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Musikverein wird den hohen Erwartungen gerecht

Der Musikverein Gemmrigheim (MVG) zeigte sich am Samstag beim Jahreskonzert zum ersten Mal unter der Leitung seines neuen Dirigenten Michael Zeh, der Sandra Kaltenbrunn während des Mutterschutzes vertritt.

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Der Musikverein Gemmrigheim beim Jahreskonzert. Foto: Benjamin Stollenberg

Ludwigsburg. Er leitete seine Musiker durch ein anspruchsvolles Programm, das den Ansprüchen des Vereins und des Publikums gerecht wurde.

Michael Zeh hatte erst im Januar seinen Dienst angetreten und daher nur relativ wenig Zeit, das Orchester auf das Jahreskonzert vorzubereiten. Allerdings schafften es Dirigent und Musiker, sich schnell aufeinander einzustellen und die anvisierte Literatur ebenso rasch zu studieren. „Ich kenne die Kollegen hier schon lange und weiß, wie ich am besten mit ihnen arbeite“, so Zeh. Die guten Vorsätze waren durchaus notwendig. Immerhin sind die Gäste der Jahreskonzerte eine hohe Klangqualität und ein ausgewogenes, anspruchsvolles Repertoire gewohnt. So gab es Klassiker aus dem Bereich Oper und Filmmusik ebenso zu hören wie moderne Kompositionen für Blasorchester.

Einen Teil davon hatte der MVG schon am Wochenende zuvor bei seinem Auftritt beim schweizerischen Partnerverein Siebnen präsentiert (wir berichteten). Das, so Vorsitzender Jörg Frauhammer, sei die Generalprobe gewesen. Da konnte bei der Premiere nichts mehr passieren.

Eine Sage aus dem Altertum stand Pate für „The Saint and the City“, einem Stück von Jacob de Haan. Hier ging es für die Kapelle gleich recht unvermittelt in dramatische Sequenzen, in denen alle gefordert waren, das Tempo sowie die Lautstärke jederzeit korrekt zu modulieren. Auch der Dirigent war zu Beginn gefordert, die Zügel fest in der Hand zu halten, ohne den kreativen Impetus seiner Schützlinge zu deckeln. Nach einem Vierteljahr in Gemmrigheim schafften Zeh und seine Mitstreiter dies bestens.

Im Mittelpunkt der Musikreise stand jedoch „Hollywood Milestones“ von John Higgins. Er hat das Medley arrangiert, in dem nahezu alle großen Momente der Filmmusik vorkommen. Die Musiker fühlten sich darin sichtlich wohl. Mit all ihrem Können legten sie sich ins Zeug, um die Komposition zum Erfolg zu führen. Als Gegenbild dazu entwarfen sie danach bei „Bugler’s Holiday“ von Leroy Anderson einen einheitlichen Klangteppich. Die Trompeten waren hierbei solistisch im Mittelpunkt und bestachen durch große Stärke. Von den USA ging es dann wieder nach Europa. Ein Walzer bildete den Abschluss der Konzertreise. „You raise me up“ und „Grand Filou“ mit seinen Tanzeinlagen waren weitere Höhepunkte.

Gestern durfte die Jugendkapelle die Serenade gestalten. Andreas Musch leitete sie durch ein buntes Programm. Gemeinsam bewies der Nachwuchs, dass sich die Bläserfreizeit in Strümpfelbrunn im Odenwald nicht nur menschlich, sondern vor allem musikalisch gelohnt hatte.