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Neue Pfarrerin: Neustart im Schlösslesfeld

Birgit Braun ist die neue Pfarrerin der Kreuzkirchengemeinde – Der Stadtteil hat es ihr angetan

Birgit Braun vor dem Herzstück des Gemeindeensembles: der Kreuzkirche. Foto: Ramona Theiss
Birgit Braun vor dem Herzstück des Gemeindeensembles: der Kreuzkirche. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Sie war Pfarrerin in zwei Dörfern, in einem Gefängnis und in einem Krankenhaus – eine Stelle am Stadtrand, die hat Birgit Braun dagegen bisher noch gefehlt. „Ich suche mir gerne immer wieder etwas Neues. Neue Herausforderungen sind mir wichtig“, sagt die 58-Jährige. Mitte September ist Braun mit ihrem Ehemann und Hund Billy in das Pfarrhaus neben der Kreuzkirche gezogen. Und in der Gemeinde steigt die Hoffnung, dass nach den eher kurzen Gastspielen ihrer beiden Vorgängerinnen nun wieder etwas Ruhe einkehrt. „Ich habe vor, bis zu meinem Ruhestand mit 67 Jahren zu bleiben.“

Umbau könnte nächstes Jahr starten

Aufgaben und Herausforderungen, die gibt es im Schlösslesfeld genug. Die Gemeinde ist mit 1800 Mitgliedern für heutige Verhältnisse noch recht groß. Dazu gehören viele Kinder und Jugendliche. An Nachwuchs mangelt es der Gemeinde nicht. Doch auf Birgit Braun warten auch wichtige bauliche Aufgaben in dem einmaligen, denkmalgeschützten Gemeindeensemble im Herzen des Schlösslesfelds. Seit Jahren ist ein Umbau des Gemeindehauses und des Kinder- und Familienzentrums geplant. Birgit Braun hat sich in das Thema schon eingearbeitet. Sie ist zuversichtlich, dass der Umbau des Gemeindehauses im kommenden Jahr beginnen kann.

Die Besonderheiten des Quartiers hat sie schon kennengelernt. „Die Wege sind kurz und der Stadtteil ist eine Oase der Ruhe“, sagt die dreifache Mutter und dreifache Großmutter. Die Grundschule steht direkt neben der Kirche. Dort wird gerade auch ein zweiter Kindergarten gebaut. „Kinder stehen hier im Mittelpunkt.“ Das gesamte Gemeindezentrum sei sehr gut in den Sozialraum eingebunden.

Investitur am kommenden Sonntag

Aufgewachsen ist Birgit Braun in Sachsenheim. „Gegen Ende der Schulzeit habe ich gewusst, dass ich Pfarrerin werden will.“ Studiert hat sie in Bielefeld, Heidelberg und Tübingen. Dann kam das Vikariat in Rottenburg. Ihre erste Pfarrstelle in Weil der Stadt hat sie sich mit ihrem Mann geteilt. Es folgten Stationen als Gefängnisseelsorgerin auf dem Hohenasperg, in zwei Dörfern bei Löwenstein und in der Lungenfachklinik in Löwenstein. „Die Seelsorge liegt mir sehr am Herzen“, sagt Braun. Sie will sich für ein gutes Miteinander der Menschen untereinander und der Menschen mit Gott einsetzen. Auch Spiritualität spielt für sie eine Rolle.

Den Kirchengemeinderat und die Mitarbeiter der Gemeinde hat sie schon kennengelernt. Das gesamte Team hat sie sehr überzeugt. Genauso wie die vielen engagierten ehrenamtlichen Mitarbeiter.

Jetzt ist sie dabei, gemeinsam mit den Gemeindemitgliedern zu schauen, wo der Weg hinführen soll. Im Zentrum steht für sie dabei die Frage: „Wo will die Gemeinde mit mir hin?“. Ideen hat sie einige im Gepäck, aber denen steht auch noch die Coronapandemie im Weg. Ein Großteil der Treffen und Begegnungen kann daher derzeit überhaupt nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden. Auch Geburtstagsbesuche sind derzeit nicht drin.

Ihre vielen Erfahrungen im Umgang mit Menschen, sei es mit Gläubigen, mit Gefangenen oder Schwerstkranken, will die neue Pfarrerin gerne im Schlösslesfeld einbringen. Birgit Braun lässt sich dabei von einem Dreiklang aus spirituellen, ethischen und seelsorgerischen Ansätzen sowie der Wurzel von alledem, dem Glauben, leiten. „Der Glaube gibt uns Halt und Richtung.“

Info: Die Investitur von Birgit Braun findet am kommenden Sonntag, 29. November, um zehn Uhr in der Kreuzkirche statt. Die Predigt hält Dekan Winfried Speck.

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