektor Ralf Broghammer. Die Schüler seien das schon gewöhnt gewesen vom vergangenen Schuljahr.

Gesetzlich ist eine Maskenpflicht bislang nicht vorgesehen, das Ludwigsburger Gesundheitsamt empfiehlt nun jedoch, an weiterführenden Schulen die Maske auch während des Unterrichts zu tragen. Ludwigsburgs Erster Bürgermeister fordert denn auch dazu auf, dass sich die Schulgemeinschaft in dieser Frage abstimmt, um Unfrieden zu vermeiden.

Am Mörike-Gymnasium gab es gleich zu Schuljahresbeginn die Empfehlung von der Schulleitung, 14 Tage lang den Mundschutz auch im Unterricht zu tragen. Grund dafür war die Infektion einer Lehrkraft (wir berichteten). Jetzt gebe es keine solche Empfehlung, so der stellvertretende Schulleiter Werner Fechter. Während der ersten zwei Wochen des Schuljahres habe es „wüste E-Mails von ein paar wenigen Eltern“ gegeben. Deshalb sehe die Schulleitung eine solche Empfehlung nicht als durchsetzbar an. An der Eberhard-Ludwig-Schule, einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ), wird sowohl die Hauptstufe ab Klasse 5 als auch die Grundstufe unterrichtet. Für die Erst- bis Viertklässler bestehe im Gebäude eigentlich keine Maskenpflicht. „Wir konnten die Eltern zum Glück davon überzeugen, dass auch die Grundschüler eine Maske im Gebäude tragen“, so Schulleiter Bernhard Bleil. Im Unterricht gebe es für niemanden eine Empfehlung. Das gebe die Situation im Moment noch nicht her, sagt Bleil. Einzelne Schüler und Lehrer würden jedoch als Selbstschutz eine Maske auch während des Unterrichts tragen. Und auch dann, wenn ein Schüler ans Lehrerpult kommt, um sich etwas erklären zu lassen, sollte sie aufgesetzt werden, so Bleil.

Wegen Personalengpässen kommt es zu Unterrichtsausfall

Aktuell sind in Ludwigsburg neun Klassen in Quarantäne, teilte das Gesundheitsamt mit. Am Mörike-Gymnasium sind es die fünf neunten Klassen, so der stellvertretende Rektor Fechter. Diese lernen im Fernunterricht. Am Goethe-Gymnasium sind zwei Klassen in Quarantäne, so Schulleiter Medinger auf Nachfrage. Auch „einige Lehrkräfte“ müssten als Kontaktpersonen in Quarantäne. Dadurch komme es zu Stundenausfällen. An der Eberhard-Ludwig-Schule müssen tagesweise ganze Klassen zuhause bleiben. Aber nicht, weil sie in Quarantäne sind. An dem SBBZ sind sieben von 28Lehrern krank, so Schulleiter Bleil. Da müsse nun das jeweilige Testergebnis abgewartet werden. An der Gemeinschaftsschule seien zwar keine Klassen in Quarantäne, sagt Rektor Broghammer. Allerdings seien fünf Lehrkräfte betroffen. Für das Kollegium seien die Vertretungsstunden eine Kraftanstrengung. Deshalb werden die Lehrer in Quarantäne so gut wie möglich eingespannt, so Broghammer. Sie schicken Arbeitsmaterial und werden – wo möglich – über das Internet zugeschaltet. Auch an der Elly-Heuss-Knapp-Realschule sind Schüler und Lehrer für den Online-Unterricht vorbereitet, so Rektorin Heidrun Gross. Bisher gebe es allerdings noch keinen Quarantänefall.

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