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Naud sieht nicht nur Sheens Tore

Die Bietigheim Steelers springen in der Deutschen Eishockey-Liga auf einen Play-off-Platz – daran hatte Stürmer Riley Sheen mit fünf Toren am vergangenen Wochenende einen großen Anteil.

Vollblutstürmer: Riley Sheen (rechts) und C.J. Stretch sorgen b ei den Steelers auch in der DEL für Tore und Vorlagen.Foto: Baumann
Vollblutstürmer: Riley Sheen (rechts) und C.J. Stretch sorgen b ei den Steelers auch in der DEL für Tore und Vorlagen. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Zunächst ein Hattrick am Freitagabend beim 4:3-Erfolg nach Penaltyschießen bei den Krefelder Pinguinen und zwei Tage später ein ebenso bemerkenswerter Auftritt mit zwei Toren beim 5:2-Sieg gegen die Düsseldorfer EG. Der 26 Jahre alte Kanadier hat damit bereits zehn Scorerpunkte (7 Tore, 3 Vorlagen) gesammelt und liegt in der DEL-Rangliste auf Platz 16.

Die unbestrittenen Offensivqualitäten von Sheen sind das eine, doch sein Trainer hat offenbar auch dafür gesorgt, dass sich sein Defensivverhalten verbessert hat. Im System von Daniel Naud ein ganz wichtiger Faktor. „Er hat begriffen, dass wir ihn sowohl offensiv als auch defensiv benötigen“, sagte Naud nach dem Düsseldorf-Spiel. „Man sieht die Tore, aber ich sehe viel mehr. Er spielt jetzt viel besser ohne Scheibe.“

Eine Denkpause, als er ein Spiel aussetzen musste, hat ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt. Sheen, der mit seinem Reihenkollegen Evan Jasper schon 2019 in Peking zusammen spielte, und im Frühjahr Zweitliga-Meisterschaft und Aufstieg im Ellental miterlebte, räumte ein: „Das Tempo in der DEL ist der größte Unterschied. Aber wir fühlen uns wohl und lernen jeden Tag.“

Benjamin Zientek, der gegen Düsseldorf auch zu den Torschützen zählte, staunte nach dem zweiten Heimsieg der Steelers: „Ich bin schon ein bisschen überrascht, dass wir so gut mitspielen.“ Harold Kreis, der erfahrene Coach der DEG, fand nur lobende Worte für den Liga-Neuling: „Danny Naud hat dieses Team unheimlich stark geformt. Bietigheim spielt sehr schnelles und intensives Eishockey und hat mehr für das Spiel getan.“ Naud nahm den Ball auf: „Die Jungs investieren sehr viel. Bislang klappt es.“

Nicht nachlassen sollten die Steelers an diesem Wochenende, denn man trifft mit den Iserlohn Roosters (Freitag, 19.30 Uhr, Ege Trans-Arena) und den Adler Mannheim (Sonntag, 16.30 Uhr) auf zwei Gegner, die richtig gut drauf sind. Iserlohn kletterte mit dem 4:2-Sieg am Sonntag in Schwenningen auf Platz fünf und Titelkandidat Mannheim bleibt nach dem 4:3-Erfolg nach Verlängerung gegen Ingolstadt erster Verfolger von Spitzenreiter EHC München. Die Adler mussten am Mittwoch auch in der Champions Hockey League (CHL) ran und unterlagen auf eigenem Eis dem HC Lausanne mit 1:3. Das Ergebnis war für das Team von Trainer Pavel Gross zu verschmerzen, denn Mannheim war schon zuvor für das Achtelfinale qualifiziert.

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