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Neckar-Enz-Gasleitung: Die Arbeiten sind kurz vor dem Ziel

Die Rohre liegen bereit um zusammengeschweißt und im Boden versenkt zu werden. Foto: Alfred Drossel
Die Rohre liegen bereit um zusammengeschweißt und im Boden versenkt zu werden. Foto: Alfred Drossel
Mit einem Tag der offenen Baustelle hat terranets bw vor Ort einen Einblick in den Bau der Pipeline ermöglicht – Archäologen zeigen Funde von Grabungen am Trassenverlauf

Sachsenheim. Mit einem Tag der offenen Baustelle hat terranets bw am Samstag über den Bau der Neckarenztal-Leitung – kurz NET – informiert. Die 28 Kilometer lange Hochdruck-Gasleitung hat bald ihr Ziel bei Löchgau erreicht. Gezeigt haben an der Baustelle auch die Archäologen ihre Funde und Befunde der Grabungen, die der Verlegung der Gasleitung vorgeschaltet waren.

Ziel: Größere Versorgungssicherheit

Seit Anfang März realisiert terranets bw den Bau der neuen Gasleitung Neckarenztal-Leitung. Mit dem Vorhaben will der Netzbetreiber die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg und insbesondere im Raum Ludwigsburg deutlich erhöhen. Die Trasse verläuft von Wiernsheim über Eberdingen, Vaihingen, Oberriexingen, Sachsenheim und Bietigheim-Bissingen bis südlich von Löchgau. Der Baustart für die 28 Kilometer lange Leitung erfolgte nahe Wiernsheim, wo die Schwabenleitung Karlsruhe-Stuttgartart angezapft wird.

Die Schweißarbeiten sind mittlerweile bis Enzweihingen fortgeschritten. Zwischen Nußdorf und Riet wird aktuell der Rohrgraben hergestellt, während in Wiernsheim bereits mit der Rekultivierung der in Anspruch genommenen Flächen begonnen wurde. Die Bauarbeiten haben mittlerweile das Mettertal bei Metterzimmern erreicht. Abhängig von den Gegebenheiten vor Ort können zwischen 200 und 400 Meter Leitungsrohre pro Tag verlegt werden, stellt Projektleiter Christof Kröhnert fest.

Leitung soll Ende des Jahres in Betrieb genommen werden

Erst nach erfolgreicher Druck- und Dichtheitsprüfung wird die Leitung zur Inbetriebnahme freigegeben. Sie ist für Ende 2022 geplant. Kröhnert räumt ein, dass die Lage auf dem Gasmarkt derzeit schwierig ist. Er ist sich jedoch sicher, dass die NET auch langfristig eine bedeutende Rolle in der Energiewende einnehmen werde. „Wenn Gas ankommt, muss es auch weg“, sagt er. Statt Erdgas würden durch die Leitungen von terranets bw zunehmend klimaneutrale, grüne Gase und Wasserstoff transportieren.

Die ummantelten und innenbeschichteten Stahlrohre der Ferngasleitung haben einen Durchmesser von 50 Zentimeter und werden in einer Tiefe von mindestens 1,50 Meter im Boden verlegt. Das Leitungsnetz wird bis zu 80 bar Gashochdruck betrieben. In Ferngasleitungen wird eine Strömungsgeschwindigkeit von rund 36 Kilometern pro Stunde angesetzt. Bei Wiernsheim entsteht eine Gas-Druckregel- und Messanlage. Bei Löchgau wird das Gas in die Kraichgauleitung und später in Richtung Heilbronn weitergeleitet. Die Gesamtkosten für die Neckarenztalleitung dürften sich nach Angaben von terranets bw auf rund 50 Millionen Euro belaufen.

Insgesamt 2800 Kilometer lang

Die Neckarenztal-Leitung ist Teil des etwa 2800 Kilometer langen Fernleitungsnetzes von terranets bw, das in Richtung Bodensee verläuft. Von dort wird das Gas weiter in die Schweiz, nach Lichtenstein und nach Vorarlberg transportiert.

Beim Tag der offenen Baustelle gab es nicht sonderlich viel zu sehen, aber terranets bw hatte Experten aufgeboten, die alle Fragen beanworten konnten. Interessant war der Stand der Archäologen, die im Verlauf der Trasse viele steinzeitliche Befunde sammeln konnten. Die Grabungen sind inzwischen weitgehend abgeschlossen, werden aber je nach Verlauf der Grabarbeiten wieder begleitend aufgenommen.