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Mit Hausschuhen ins „Lernhaus“

Das bisher teuerste und aufwendigste Schulbauprojekt der Stadt geht seiner Fertigstellung entgegen. Bei dem Projekt lief so ziemlich alles aus dem Ruder: Aus den ursprünglich kalkulierten Kosten von knapp zehn sind 15,5 Millionen Euro geworden, die Fertigstellung dauerte ein Jahr länger und schließlich gibt es gerichtliche Auseinandersetzungen mit Baufirmen und Planer.

Die aufgestockte und voll umgestaltete Gemeinschaftsschule in Sachsenheim. Foto: Alfred Drossel
Die aufgestockte und voll umgestaltete Gemeinschaftsschule in Sachsenheim. Foto: Alfred Drossel

Sachsenheim. Stolz steht der Bau im Großsachsenheimer Burgfeld-Schulzentrum, das jetzt Sonnenfeld heißt. Hell leuchtet seine Fassade. So 100 Prozent sicher scheint der Bezug der Schule nach den Ferien aber nicht zu sein, wenn man die Mitteilung von Stadtsprecher Matthias Friedrich liest: „Stand heute soll die Gemeinschaftsschule zum Schuljahresbeginn am 13. September in Betrieb gehen. Danach werden noch einzelne Restarbeiten innerhalb des Gebäudes und die Herstellung der Außenanlagen durchgeführt. Die Gesamtkosten belaufen sich, wie im Gemeinderat im April beschlossen, auf rund 15,5 Millionen Euro.“

Die Schulgemeinschaft selbst ist in Vorfreude und zieht auf der Homepage Bilanz. „Vor über sechs Jahren haben wir mit den Planungen für den Umbau von Bau A und B begonnen. Im Juli 2017 sind wir das erste Mal halb in den Container ein- und sofort wieder ausgezogen, bevor dann im April 2018 die ersten vier Klassen komplett in das Interim einziehen konnten.“

Im Frühjahr 2019 erfolgte der Komplettauszug der Grundschule aus Bau B in einen sanierten, aber noch nicht vollständig fertiggestellten Bau A. Anschließend begann die Kernsanierung des Gebäudes B, die nicht zuletzt durch die Coronasituation länger dauerte als geplant.

Nun endlich sei das Ende abzusehen: „Zu den Sommerferien können wir in den Bau B einziehen, Räume in Bau A wieder freigeben und uns so einrichten, wie wir es uns für die nächsten Jahre wünschen“, ist auf der Homepage zu lesen.

„Wir alle freuen uns riesig auf den Einzug ins neue Gebäude und auf die neuen Räumlichkeiten, die es uns erlauben, das Konzept der Gemeinschaftsschule noch besser umzusetzen und größere Freiräume in der Wahl des Lernortes zu ermöglichen. In Bau B werden nicht die Klassenzimmer im Mittelpunkt des Lernens stehen, sondern das komplette Gebäude als ,Lernhaus‘ genutzt werden. Um diese besondere Form des Lernens zu ermöglichen, gibt es neben großen Freiheiten auch verbindliche Regeln und Festlegungen, an die sich alle halten müssen, damit das Lernen dort gut gelingen kann“, schreibt die Schule an die Eltern. Am 25. Juni 2022 wird ein Schulfest stattfinden, das in diesem Jahr leider entfallen musste. Dabei wird wahrscheinlich auch das neue Gebäude gefeiert.

Die Schule hat sich verändert. Eine neue Funktion bekommt die ehemalige Pausenhalle. Hier entstehen die Garderobe und eine Mittagsoase mit großen Glaswänden. Eine zentrale Garderobe am Eingang gibt es auch deshalb, weil die Schule Hausschuhbereich werden soll.

Insgesamt wurden die Räume mit Lernateliers und großzügigen Aufenthaltsräumen anstatt der früheren Flure an die Bedürfnisse der Gemeinschaftsschule angepasst. Von außen fällt vor allem die Aufstockung des Gebäudes zur Oberriexinger Straße hin auf. Der hintere Bereich, der aus den 1980er Jahren stammt, war bereits dreistöckig. Jetzt bekam der vordere Teil aus den 1960er Jahren ein zweites Obergeschoss.

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