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Schäferlauf

Neue Bedeutung für das alte Fest

Mehr Aufmerksamkeit durch Unesco-Titel – Rund 100.000 Besucher werden erwartet – Positive Bilanz der Änderungen 2018

Monika Zorn (rechts) repräsentiert eine neue Gruppe des Geschichtsvereins. Rudolf Kürner und Cornelia Wörner informieren über das Fest.Foto: Andreas Essig
Monika Zorn (rechts) repräsentiert eine neue Gruppe des Geschichtsvereins. Rudolf Kürner und Cornelia Wörner informieren über das Fest. Foto: Andreas Essig

Markgröningen. Dass der Schäferlauf 2019 ein ganz besonderer Schäferlauf wird, das ist schon seit Ende 2018 klar. Denn damals war das traditionelle Volksfest als immaterielles Unesco-Kulturerbe eingetragen worden. Eine der bedeutenderen Neuerungen des Schäferlaufs, der im Kern zwar immer derselbe ist. Doch für Markgröningens Bürgermeister Rudolf Kürner kehrt auch nach 30 Jahren, in denen er in Verantwortung ist, keine Routine ein: „Es gibt in jedem Jahr neue Herausforderungen, die wir gemeinsam als Team meistern“, sagt er gestern während eines Pressegesprächs.

Wirklich großen Herausforderungen musste sich das Team vor allem 2018 stellen. Eine neue Route beim Festumzug und ein Marktgeschehen, welches wieder näher zusammenrückt, brachten Veränderungen für die zahlreichen Besucher mit sich. „Veränderungen müssen besonders behutsam eingebracht werden“, so der Bürgermeister. „Niemand will, dass alles anders wird.“ Dennoch seien gewisse Änderungen einfach unumgänglich. Die neue Route und das Marktgeschehen hätten sich bewährt.

Auch diesmal wird deshalb an den Strukturen festgehalten. Neu beim Umzug sind nur zwei Trachtengruppen (Das „Schäfergericht“ und „Reicher Phillip und Armer Konrad“). Der Ortskern wird sich wieder in einen großen Krämer- und Schäfermarkt verwandeln. „Im Jahr 2019 erwarten wir 166 Marktstände“, sagt Cornelia Wörner, die bei der Stadt für den Schäferlauf zuständig ist. Sie teilen sich auf in 125 Krämerstände und 41 Stände von Vereinen und Gastronomen. Im Bereich der Bartholomäusapotheke wird es Produkte vom Schaf zu kaufen geben. Im Schlosshof und in der Halle des Helene-Lange-Gymnasiums findet wieder der traditionelle Handwerkermarkt statt. Hier stehen vor allem Informationen zu den alten Handwerkerberufen wie Bürstenmacher, Holzbildhauer, Töpfer oder Goldschmied im Mittelpunkt.

Das Leistungshüten der Schäfer am Freitag, 23. August, beginnt wie im vergangenen Jahr bereits um 7.30 Uhr anstatt um 8 Uhr. „Es haben sich sechs Teilnehmer angemeldet“, sagt Kürner. „Das ist eigentlich schon fast ein Teilnehmer zu viel. Fünf wäre die optimale Zahl.“ Doch beschweren möchte sich Kürner in diesem Zusammenhang auf keinen Fall. Es habe auch schon Jahre gegeben, an denen sich nur schwer Teilnehmer haben finden lassen. „In den vergangenen Jahren hat sich das Leistungshüten wieder mehr und mehr als Berufswettkampf etabliert“, so Kürner.

Beim Leistungshüten werden wie gewohnt nicht nur die Schäfer bewertet, sondern auch die Leistung des Hundes. Da die Schafe in der Regel beim ersten Hüten aufgeregt seien, sich in den folgenden Durchgängen aber an den Ablauf gewöhnt hätten, werde die Reihenfolge der Hüter vor Beginn wieder ausgelost.

Eine Besonderheit, die die Ernennung zum Unesco-Kulturerbe mit sich bringt, ist laut Bürgermeister Kürner die gestiegene Aufmerksamkeit. „Das mediale Interesse ist noch größer geworden. Und auch für Sponsoren ist der Schäferlauf durchaus noch einmal attraktiver geworden.“ Auch deshalb gebe es in diesem Jahr erstmals ein umfassendes Sponsoring-Konzept. „Wir waren erstaunt, wie viele Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, Handwerksbetriebe und Einzelhändler spontan zusagten und somit ihre Verbundenheit mit dem traditionsreichen Schäferlauf zeigten“, so Kürner.

Für die Veranstaltung am Samstag, 24. August, auf dem Stoppelfeld und für das Festspiel „Der treue Bartel“ am Freitag, 23. August, und Sonntag, 25. August, sind die Eintrittskarten deshalb erstmals auch online erhältlich.

Internet: www.schaeferlauf.de

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