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Mehr Platz für Polizei und Verkehr

Das Land und die Stadt haben die Absichtserklärung unterzeichnet, die Grundlage für Neubaupläne auf der Fläche des Logistikzentrums ist. Damit wird auch die Verbreiterung der Siemensstraße möglich – und noch größere Pläne der Polizei für die Stadt und die A81.

Die Siemensstraße in Ditzingen – rechts das Logistikzentrum des Landes Baden-Württemberg – soll zukünftig auch in diesem Bereich hin zur A 81-Anschlussstelle Feuerbach vierspurig ausgebaut werden. Foto: Ramona Theiss
Die Siemensstraße in Ditzingen – rechts das Logistikzentrum des Landes Baden-Württemberg – soll zukünftig auch in diesem Bereich hin zur A 81-Anschlussstelle Feuerbach vierspurig ausgebaut werden. Foto: Ramona Theiss

Ditzingen. Auf der Siemensstraße, der Hauptverbindungsroute von der A81-Anschlussstelle Feuerbach in Richtung Leonberg, geht es in Stoßzeiten eng zu. Dicht an dicht fahren die Autos und Lastwagen auf diesem Abschnitt der B295, einige biegen auch ab ins Industriegebiet zu den Konzernstandorten oder nach Gerlingen. Und eng geht es auch einige Hundert Meter weiter nordöstlich zu, im Polizeirevier. Doch für beide Orte soll es besser werden – dank eines Neubaus an der Ecke Siemens-/Dornierstraße. Dort steht das Logistikzentrum Baden-Württemberg (LZBW), das aufgrund seines Alters abgerissen werden soll, die Siemensstraße könnte dadurch verbreitert werden. Platz wäre dann auch für mindestens einen Polizeistandort. Die entsprechende Absichtserklärung zur Entwicklung und Neugestaltung des landeseigenen Grundstücks, die der Gemeinderat im Juli abgesegnet hatte, haben das Land Baden-Württemberg und die Stadt Ditzingen nun unterzeichnet.

Ditzingens Oberbürgermeister Michael Makurath zeigt sich erfreut: „Die notwendige Verbreiterung der Siemensstraße bedingt den Abbruch der bestehenden Gebäude und damit verbundene Neubauten durch das Land. Deshalb freut es mich sehr, dass gemeinsam die Grundlage für die Planungen geschaffen wurde und dadurch auch die Nutzungen in Zukunft eine angemessene Unterkunft bekommen können“, wird er in einer Pressemitteilung zitiert. Seine Stadt hatte zwar schon mit einer Änderung der Ampelschaltungen einen besseren Verkehrsfluss auf der mit über 40000 Fahrzeugen täglich belasteten Straße erreicht, mehr ist aber nur mit durchgehend vier Fahrspuren sowie Geh- und Radwegen machbar. Die Pläne sehen zudem vor, dass die Gerlinger Straße zurückgebaut wird, nach Angaben einer Rathaussprecherin soll es künftig über die Dornierstraße in die Nachbarstadt gehen.

Höhere Bebauung als Grundlage

Mit der Neuordnung rund um das rund 1,3 Hektar große Grundstück kann das Land auf einem dann verkleinerten Areal mehr als 20000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für die Versorgung seiner Bediensteten mit Material von der Büroausstattung bis zur Bekleidung realisieren. Möglich ist das auf einer kleineren Fläche, weil der Gemeinderat im Juli zugestimmt hatte, dass künftig mit sechs Stockwerken eine höhere – und laut Makurath „städtebaulich prägende“ – Bebauung als bislang zulässig ist (wir berichteten). Um das Gelände, die Kosten und die Maße des Gebäudes war lange gerungen worden, auch weil das Land lange keine Änderungen für seine Liegenschaft vorsah. Die im Sommer erzielte und nun fixierte Einigung führe auch zu einer Aufwertung des Grundstücks, so das Finanzministerium, dessen Vermittlung wesentlich zur Lösung und zu einem „für beide Seiten gutes Ergebnis“ beigetragen habe, wie es heißt.

Davon profitieren soll in einem weiteren Schritt auch die Polizei, möglicherweise sogar doppelt. Schon relativ sicher scheint, dass das Revier – derzeit mit rund 80 Beschäftigten im Wohngebiet nahe der Feuerwehr und der Stadthalle beheimatet – umziehen wird. „Das Polizeirevier in Ditzingen ist im bisherigen Gebäude, was Funktionalität und Sicherheit angeht, unzureichend untergebracht. Über eine öffentlich besser wahrnehmbare Unterbringung an der Siemensstraße würden wir uns freuen“, wird Polizeipräsident Burkhard Metzger in der gemeinsamen Mitteilung zitiert. Zudem könnte auch ein alter Bekannter wieder nach Ditzingen ziehen: die Autobahnpolizei. Die war Anfang 2014 mit mehr als 40 Beamten in die Verkehrspolizeidirektion in Stuttgart-Vaihingen eingegliedert worden, dieser Standort wird gemäß der jüngsten Strukturreform aber aufgelöst und in die Wildermuth-Kaserne in Böblingen umziehen, wo man besser Synergieeffekte nutzen könne. Der Kreis Ludwigsburg soll aber über einen eigenen Standort für den Verkehrsdienst versorgt werden, schon länger ist dafür allgemein Ditzingen im Gespräch, aber noch ohne etwas fixiert zu haben.

Und das gilt übrigens auch für den Zeitplan für die Bauprojekte. Die Stadt Ditzingen wird nun zwar, wie es heißt, „unmittelbar die Aufstellung des Bebauungsplanes vornehmen, um das Planungsrecht für die vorgesehene Umstrukturierung des landeseigenen Areals zu schaffen“. Allerdings folgt danach der Hinweis, dass mit Blick auf die Finanzierung – an dem Neubau muss sich laut Einigung nun doch nicht die Stadt beteiligen, und damit das Ganze vom Landtag abgedeckt sein – der Zeitpunkt für die Umsetzung „noch offen und an den finanziellen Möglichkeiten beider Partner orientiert ist“. Im Juli war noch „optimistisch von 2025“ die Rede – das Datum war allerdings vor Corona kalkuliert worden. (red/jsw)

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