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Neues Rathaus am Steinheimer Marktplatz

Vom Krone-Areal (rechts) über das Gebäude mit der Bäckerei bis zum Marktplatz reicht das mögliche Baufenster für das neue Rathaus.Foto: Ramona Theiss
Vom Krone-Areal (rechts) über das Gebäude mit der Bäckerei bis zum Marktplatz reicht das mögliche Baufenster für das neue Rathaus.Foto: Ramona Theiss
Das sind die Schwerpunkte in den nächsten 20 Jahren, in der Mitte die Marktstraße. Schwerpunkt 1 ist das Rathaus.
Das sind die Schwerpunkte in den nächsten 20 Jahren, in der Mitte die Marktstraße. Schwerpunkt 1 ist das Rathaus.
Verwaltung braucht dringend mehr Raum - Gästehaus Lamm kurzfristig für Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen

Steinheim. Ein neues, lichtdurchflutetes Rathaus, ein Marktplatz, der zum Verweilen einlädt, und ein naturnah gestaltetes Murrufer, das den Fluss erlebbar macht: So stellen sich Bürgermeister Thomas Winterhalter und der Steinheimer Gemeinderat die Stadtmitte bis zur Gartenschau Marbach/Benningen im Jahr 2033 vor. „Wir wollen unseren Beitrag leisten, damit sich auch das Bottwartal attraktiv präsentieren kann. Die Gestaltung einer neuen Stadtmitte ist zudem Teil des Stadtentwicklungskonzeptes „ISt 2030“.

Der Neubau des Rathauses sei dringend notwendig, so Winterhalter: Das alte Rathaus ist wie berichtet dringend sanierungsbedürftig, zudem verteilt sich die Verwaltung derzeit auf vier Standorte. Handlungsbedarf, aber auch „viel Potenzial für eine lebendige Stadtmitte“, sieht auch Stadtplanerin Petra Zeese.

Moderner, offener, lichtdurchfluteter Neubau

Die vielen denkmalgeschützten Häuser entlang der Marktstraße und im Bereich des Klosters seien zwar einerseits Verpflichtung, andererseits aber auch Anreiz, etwas zu entwickeln, zumal in diesem Bereich gerade ein Sanierungsprogramm läuft, so dass sowohl private Eigentümer als auch die Stadt Fördergeld bekommen. Viele der Häuser sind im Besitz der Stadt. „Die historische Struktur bildet den Charakter der Stadt“, betont Zeese.

In einem ersten Schritt soll ein neues Rathaus gebaut werden. Vorgesehen ist der Bau auf dem Areal, wo derzeit das Ensemble mit Bäckerei, Eisdiele und Pizzeria steht, sowie dem anschließenden alten Krone-Areal, das als Parkplatz genutzt wird. Das Backhaus und das Gebäude Badtorstraße 3 sind denkmalgeschützt, alle anderen Häusern können abgerissen werden. Auch der Brunnen wird bleiben, da er denkmalgeschützt ist. Andere Standorte wurden geprüft, aber „ein Rathaus gehört in die Ortsmitte“, betont Winterhalter. Es sei auch ein Frequenzbringer für das Gewerbe drumherum. Das neue Rathaus soll nicht nur für die Mitarbeiter attraktive Arbeitsplätze bieten – auch in den Verwaltungen ist der Fachkräftemangel angekommen – sondern für die Bürger eine offene, transparente Anlaufstelle sein. Es soll modern, nachhaltig und klar strukturiert sein und für die nächsten 60 bis 70 Jahre funktional nutzbar.

Wenn der Ideenwettbewerb für das Rathaus ausgeschrieben worden ist, werden im September 25 Teilnehmer ausgelost, die ihre Ideen ausarbeiten dürfen. Im Februar 2023 werden die Resultate öffentlich vorgestellt. Ende 2026 soll das neue Rathaus nach zwei Jahren Bauzeit stehen.

Das Murrufer, das sich derzeit mit Parkplätzen und einem „verkrauteten Fluss“, so Zeese, nicht besonders attraktiv darstellt, soll umgestaltet werden, so dass Fluss und Mensch zusammengebracht werden können. „Der Fluss soll eine größere Rolle spielen“, so Zeese. Das Murrufer sowie das Gebiet bis zum Bauhof/Feuerwehr ist Teil des Ideenteils, der ebenfalls zum Wettbewerb gehören soll, bis 2033 soll zumindest das Murrufer umgestaltet sein.

Das Quartier hinter dem Gasthaus Lamm, das der Stadt gehört, wird bereits entwickelt: Ein junges Investorenteam will im hinteren Bereich Lammgasse/Pfarrstraße wie berichtet Wohnungen bauen, die Stadt will das Hotel zunächst für die Unterbringung von 40 Flüchtlingen nutzen, später ist eine andere Nutzung vorgesehen, das Lamm soll gastronomisch wiederbelebt werden.

Verkehr und Hochwasser als Problem

Weiteres Potenzial liegt im Bereich rund um den Bahnhof sowie auf dem Schnaidt-Areal, wo derzeit ein Wohn-und Geschäftshaus mit Ärztehaus geplant wird.

Freilich gibt es auch noch einige Probleme zu lösen: Der Verkehr durch die Marktstraße soll langfristig nur noch mit Tempo 30 fließen, am Kohlereck beim NKD wäre ein Kreisverkehr denkbar. Für die Parkierung kann sich Zeese in jedem Bereich Parkhäuser oder Tiefgaragen, wo der Hochwasserschutz nicht dagegen spricht, vorstellen. Derzeit seien zu viele Flächen mit Parkplätzen belegt, findet sie.

Auch der Hochwasserschutz und Starkregen werden ein Thema sein – wenn es schlecht läuft, verlängern historische Funde die Bauzeit. „Viele werden sich fragen, ob wir nicht wichtigere Themen wie Kinderbetreuung oder Schulen haben, aber die Anforderungen an eine Verwaltung werden immer komplexer wie zum Beispiel bei den Themen Flüchtlinge oder Klima. Wir müssen leistungsfähiger werden, wir brauchen aber keinen Palast“, betont Winterhalter.