Logo

Nachdenken und mitmachen lohnte sich

130 Einsendungen beim in der LKZ veröffentlichten Quiz der Liga der freien Wohlfahrtsverbände zur Aktionswoche „Armut bedroht alle“

Quiz

Ludwigsburg. Wussten Sie, dass ein Hartz-IV-Empfänger am Tag 4,75 Euro für Essen und alkoholfreie Getränke ausgeben kann? So sieht es der monatliche Regelsatz für alleinstehende Arbeitslose vor. Dies ist nur eine Antwort auf insgesamt 17 Quizfragen, die Mitte Oktober zur Aktionswoche „Armut bedroht alle“ in der LKZ abgedruckt worden waren.

 

130 Einsendungen gingen daraufhin bei den Quiz-Organisatoren im Caritas-Zentrum und der Sozialberatung Ludwigsburg ein. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir eine so große Resonanz haben werden“, freuen sich Petra Tolksdorf von der Caritas-Beratungsstelle und Georg Steckenstein, der Geschäftsführer der Sozialberatung. Sie haben gemeinsam mit den Mitgliedern des Fachausschusses Existenzsicherung der Liga der freien Wohlfahrtsverbände den Fragebogen entwickelt.

 

„Wir wollen, dass man sich mit dem Thema Armut beschäftigt und sich Gedanken darüber macht“, erklären die beiden die Idee, statt mit einem Stand auf dem Marktplatz sich mit einem Quiz in der Zeitung an der landesweiten Aktionswoche zu beteiligen. Und sie sind zufrieden darüber, dass der Plan aufgegangen ist. Armut bedeute nicht nur, kein Vermögen zu haben, sondern auch ein geringes Einkommen, eine Wohnung in schlechter Lage und weniger Chancen auf gute Bildung und Teilhabe.

 

Besonders besorgt sind die Liga-Mitglieder, dass durch die steigenden Mieten selbst ein Teil der Mittelschicht finanziell nicht mehr mithalten kann. „Das wird sich auf die Rente auswirken“, so Steckenstein. Deshalb fordert er, eine „armutsfeste Alterssicherung“ auf den Weg zu bringen. „Jeder, der sein Leben lang gearbeitet hat, sollte mindestens die Grundsicherung haben und würdevoll seinen Ruhestand antreten können, ohne aufs Amt zu müssen“, sagt er. Auch wenn bei der Wohngeldbehörde in Ludwigsburg gut mit den Betroffenen umgegangen werde, wünscht sich Petra Tolksdorf, dass die Ämter bei allen bestehenden Vorgaben mehr Rücksicht auf die schwierige Situation der Betroffenen nehmen. Die hohen Mieten im Raum Ludwigsburg verschärfen die ohnehin schon schwierige Situation. „Aufs Amt angewiesen zu sein, das macht etwas mit den Menschen und ist einfach hart“, gibt die Sozialarbeiterin zu bedenken. Familien oder Alleinerziehende mit mehreren Kindern oder mit Migrationshintergrund würden außerdem selten zu Wohnungsbesichtigungen eingeladen und hätten es besonders schwer auf dem umkämpften Wohnungsmarkt. Die Forderung der Liga ist deshalb klar formuliert: Sozialwohnungen müssen von Bund, Ländern und Kommunen massiv gefördert werden.

 

Nicht von ungefähr passt zum Thema Wohnen eine weitere Frage aus dem Quiz: „Wie viele Städte im Landkreis Ludwigsburg gehören zu den 20 Städten in Deutschland, in denen die Mieten am höchsten sind?“. Die Antwort lautet vier: Ludwigsburg (Platz 8), Ditzingen (7), Remseck (14) und Bietigheim (19). (tr)

 

Info: Alle Quizfragen und Antworten finden Sie hier. Die Gewinner sind bereits benachrichtigt worden. Die Liga hat unter allen Einsendern fünf Jahreskarten für das Blüba verlost.