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Neckarwiese: Schließung, wenn nötig

„Wenn am Wochenende die Situation an der Walheimer Neckarwiese so ist wie unlängst am Breitenauer See, wird sie zugemacht“, sagt Bürgermeisterin Tatjana Scheerle. Bislang gab es zwar Verwarnungen für Autofahrer, die im dortigen Bereich ihre Fahrzeuge auf dem Gehweg oder in der Kurven geparkt haben. Beanstandungen, weil die coronabedingten Abstandsregeln von den Besuchern nicht eingehalten wurden, hatte es jedoch noch nicht gegeben.

So leer wie auf diesem Bild ist es sonst nicht auf der Neckarwiese. Foto: Alfred Drossel
So leer wie auf diesem Bild ist es sonst nicht auf der Neckarwiese. Foto: Alfred Drossel

Walheim. Die Neckarwiese wird seit ihrer Eröffnung im Jahr 2013 viel und gerne von den Walheimern und Besuchern aus dem Kreis Ludwigsburg und darüber hinaus genutzt. Walheims Bürgermeisterin Tatjana Scheerle befürchtet nun mit dem anstehenden heißen Wochenende, dass noch mehr Besucher als sonst zur Neckarwiese strömen. „Wir wissen nicht, wie es dort am Wochenende aussehen wird“, sagt die Bürgermeisterin. Eine Situation wie kürzlich am Breitenauer See im Kreis Heilbronn, wo viel zu viele Menschen weder auf Abstand noch auf Masken geachtet und damit gegen die Coronaregeln verstoßen haben, möchte sie aber nicht erleben. Der Breitenauer See ist gesperrt. In Walheim wird es – wie bisher auch schon – Kontrollen durch das Polizeirevier Bietigheim-Bissingen geben, wie Scheerle sagt.

Am 3300 Quadratmeter großen Walheimer Neckarstrand, der sich in der Nähe vom Kies- und Betonwerk Pfander und in der Nachbarschaft des Jugendhauses Dschunke befindet, gibt es einen Bootsanleger, eine kostenlose Slipanlage, auf der Boote und Schiffe zu Wasser gelassen werden können, eine Liegewiese, Spielplatz, Boulebahn und Grillstelle. Die Zugvögel bieten von dort aus unter anderem Kanu- und Paddeltouren an, ebenso wie die Kanuschule Rock-the-River. „Da ist wirklich Betrieb“, kommentiert Scheerle.

Da der Neckarstrand gerne und viel genutzt wird, wünscht sich der Gemeinderat schon länger eine Konzeption, die dessen Nutzung näher definiert, weiß die Bürgermeisterin. Anliegen seien beispielsweise ein Kiosk und mehr Parkplätze. „Da gibt es aber Anwohner in der Nähe, die durch die parkenden Autos gehandicapt werden könnten“, weiß Tatjana Scheerle.

Auch auf der Internetplattform Facebook wird rege über den Zulauf der Neckarwiese, die Parksituation, aber auch über die Verschmutzung durch Besucher diskutiert. „Es wird links und rechts auf der Straße zum Kraftwerk geparkt, bis zur Wiese“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer kommentiert: „Es herrscht eine gefährliche Parksituation.“ Von Volksfeststimmung ist die Rede. „An der Mauer des Betonwerks Pfander bis zum EnBW-Kraftwerk darf man parken“, sagt Bürgermeisterin Scheerle. Die Straße sei fünfeinhalb bis sechs Meter breit. „Man kommt durch, muss aber langsam fahren“, sagt sie. Wer allerdings auf der Fläche der nahen Feuerwehr parke, werde verwarnt. Gleiches gelte für den dortigen Kurvenbereich und den Gehweg. Insgesamt gibt es zehn Parkplätze, an der Straße entlang finden 50 Fahrzeuge Platz, schätzt die Bürgermeisterin. Einige würden aber auch mit ihren Bootsanhängern in den Grünstreifen fahren, was geduldet würde. „An der Neckarwiese starten auch Kanutouren. Deren Anbieter haben ein eigenes Hygienekonzept“, fügt Scheerle erklärend hinzu.

Allerdings werden die Neckarwiese, die Grillstelle und die Toiletten derzeit nicht für Geburtstage oder Feiern vermietet. „Dann bräuchten wir jedes Mal ein Hygienekonzept“, so die Bürgermeisterin. Generell sei derzeit wegen Corona die Nutzung der Feuerstelle verboten. Dass deswegen auch die Toiletten in der Dschunke nicht zugänglich sind, führe dazu, dass es Wildpinkler gebe, weiß sie. „Wir werden verstärkt kontrollieren lassen. Das ist eine Ordnungswidrigkeit.“

All diese Verstöße und die entsprechenden Beschwerden der Walheimer haben unlängst auch dazu geführt, dass der Gemeinderat über die Situation an der Neckarwiese diskutierte. Ergebnis: Es wurde angeregt, dass die Nutzungsordnung des Gebiets auf die Homepage der Gemeinde gestellt werden soll. Sie ist nun unter www.walheim.de/freizeit-kultur/neckarwiese zu finden. Da heißt es unter anderem: „Bei Zuwiderhandlungen gegen diese Benutzerordnung ist die Gemeinde Walheim berechtigt, ein Bußgeld bis zu einer Höhe von 500 Euro festzusetzen.“ Übrigens: An der Neckarwiese mit seiner Slipanlage ist weder Baden noch Schwimmen erlaubt. Die Gemeindeverwaltung ist derzeit mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt im Gespräch, dass an der Neckarwiese ein entsprechendes Verbotsschild aufgestellt wird. „Das muss aber noch geklärt werden“, sagt Scheerle. Ansonsten gilt am Neckar in Walheim: Baden ist verboten, und auch Schwimmen ist nicht erlaubt.

Die Bürgermeisterin ist nun gespannt, wie der Zulauf der Neckarwiese am Wochenende sein wird. Denn bereits in der vergangenen Woche seien Unmengen an Autos vor Ort gewesen und zahlreiche Besucher.

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