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Neue Blicke auf das Neckarufer

Er schlängelt sich an vielen Kommunen im Landkreis Ludwigsburg vorbei: der Neckar. Der Verband Region Stuttgart will die Flusslandschaft zugänglicher machen. Mundelsheim möchte sich an dem Projekt „Adressen am Fluss“ beteiligen.

Der Neckar als Naherholungsraum.
Der Neckar als Naherholungsraum.

Mundelsheim. Mit dem neuen Projekt „Adressen am Fluss“ des Verbands Region Stuttgart (VRS) hat sich der Mundelsheimer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung befasst. Der VRS will die Flusslandschaft als „Naherholungsraum und Identitätsträger“ weiterentwickeln, Uferbereiche zugänglicher machen und die Aufenthaltsqualität am Wasser erhöhen. Die „räumliche und gestalterische Verknüpfung“ des Neckars mit den Kommunen soll verbessert, Freizeitangebote wie Schifffahrt, Radtouren, Umweltbildung oder das Erleben der Weinbaulandschaft enger verzahnt werden.

Um diese hochgesteckten Ziele zu verwirklichen, sollen am Neckar liegende Kommunen Vorschläge für Uferpassagen einreichen, die für eine Neugestaltung infrage kommen. Als Vorbild nannte Bürgermeister Boris Seitz das bereits 2011 auf Mundelsheimer Markung umgesetzte Projekt des Landschaftsparks Neckar. Damals wurde an der Einmündung des Seebachs in den Neckar der „Lebendige Uferplatz“ eingeweiht. Holzliegen, Tische, Bänke, eine Aussichtsplattform und ein Spielplatz laden seitdem zum Verweilen ein, zudem gibt es eine Anlaufstelle für Kanufahrer.

Der Bürgermeister begrüßt die Initiative der Region. „Der Neckar wird derzeit noch zu wenig wahrgenommen“, meinte Seitz. Allerdings sind die Möglichkeiten für eine „Adresse am Fluss“ in Mundelsheim wegen der zumeist steil abfallenden Ufer begrenzt. Die Verwaltung kann sich einen vorläufig als Neckarterrasse bezeichneten Standort mit Anlegemöglichkeiten für Boote oder Kanus vorstellen. Auch ein neuer Steg mit einem für Angler ausgewiesenen Bereich wäre möglich.

Eine weitere Option wäre es, bereits am Neckarufer vorhandene Stufen, die derzeit ein bis zwei Metern breit sind, mit hellerem Gestein optisch aufzuwerten und auf fünf Meter auszuweiten. Jegliche Änderungen müssten allerdings mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt abgesprochen werden, so der Bürgermeister.

Gemeinderat Thomas Kizler (Freie Wählervereinigung) brachte eine weitere Variante ins Gespräch: „Man könnte eventuell zwei bis drei Parkplätze für Wohnmobile anlegen.“ Schließlich komme es immer wieder vor, dass Wohnmobile in den umliegenden Weinbergen Halt machten. „Man könnte über so etwas nachdenken, auch wenn das natürlich Geld kostet“, sagte Kizler.

Der VRS stellt eine Kostenübernahme von 50 Prozent in Aussicht. Angesichts des verbleibenden Eigenanteils für die Gemeinde ist es recht wahrscheinlich, dass sich die Mundelsheimer vorerst auf ein Vorhaben beschränken. Eventuell sei auch eine Kombination aus zwei verschiedenen Standorten denkbar, meinte Seitz.

Im jetzigen Stadium sind die Ideen noch wenig konkret. Im Gemeinderat bestand aber grundsätzliche Einigkeit darüber, dass sich die Kommune an den „Adressen am Fluss“ beteiligen soll. „Ich kann mir gut vorstellen, dass sich daraus Vorteile für unser Landschaftsbild ergeben“, zeigte sich etwa Gemeinderat Andreas Veigel (Bürgerliche Wählervereinigung) zuversichtlich. Die Gemeinde will nun Ideen für potenzielle Standorte an den VRS weiterleiten, die Region wird dann in Zusammenarbeit mit einer Hochschule ein Landschaftskonzept erarbeiten. Bürgermeister Seitz versicherte, dass die Gemeinde dabei ein gewichtiges Wort mitzureden habe. „Wenn wir zum Beispiel einen Steg am Neckar vorschlagen, ist klar, dass die den uns nicht irgendwohin setzen können. Die Region stellt uns Konzepte vor, und wir wählen aus.“

Bis es so weit ist, wird noch viel Wasser den Neckar hinunterfließen. Mit einer Umsetzung ist laut VRS im kommenden Jahr zu rechnen. Er halte diesen Zeitplan allerdings für optimistisch, fügte der Bürgermeister hinzu, „das wäre schon sehr sportlich“.

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