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Motorräder: Unfallzahlen im Landkreis Ludwigsburg trotz des milden Wetters stabil

Zu Beginn der Saison müssen sich Auto- und Motorradfahrer wieder aneinander „gewöhnen“. Trotz der seit Anfang März milden und trockenen Witterung hat es im Kreis aber keine Unfallhäufung gegeben. Archivfoto: Judith Michaelis/dpa
Zu Beginn der Saison müssen sich Auto- und Motorradfahrer wieder aneinander „gewöhnen“. Trotz der seit Anfang März milden und trockenen Witterung hat es im Kreis aber keine Unfallhäufung gegeben. Archivfoto: Judith Michaelis/dpa
Werte bewegen sich laut Polizei auf Vorjahresniveau – Kontrollen und Präventionsaktionen angekündigt

Kreis Ludwigsburg. Die trockenen und milden Wochen im März und April haben dafür gesorgt, dass viele Motorradfahrer ihre Bikes aus dem Winterschlaf geholt und die Saison schon früher als üblich eröffnet haben. Während die Polizei in anderen Landkreisen deshalb schon eine höhere Zahl von Unfällen mit Motorradbeteiligung registriert hat, vermeldet das Polizeipräsidium Ludwigsburg für den Landkreis bislang Zahlen auf dem Niveau der Vorjahre.

Allein im März kam es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen zu 30 Verkehrsunfällen, bei denen Motorräder beteiligt waren, und somit in der Hochrechnung zu beinahe einem Unfall pro Tag. Düsterer wird die Statistik noch, wenn man berücksichtigt, dass es bei diesen Unfällen 29 Verletzte gab.

Zahlen auf Vorjahresniveau

Doch während bei den Beamten auf der Ostalb angesichts dieser Entwicklung die Alarmglocken schrillen, ist man in Ludwigsburg relativ gelassen. „Die Unfallzahlen im März 2022 befinden sich im Vergleich zum Vorjahr auf einem sehr ähnlichen Niveau. 2021 wurden 20 Unfälle mit Motorradbeteiligung registriert“, so eine Sprecherin des Präsidiums auf Anfrage unserer Zeitung. Während im vergangenen Jahr im März 15 verletzte Biker zu beklagen waren, läge die Zahl für 2022 etwas niedriger.

Dass der März im Landkreis keine Ausreißer aufweist, muss freilich noch nichts heißen. So wurden in der Woche vor Ostern zwei Motorradfahrer an einem Tag bei Unfällen im Bereich der B10 bei Vaihingen schwer verletzt. In beiden Fällen trugen nicht die Motorradfahrer die Schuld, sie wurden jeweils von Autofahrern übersehen, die nach links abbiegen wollten. Ein Phänomen, das besonders zu Beginn der Motorradsaison zu beobachten ist, wenn sich Autofahrer erst wieder an eine größere Zahl von Motorrad- und Rollerfahrern im Straßenverkehr gewöhnen müssen.

Polizei fordert zu gegenseitiger Rücksichtnahme auf

Die Polizei appelliert daher gerade zum Saisonstart an die Einsicht aller Verkehrsteilnehmer und fordert zu rücksichtsvollem Umgang miteinander auf. Sie erinnert daran, dass Motorradfahrer aufgrund der kleineren Fahrzeuge und ihrer schmalen Silhouette leicht übersehen werden, besonders bei tief stehender Sonne oder in der Dämmerung. Daher gelte auch für Autofahrer wieder, besondere Vorsicht walten zu lassen. Die Geschwindigkeit, besonders aber die Beschleunigung von Motorrädern werde häufig unterschätzt, weshalb gerade an Kreuzungen und an Einmündungen besonders achtzugeben sei.

Allerdings: Auch unter den Bikern gibt es schwarze Schafe, die sich zum Beispiel nicht für Tempolimits interessieren. So war im Jahr 2020 im Landkreis überhöhte Geschwindigkeit mit 32,6 Prozent die Hauptursache bei Unfällen mit Motorradbeteiligung. Das geht aus der polizeilichen Unfallstatistik hervor. Danach folgen Überholen mit 27 Prozent und zu geringer Abstand mit 15,7 Prozent als Unfallursachen.

Kontrollen an den einschlägigen Strecken

Wenig überraschend ist daher die Ankündigung von Kontrollen und Präventionsaktionen durch das Polizeipräsidium Ludwigsburg auch in dieser Saison. Die Beamten kennen die bevorzugten Strecken der Biker und werden vor allem im ländlichen Raum in den Bereichen Vaihingen/Horrheim, Sachsenheim-Häfnerhaslach sowie Ditzingen-Heimerdingen Präsenz zeigen. „Mit Saisonstart im März bis etwa in den Oktober hinein werden regelmäßig großangelegte Schwerpunktkontrollen anberaumt. Durch die zuständigen Polizeireviere erfolgen zusätzlich monatlich teilweise mehrfach Geschwindigkeitsüberwachungen. Des Weiteren werden mit kleineren Kontrollaktionen speziell junge Fahrer mit Leichtkrafträdern im Bereich von Schulen in den Fokus genommen“, so die Sprecherin.