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Nächste Runde der P+R-Offensive

Der Stuttgarter Regionalverband will die Förderung von P+R-Anlagen massiv ausweiten und für eine einheitliche Kennzeichnung auf den Parkplätzen sorgen.

Kreis Ludwigsburg. Der Sersheimer Bürgermeister Jürgen Scholz macht zu Jahresbeginn eine Beobachtung: Der Park-and-Ride-Parkplatz in seiner Gemeinde ist nicht mehr ausgelastet. Das Coronavirus hat es zu diesem Zeitpunkt noch nicht in den Kreis Ludwigsburg geschafft. Für die Leere auf den P+R-Flächen macht Scholz deshalb den Fahrplanwechsel verantwortlich, der zu Verspätungen, Zugausfällen und technischen Problemen auf der Strecke führt. „Gefühlt nehmen weniger Pendler den Zug als zuvor“, sagt der Rathauschef.

Dabei hat der Stuttgarter Regionalverband in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, das Angebot an P+R-Plätzen zu verbessern und Kooperationsvereinbarungen mit Kommunen zu schließen. Etwa mit Vaihingen, Remseck, Kirchheim, Kirchberg oder Sersheim. Nach Angaben des regionalen Verkehrsdirektors Jürgen Wurmthaler habe die Region 1900 bestehende und 273 zusätzliche Stellplätze an zehn Standorten gefördert. „Dabei wird es aber nicht bleiben“, sagte Wurmthaler im jüngsten Verkehrsausschuss. Weitere Vereinbarungen über mehr als 2500 bestehende Stellplätze und gut 1400 zusätzliche P+R-Abstellmöglichkeiten an 14 Standorten seien in Vorbereitung. „Mittlerweile haben einige Kommunen ihr Interesse an einer regionalen Förderung bekundet, die bisher nicht Teil der bestehenden Beschlüsse sind“, so der Verkehrsdirektor.

Grundsätzlich sollen die regional geförderten Anlagen einheitliche Nutzungsbedingungen bekommen und prinzipiell für die Nutzer gebührenfrei sein. „Der Fahrschein gilt als Parkschein“, sagt Wurmthaler. „Lediglich die P+R-Plätze in den Mittelzentren bekommen einheitliche Parkgebühren.“

Die FDP fordert, dass es teurer wird, je näher die Parkplätze an Stuttgart liegen. „Wir wollen Anreize schaffen, dass die Pendler möglichst früh auf den ÖPNV umsteigen“, sagt die Regionalrätin Gabriele Heise. Die SPD freut sich unterdessen mit Blick auf die Bilanz, dass das System „zählbare Erfolge“ hervorbringe. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Rainer Ganske, sagt: „Wir hoffen, dass noch viele weitere Anlagen zum regionalen Netz dazukommen.“

Rund 30.000 Euro sollen jetzt in die Entwicklung einer einheitlichen Kennzeichnung fließen. Dem Regionalverband schwebt ein eigenes Logo vor, das das klassische P+R-Zeichen aus der Straßenverkehrsordnung weiterentwickelt. Dazu kommen Stelen und Schilder an den Hauptzufahrten. Platz für englischsprachige Hinweise ist vermutlich nicht – sehr zum Bedauern einiger Regionalräte im Verkehrsausschuss. Der Pirat Michael Knödler sagt etwa: „Wir wollen die Region Stuttgart doch auch zur Tourismusregion ausbauen.“

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