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Schulzentrum

Neues Kapitel für die Weststadt

Den Schülern im Bildungszentrum West und ihren Lehrer stehen mehrere Rochaden bevor. Denn der Umbau soll im laufenden Betrieb vollzogen werden. Wie und was dort alles passiert, stellte die Stadtverwaltung am Freitag erstmals der Öffentlichkeit vor.

In den 1970er Jahren wurden auf dem Gelände der früheren Dragoner-Kaserne „Königin Olga“ unter anderem zwei Schulgebäude nach den Entwürfen von Günter Behnisch hochgezogen: die Gottlieb-Daimler-Realschule und das Otto-Hahn-Gymnasium. Was damals als modern und wegweisend galt, ist heute veraltet und „out“. Die Bestandsgebäude sind schadstoffbelastet. Neue pädagogische Konzepte sind wegen der räumlichen Situation nicht umsetzbar. „Es besteht Handlungsbedarf“, sagte Konrad Seigfried, Erster Bürgermeister der Stadt. Mit Sanierung und Ertüchtigung sei es nicht mehr getan. Die beiden Schulen werden abgerissen. Das Konzept, das der Gemeinderat noch absegnen muss, sieht unter anderem vier multifunktionale Neubauten vor und eine komplette Umgestaltung der insgesamt mächtigen 87.000 Quadratmeter Fläche zwischen Kaiserstraße, Kurfürstenstraße, Heinrich-Schweitzer-Straße und Weimarstraße. Grün soll es dort werden und sportlich zugehen, von zentralen Wegen barrierefrei durchzogen. Mit Abstellplätzen für 800 Fahrräder, mit Pedelecverleih und Carsharing-Angebot.

Neues Stadtteilzentrum auf dem Areal

Sowohl das Gymnasium (OHG) als auch die Realschule (GDR) soll die Kapazität für fünf Parallelklassen haben. Gemeinsam teilen sie sich einen eigenständigen Zwischenbau. Hier sind Stadtteil- und Schulbibliothek mit Lesegärtchen vorgesehen, die Fachklassenräume, die Lehrerzimmer und Büros für die Verwaltungen, die Schulsozialarbeit und die Schulkindbetreuung. Die Mensa, die hier ebenfalls untergebracht wird, soll auch der Öffentlichkeit für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Die VHS wird das OHG mitbenutzen können. Die zusätzliche Sporthalle an der Heinrich-Schweitzer-Straße, steht auch Vereinen zur Verfügung. Daneben werden weitere Kleinspielfelder für Volleyball, Basketball, Tennis, Handball angelegt.

Herzstück ist das grüne Sportband in der Mitte des Campus. Es soll sich außerhalb der Unterrichtszeiten zu einem Stadtteilzentrum für alle Weststädter entwickeln. Beachvolleyballfelder und eine Skaterbahn, eine Kletter- und Balancieranlage, Möglichkeiten für Parcours und „Calesthenics“, dem Training nur mit dem eigenen Körpergewicht, sollen geschaffen werden. Hier lädt die Stadt die Öffentlichkeit ausdrücklich ein, eigene Ideen einzubringen. Wer Interesse hat, möge sich über die Homepage der Stadt, Stichwort „Bildungszentrum West“ melden.

Die Abläufe während der Bauphase sind hochkomplex. Zuerst müssen die Hausmeisterwohnungen und der westliche Platz zum Stadion hin weichen. Hier wird das neue OHG gebaut und das Multifunktionsgebäude. Ins alte OHG ziehen die Realschüler. Dann wird das Bestandsgebäude abgebrochen, die noch fehlenden Neubauten hochgezogen, die bestehenden Freiflächen werden zurückgebaut. Je nach Baufortschritt werden parallel die Außenbereiche neu gestaltet. Der gemeinsame Pausenhof mit Sitzstufen, Holzdeck und Sonnensegeln zum Beispiel.

Zahlreiche alte Bäume werden fallen, sollen aber wenigstens in ihrer Anzahl eins zu eins ersetzt werden. Alle Dächer werden begrünt, ein Großteil des Areals wird mit wasserdurchlässigem Belag entsiegelt.

Baubeginn könnte 2022 sein. Abgeschlossen wäre das Großprojekt für die Weststadt und etwa 1800 Schüler dann etwa 2028. Im nächsten Frühjahr soll eine erste Kostenschätzung vorliegen. Seigfried geht schon jetzt von rund 100 Millionen Euro aus.

Rest der Kaserne bleibt unangetastet

Nach der Präsentation wurden die Fragen der etwa 30 Zuhörer beantwortet. Zum Beispiel danach, welche Gebäude stehen bleiben: Die Doppelsporthalle, das Stadion und die denkmalgeschützte KO-Kaserne sowie die Grundschule und die Rundsporthalle. Die Katakomben und Keller unter dem Areal werden dagegen verschwinden. Außerdem werde die Baustelle so gemanagt, dass sich die Handwerker und die Schüler möglichst wenig ins Gehege kommen.

Fazit der Verwaltung: „Das Vorhaben wird das Viertel aufwerten.“ Man wolle damit ein neues Kapitel in der Weststadt aufschlagen.

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