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Neu geordnet und aufgewertet

Weihen den Gedenkstein am Altenberg ein (von links): Landtagsabgeordneter Tayfun Tok, Matthias Hammer von den Weingärtnern, Marbachs Bürgermeister Jan Trost, Landrat Dietmar Allgaier, Erdmannhausens Bürgermeister Marcus Kohler und Staatssekretärin Sa
Weihen den Gedenkstein am Altenberg ein (von links): Landtagsabgeordneter Tayfun Tok, Matthias Hammer von den Weingärtnern, Marbachs Bürgermeister Jan Trost, Landrat Dietmar Allgaier, Erdmannhausens Bürgermeister Marcus Kohler und Staatssekretärin Sa
Die Reblandschaft am Altenberg wurde bereinigt. Entstanden ist nach den Worten von Matthias Hammer von den Marbacher Weingärtnern eine „Landschaft mit hohem ökologischen Mehrwert“.

Marbach/Erdmannhausen. Relativ zügig konnte die Rebflurbereinigung Altenberg auf den Gemarkungen Marbach und Erdmannhausen abgewickelt werden. Heute war mit der Einweihung des Gedenksteins offizieller Abschluss der Maßnahme.

Der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft, der die Eigentümer vertritt, hat das Rebgewann Altenberg gemeinsam mit der Flurneuordnungsbehörde des Landratsamts Ludwigsburg neu gestaltet. Der sieben Hektar große Südhang nördlich von Marbach beim bekannten Gewann Galgen ist auf einer Fläche von 4,2 Hektar bereits mit Reben für Riesling, Trollinger, Muskat-Trollinger, Lemberger und Chardonnay bestockt. 32 Wengerter haben sich an der Umlegung beteiligt.

Von 2019 bis 2021 wurde das Rebgewann für 700 000 Euro – 80 Prozent davon kamen von Kreis, Land und Bund – umgestaltet. Unter anderem wurden Rebzeilen mit kleinen Planien stark verlängert. Auch die beiden Kommunen Marbach und Erdmannhausen beteiligten sich finanziell. Rund 100 000 Euro mussten am Ende die Eigentümer selbst investieren.

In Zukunft einfacher zu bewirtschaften

Zunächst wurden die alten Rebstöcke gerodet, dann Trockenmauern abgebaut und an anderer Stelle sowie in größerer Anzahl wieder aufgebaut. Dadurch sind wertvolle Habitate entstanden. Auf der frei gewordenen Fläche wurden neue, längere Rebzeilen angelegt. Sie sollen in Zukunft einfacher zu bewirtschaften sein. Des Weiteren wurde eine wassersparende Tröpfchenbewässerungsanlage installiert, die die Reben in trockenen Sommern versorgt. Zudem wurden Grundstücke zusammengelegt: Aus 90 alten wurden 45 neue. Auch das trägt dazu bei, dass die Wengerter effizienter wirtschaften.

Sabine Kurtz, Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, stellte fest: „Das Rebverfahren am Altenberg verbessert die Bewirtschaftung für die Wengerter erheblich.“ Rebflurneuordnungen stünden unter dem Motto „schützen durch nützen“. Den Nutzen hätten nicht nur die Wengerter bei der Herstellung des Lebensmittels Wein, sondern auch die Natur und die erholungsuchenden Menschen. Sie überreichte den Vorstandsmitgliedern der Teilnehmergemeinschaft Urkunden und dankte für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

Verfahren mit kurzen Wegen

Landrat Dietmar Allgaier sprach von einem Spannungsverhältnis im Landkreis – nämlich auf der einen Seite Natur zu erhalten und gute Bedingungen zur Bewirtschaftung zu schaffen und auf der anderen Seite für neuen Wohnraum zu sorgen. Der Landkreis wolle den Weinbau fördern und unterstützen. Die Rebumlegung hält der Landrat für gelungen.

Marbachs Bürgermeister Jan Trost ist froh darüber, dass es am Altenberg mit dem Weinbau weitergeht. Das sagte auch sein Kollege Marcus Kohler aus Erdmannhausen. Er gab zu, dass der Weinbau im Ort eine der Voraussetzungen war, hier Bürgermeister zu werden.

Für Matthias Hammer, Vorstandsvorsitzender der Marbacher Weingärtner und stellvertretender Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft, ist der von der Firma Klöpfer gestiftete Stein gleichzeitig ein Meilenstein für den Weinbau in der Stadt. Hammer lobte das Verfahren und sprach von kurzen Wegen unter den beteiligten Ämtern. Entstanden sei eine pflegeleichte Landschaft mit hohem ökologischen Mehrwert, die auch Spaziergängern Erholung bringe.