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Diskussion

OB Knecht steht zum Feuerwerk

Auch die Stadt hat sich jetzt zum Vorschlag der Grünen geäußert, Feuerwerke abzuschaffen. Die Grünen haben derweil nachgelegt und fordern von Schlossfestspielen und Blühendem Barock, mit gutem Beispiel voranzugehen und auf Feuerwerk zu verzichten. Im Netz und in Leserbriefen wird fleißig diskutiert.

Ein Höhepunkt im Ludwigsburger Veranstaltungskalender: das Musikfeuerwerk im Blühenden Barock mit Tausenden Zuschauern.Archivfoto: R. Theiss
Ein Höhepunkt im Ludwigsburger Veranstaltungskalender: das Musikfeuerwerk im Blühenden Barock mit Tausenden Zuschauern. Foto: R. Theiss
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Ludwigsburg. „Wäre ich sofort dafür. Diese Umweltverschmutzung muss nicht sein“, oder: „Wenn es nach den Grünen geht, dürfen wir bald gar nix mehr.“ Auf der Facebook-Seite der Ludwigsburger Kreiszeitung wird der Vorstoß der Grünen zum Thema Feuerwerk kontrovers diskutiert. Die einen finden die Idee gut, auf die Böllerei im Nachthimmel zu verzichten und künftig im Blühenden Barock oder bei den Schlossfestspielen eher Licht- und Lasershows anzubieten. Die anderen wollen solch ein Spektakel nicht missen.

Dass die Grünen einen Nerv getroffen haben, zeigt auch die Umfrage auf der Homepage unserer Zeitung. Immerhin 30..Prozent der Teilnehmer unterstützen den Vorstoß der Partei, auf Feuerwerke zu verzichten und in der Innenstadt Verbotszonen einzurichten (Grafik).

Auch die Stadtverwaltung hat sich jetzt zu dem Vorschlag der Grünen geäußert. Was die großen Veranstaltungen wie Lichterzauber, Musikfeuerwerk oder Klassik-Open-Air anbelangt, stellt sich Oberbürgermeister Matthias Knecht allerdings nicht hinter die größte Fraktion in seinem Gemeinderat. „Klassik-Open-Air und Lichterzauber bereichern das kulturelle Angebot der Stadt ungemein. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass eine Laser- und Lichtshow das Feuerwerk adäquat ersetzen kann,“ so der OB gegenüber unserer Zeitung.

Die Frage, ob in der Innenstadt Verbotszonen möglich sind, an denen an Silvester nicht geböllert werden darf, wird von der Verwaltung derzeit geprüft. Bevor entschieden wird, müsse man die Vor- und Nachteile gut abwägen, heißt es in einer Mitteilung. Die Ausweisung von Verbotszonen sei ohnehin nur möglich, wenn es gesetzliche Grundlagen dafür gebe. Und mit der Feinstaubbelastung könne man es nicht begründen, „da die Feinstaubwerte in Ludwigsburg schon seit vielen Jahren eingehalten werden“. Trotzdem hat Ludwigsburg schon im vergangenen Jahr Konsequenzen gezogen. Seit Frühjahr 2019 werden Feuerwerke bei privaten Feiern nicht mehr genehmigt.

Die Grünen haben ihren Vorstoß unterdessen mit einer weiteren Mitteilung untermauert. „Blühendes Barock und Schlossfestspiele könnten Vorreiter bei Nachhaltigkeit sein“, ist der Text überschrieben. Im Gegensatz zum Feuerwerk setze eine Licht- und Lasershow überhaupt keinen Feinstaub frei, schreibt der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Michael Vierling. Und Feinstaub sei für viele Erkrankungen mitverantwortlich. Zudem enthielten die Reste der Feuerwerkskörper Chemikalien, die durch Regen und Schmelzwasser weggespült werden und im Boden oder Flüssen enden.

Und Vierling weiter: „Öffentliche Einrichtungen wie das Blühende Barock und die Ludwigsburger Schlossfestspiele, in denen Stadt und Land Mitsprache haben, könnten Vorreiter und Beispielgeber in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden und durch gelungene Licht- und Lasershows Appetit auf diese Alternative auch in der Silvesternacht machen.“

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