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Nicht nur gut für das doppelte Lottchen

Von der Erstlingsausstattung bis zum Teenie-Pullover mit Pferdemotiv reichte am Samstag das Angebot beim Zwillingsbasar in Hemmingen

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Zwillingsbasar an der Alten Schöckinger Straße in Hemmingen: Die kleinsten Gäste verschlafen den Besuch einfach. Foto: Susanne Müller-Baji

Ludwigsburg. Die Einladung für den 16. Hemminger Zwillingsbasar zeigt zwei Störche – und auf der Wäscheleine alles in doppelter Ausführung: Kleidchen, Hosen Strampler. „Zwillinge gehen ins Geld, man braucht ja alles doppelt: Zweimal Babytrage, zweimal Kindersitz fürs Auto und so weiter“, bringt es Gabi Mauch auf den Punkt. Sie macht bereits zum zehnten Mal beim Hemminger Basar mit: „Wir sind immer dabei, im Herbst und im Frühjahr.“

 

Speziell so ein Zwillingskinderwagen schlage mit einem Neupreis von rund 1500 Euro zu Buche, sagt Ruth Keck, selbst Zwillingsmutter und Organisatorin des Hemminger Basars, der am Samstag vom Förderverein der Süddeutschen Gemeinde auf die Beine gestellt wurde.

 

Die Gäste kommen mittlerweile aus der gesamten Region und nutzen den Vormittag auch zum Austausch in Sachen doppeltes Kinderglück. „Vor einigen Jahren gab es auffallend viele Zwillinge in Hemmingen“ erzählt Mitorganisatorin Damaris Vöhringer, wie es zu dem speziellen Basar kam. Sie selbst hat keine Zwillinge und betont, dass die Veranstaltung für alle sei – „Einkauf auch für Einlingseltern und Jedermann“ wie es auf den Plakaten heißt.

 

Denn viele der angebotenen Dinge würden auch einzeln verkauft und längst nicht alle Zwillinge werden identisch angezogen. Was dem Umfeld die Orientierung ungemein erleichtert. Ruth Keck erzählt von einem typischen Streich ihrer Jungs: „Sie haben mal die Brillen getauscht, damit man sie nicht unterscheiden können sollte – der eine hatte extra ein rundes Gestell, der andere ein eckiges.“

 

Aufgebaut ist der Hemminger Zwillingsbasar mehr wie ein Flohmarkt: Jeder Verkäufer entrichtet eine Standgebühr und erhält seine eigene Verkaufsfläche. Schwangere dürfen gegen Vorlage des Mutterpasses schon vor der offiziellen Eröffnung hinein und die Babysachen sichten. Der organisierende Förderverein bietet das Drumherum an, Kinderschminken etwa oder den äußerst beliebten Kuchenverkauf.

 

Der Erlös geht an das Dorfentwicklungsprojekt „Ubwenzi“, „Freundschaft“, das die Liebenzeller Mission im AIDS-gebeutelten Malawi betreut – und das insbesondere Kindern einen besseren Start ins Leben ermöglichen soll.

 

Aber auch die hiesigen Kinder profitieren ungemein – und das nicht nur wegen der Schnäppchen: Die Veranstaltung ist für Eltern von Zwillingen auch eine willkommene Gelegenheit zum Austausch. „Manche Probleme sind schon spezifisch, da ist es erfrischend und auch sehr beruhigend, wenn man merkt: Anderen geht es genauso“, so Gabi Mauch.

 

Bleibt die Frage: Soll man, darf man Zwillinge gleich anziehen? „Natürlich bekommt man gerade zu Anfang alles doppelt geschenkt, mir war das aber nie so wichtig“, sagt sie. Ganz anders Christina Moschona, die viele Dinge doppelt auf ihrem Verkaufstisch liegen hat: „Klar, das sieht doch nett aus. Sogar wenn sich die Mädchen etwas aussuchen durften, haben sie oft das Gleiche ausgewählt.“ Alles entspannt, denn der Tag kommt ohnehin, wenn die Kinder ihre Individualität auch nach außen zeigen wollen.

 

Und weil auch das nächste Frühjahr bestimmt kommt, steht bereits der Termin für den 17. Zwillingsbasar im kommenden Jahr fest: Er findet am Samstag, 11. März, wieder in den Räumlichkeiten der Süddeutschen Gemeinschaft an der alten Schöckinger Straße statt.

 

Internet: www.zwillingsbasar.sv-ec-hemmingen.de