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„Niemand soll verloren gehen“

Welche Folgen die Pandemie für die Schwächsten der Gesellschaft hat, merken die Mitarbeiter der Diakonie bei ihrer täglichen Arbeit. Damit Hilfe besser zugänglich wird und auch wirklich ankommt, wollen sie „Dranbleiben“, so das Motto der diesjährigen Woche der Diakonie.

Damit die Bürokratie nicht den Weg zu Hilfsangeboten versperrt, informiert die Diakonie und hilft beim Antragstellen. Symbolfoto: Coka/Fotolia
Damit die Bürokratie nicht den Weg zu Hilfsangeboten versperrt, informiert die Diakonie und hilft beim Antragstellen. Symbol Foto: Coka/Fotolia

Großbottwar/Marbach. „Wir spüren die Folgen der Pandemie auch in unseren Beratungsstellen und erwarten gegen Ende des Jahres eine Verschärfung bei von Lebenskrisen betroffenen Menschen“, so Prof. Annette Noller, Oberkirchenrätin und Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg. Bei einem Pressegespräch zur Woche der Diakonie am Standort der Theo-Lorch-Werkstätten in Großbottwar gab sie einen Einblick in die aktuellen Probleme und entsprechenden Hilfsangebote.

Dass etwa für das Homeschooling vielerorts noch immer die technische Ausstattung fehle, sehe man bei der Arbeit mit Geflüchteten. „Inklusion bedeutet in diesem Zusammenhang, zunächst die Grundvoraussetzungen zu schaffen, damit inklusive Angebote überhaupt angenommen werden und wirken können“, betonte Annette Noller. Hier setze zum Beispiel die Aktion „Homeschooling, Digitalisierung und ich …“ der Diakonie Marbach an, die gebrauchte Laptops und Tablets gesammelt und an Familien verteilt hat, die von Armut betroffen sind.

Menschen, die aufgrund der Pandemie etwa in Kurzarbeit sind oder ihren Arbeitsplatz verloren haben, helfen die Mitarbeiter der Diakonie, die Möglichkeiten für finanzielle Unterstützung zu überblicken und diese in Anspruch zu nehmen. Außerdem können die Beratungsstellen der Diakonie über den Soforthilfefonds „Mutmacher“ Geld für Klienten abrufen, die durch die Coronapandemie in Not geraten sind.

Bei ihrer Arbeit für eine inklusive Gesellschaft dient Annette Noller ein Bibelvers als Leitspruch: „Einer trage des andern Last“, heißt es im Brief des Apostels Paulus an die Galater. Der Glaube fordere dazu auf, auch in schwierigen Zeiten niemanden verloren gehen zu lassen. Zur Sensibilisierung und Vernetzung bei diesem Thema vor Ort und württembergweit soll laut Diakoniepfarrer Friedhelm Nachtigal auch der Gottesdienst beitragen, mit dem die Woche der Diakonie eröffnet wird.

INFO: Der Gottesdienst findet am kommenden Sonntag, 13. Juni, ab 11.15 Uhr in der Großbottwarer Martinskirche statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, es gibt eine Online-Übertragung: www.youtube.com/watch?v=zVJh51Hn9P4

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