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Mode wird immer schnelllebiger und vielseitiger

Trends entstehen nicht mehr allein auf dem Laufsteg, sondern auch online – Unterschiedliche Styles laufen in der gleichen Saison parallel

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Auch dunkles Lila liegt im Trend. Die IVI Collection kombiniert die Farbe mit Blumenranken auf einem Kaftan. Foto: IVI Collection
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Silber und Grau, abstrakte Muster und klare Schnitte: Kleider wie das Modell von Boss fasst das DMI im Thema „Strict & Sensual“ zusammen. Foto: Boss

Ludwigsburg. „Im Netz, in Onlinemagazinen, in Styleguides und in Blogs wird eine ganz andere Mode propagiert, als die, die wir teilweise im Handel vorfinden“, erklärt Gerd Müller-Thomkins vom Deutschen Modeinstitut (DMI) in Köln. „Da haben ganz andere Trends Bedeutung und Anhänger.“

Das wiederum beeinflusst die Designer, die diese Inspirationen in die nächsten Kollektionen einfließen lassen. Aber was bedeutet das nun für Frauen in der anstehenden Saison?

Es gibt immerhin große Trendblöcke zur Orientierung. Das DMI hat sich etwa auf das farbenfrohe Thema „Rhythm & Art“ festgelegt. „Ein energetischer Stil einer Weltkultursprache, in der ganz unterschiedliche Einflüsse kollagenartig miteinander verbunden werden“, erklärt Müller-Thomkins. Hier treffen Zebrastreifen auf Leopardenpunkte und fröhliche Ethno-Ornamente.

Ein anderer Trendblock nennt sich „Poison & Paradise“, also Gift und Paradies. Hier treffen kraftvolle auf düstere Töne. Dunkles Lila, Tannengrün, tiefe Blautöne werden verwendet und auch Streifen- und Dschungelmuster gehören dazu.

Pastellfarben sowie luftige, teils durchsichtige Stoffe, aber auch Kollagen mit bunten Pop-Art-Motiven prägen das Thema „Body & Science“. In diesem Bereich erinnern viele Stücke an Sportmode. Auch abstrakte Muster werden gefragt sein, genauso wie schimmernde Textilien in Silber – sie beschreibt das DMI mit „Strict & Sensual“.

Die Hamburger Designerin Ritchie Karkowski sieht den Sensual-Trend vor allem an Frauen, die lässige, zurückhaltende, aber sehr moderne Mode mögen. „Dagegen ist Body & Science ideal für sportliche, athletische Frauen.“ Allerdings macht heute kaum noch eine Konsumentin einen Trend in seiner ganzen Breite mit. Vielmehr werden einzelne Stücke gern mit schon Vorhandenem im Schrank kombiniert.

Ein Modehit könnte die Palazzo-Hose mit weit geschnittenen Beinen werden. „Um diese Hose tragen zu können, sollte man allerdings groß und schlank sein“, erklärt Andrea Lakeberg, Personal Shopperin aus Berlin. „Kräftige Oberschenkel beispielsweise gehen bei Palazzo-Hosen überhaupt nicht.“ Wer zwar schlank, aber eher klein ist, kann den Trend auch mitmachen – in diesem Fall hohe Schuhe tragen. Und ein hoher Taillenbund verlängert die Beine optisch, erklärt Karkowski.

Nun haben die wenigsten Frauen eine Modelfigur. Das Schöne aber ist: In dieser Saison gibt es für sie jede Menge toller Modeideen zu entdecken. „So sind asymmetrische Schnitte wieder total aktuell und lenken gleichzeitig geschickt von Problemzonen ab“, erklärt Karkowski. Lakeberg spricht sich für Wickelkleider bei weiblichen Figuren aus: „Sie setzen Po und Busen toll in Szene und kaschieren kleine Pölsterchen.“ Ähnliches gilt auch für den Kaftan, der im Frühjahr und Sommer wieder vermehrt zu sehen sein wird.

Was die Farben angeht, so lautet das Motto: Alles ist erlaubt. Von zarten Pastellen über leuchtende Nuancen bis hin zu Naturtönen ist alles zu finden. Vielfältig sind auch die Muster. Grafisch-moderne Variationen, die teilweise an abstrakte Kunst erinnern, werden im Sommer ebenso zu sehen sein wie tropische Blüten oder Fantasiemuster.