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Mehr als eine Absichtserklärung

Die Gemeinde Löchgau will Vorbild sein und sich stärker beim Klimaschutz engagieren. So soll die Verwaltung bis zum Jahr 2040 klimaneutral sein. Foto: Fokussiert/ stock.adobe.com
Die Gemeinde Löchgau will Vorbild sein und sich stärker beim Klimaschutz engagieren. So soll die Verwaltung bis zum Jahr 2040 klimaneutral sein. Foto: Fokussiert/ stock.adobe.com
Der Klimaschutz ist eine wesentliche Zukunftsaufgabe; auch Löchgau will sich dem Thema deshalb noch stärker widmen. Ein großes Ziel: Die Gemeindeverwaltung will bis zum Jahr 2040 weitgehend klimaneutral sein. Wie das funktionieren könnte, war am Donnerstagabend Thema im Gemeinderat.

Löchgau. Den Kommunen kommt beim Kampf gegen den Klimawandel eine zentrale Rolle zu. Sie können mit gezielten Maßnahmen und Vorgaben aktiv zum Klimaschutz beitragen und nehmen damit auch eine Vorbildfunktion für die Bürger ein. Baden-Württemberg hat das im Klimaschutzgesetz verankert und einen Klimaschutzpakt mit den kommunalen Landesverbänden geschlossen. Die Vertragspartner bekennen sich darin zu ihrer Vorbildwirkung und haben es sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 in ganz Baden-Württemberg weitgehend klimaneutrale Kommunalverwaltungen einzurichten.

Auch Löchgau bekennt sich zum Klimaschutzpakt, nötig ist dafür lediglich eine „unterstützende Erklärung“. Diese haben die Gemeinderäte am Donnerstagabend abgegeben. Doch bei einer reinen Absichtserklärung möchten sie es nicht belassen: „Wir wollen nicht nur ein Zeichen setzen, sondern die Ziele konkret weiterverfolgen“, betonte Bürgermeister Robert Feil. Deshalb soll jetzt ein Konzept erstellt werden, das aufzeigt, wie die klimaneutrale Kommunalverwaltung umgesetzt werden kann. Beauftragt haben die Gemeinderäte damit die Ludwigsburger Energieagentur Lea, deren Geschäftsführer Anselm Laube erste mögliche Handlungsoptionen aufzeigte und erläuterte, was Klimaneutralität für eine Kommunalverwaltung überhaupt bedeutet: „Dafür müssen Sie mindestens 90 Prozent der Emissionen einsparen“, erklärte Laube und nannte unter anderem die Bereiche Heizung, Beleuchtung, Mobilität und Kühlung.

Die Lea wird sich deshalb die Liegenschaften der Gemeinde, die Straßenbeleuchtung, die Wasserver- und -entsorgung, den Fuhrpark sowie die Dienstreisen der Verwaltungsmitarbeiter genau anschauen und Einsparpotenziale aufzeigen. „Die Gemeinde hat nicht beliebig viele Möglichkeiten, aber die, die Sie haben, sollten Sie auch ausschöpfen“, meinte Laube. Wichtig sei auch die Beteiligung der Bürger, beispielsweise durch Workshops. Das war auch Gemeinderätin Monika De Coninck (CDU) wichtig. Man müsse die Bürgerschaft mitnehmen und könne so vielleicht auch Anregungen zum Klimaschutz weitergeben. Robert Fiesel (SPD) wünschte sich, „möglichst konkrete Handlungsempfehlungen“ von den Experten zu bekommen. Auch das Thema Hochwasserschutz sollte dabei eine Rolle spielen, regte er an. Otto Weible (CDU) fand es richtig, das Thema anzugehen, wies aber auch darauf hin, dass es problematisch sei, wenn Löchgau gleichzeitig immer weiter wachse. Birgit Griesinger (FWL) betonte: „Wir müssen ein Zeichen setzen, dass es uns ernst ist mit dem Klimaschutz.“

Es sei wichtig, sich dem Thema jetzt verstärkt zu widmen, befand auch Bürgermeister Feil. Er verwies zudem darauf, dass Löchgau in den vergangenen Jahren nicht untätig gewesen sei – beispielsweise bei der energetischen Sanierung von kommunalen Gebäuden, der Nutzung erneuerbarer Energien oder dem Einsatz von energiesparender Beleuchtung. Da gerade beim Gebäudesektor sehr viel Energie eingespart werden könne, sollen nun alle kommunalen Nichtwohngebäude detailliert untersucht werden.

Die Kosten für Konzept und Untersuchung belaufen sich auf knapp 11000 Euro. Um eine Förderung zu erhalten, schafft die Gemeinde außerdem eine neue, befristete Personalstelle. Künftig gibt es dann in Löchgau einen „Beauftragten für eine klimaneutrale Kommunalverwaltung“.