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Neue Perspektiven für Schüler nach der Mittleren Reife

Berufskollegs und Wirtschaftsgymnasium der Erich-Bracher-Schule in Pattonville stellen sich beim Tag der offenen Tür vor – Auch 45 Flüchtlinge werden unterrichtet

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Informationen aus erster Hand an der Bracher-Schule. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Viel Betrieb hat am Samstagmorgen an der Erich-Bracher-Schule in Pattonville geherrscht. Bei einem Tag der offenen Tür haben sich Jugendliche und deren Eltern über das breitgefächerte schulische Angebot informiert. Hier erhielten Interessierte Antwort auf die Frage, welchen Weg sie nach dem Realschulabschluss einschlagen können.

Lehrkräfte, Schüler und auch Absolventen, die sich ihrer Schule verbunden fühlen, lieferten den Besuchern Informationen aus erster Hand. Unter dem Dach der Erich-Bracher-Schule befinden sich drei Berufskollegs mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie Fremdsprachen, Übungsfirma und Wirtschaftsinformatik. Auf dem Wirtschaftsgymnasium bereiten sich aktuell 180 Schüler auf ihre Abiturprüfung vor und erhalten zudem Rüstzeug für eine betriebswirtschaftliche Ausbildung. Außerdem werden Hauptschüler, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, bei einem Berufseinstiegsjahr gefördert. In drei Vorbereitungsklassen werden 45 junge Flüchtlinge unterrichtet.

Von den aktuell 1900 Schülern besuchen etwa ein Drittel die Vollzeitschulen und wird zwei Drittel im Rahmen der dualen Ausbildung das theoretische Wissen in der Berufsschule vermittelt. Damit sei die Schule an die Grenzen ihrer räumlichen Kapazitäten anbelangt, wie Angelika Schober-Penz sagte. Die Lehrerin ist auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Zum Teil wird sogar die Aula für den Unterricht genutzt. Junge Menschen aus dem gesamten Landkreis Ludwigsburg kommen nach Pattonville, um eine der Vollzeitschulen zu besuchen.

Jennifer Lieb will Servicekauffrau im Luftverkehr werden und hat sich für den Besuch des Kaufmännischen Berufskollegs Fremdsprachen entschieden. Marie Claire König würde später gerne im Hotelfach arbeiten. „Dazu benötigt man Fremdsprachen“, so die junge Frau. Während des Unterrichts geht es weniger um Literatur als vielmehr um fachspezifische Vokabeln aus dem kaufmännischen Bereich. An der Erich-Bracher-Schule haben die jungen Menschen die Wahl zwischen Französisch und Spanisch, zusätzlich zu Englisch. „Bei acht Stunden Französischunterricht in der Woche bekommt man viel mit“, schilderte Bilge Öztürk ihren Eindruck.

Über starken Praxisbezug verfügt das Berufskolleg mit Übungsfirma, das eng mit einem Unternehmen zusammenarbeitet. Keine Zukunftssorgen müssen sich die Absolventen des Berufskollegs mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik machen, Fachkräfte werden in diesem Bereich dringend gesucht. Hier gibt es seit neuestem sogar eine Laptopklasse, bei der die Computer in allen Fächern zum Einsatz gelangen. Nicht nur bei Informatik und Betriebswirtschaftslehre, diese Fächer unterrichtet Klassenlehrerin Charlotte Peschmann. Auch ihr Kollege Andreas Kramer setzt im Englischunterricht auf die neue Technik. Beide Lehrer haben an speziellen Fortbildungen teilgenommen.

„Theorie und Praxis sind bei dieser Form des Unterrichts aus einem Guss“, findet Schüler Jens Frenkel das Konzept der Laptopklasse prima. Seine Mitschüler und er haben interessierten Besuchern am Samstag gezeigt, wie diese Form des Lernens in der Praxis aussieht. Groß war auch das Interesse am Wirtschaftsgymnasium, bei dem die Berufsorientierung eine große Rolle spielt.