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Öffnungszeiten werden angepasst

Die Temperatur steigt, die Ferien nahen: In den Freibädern dürfte es in den kommenden Wochen voller werden. Auch um Familien mehr entgegenzukommen, wird das Besigheimer Mineral-Parkfreibad von August an seine Badezeiten ändern. Davon profitieren auch die Frühschwimmer – für sie wird es nämlich günstiger.

Im Sommer suchen viele Abkühlung im Wasser.
Im Sommer suchen viele Abkühlung im Wasser.

Besigheim. In diesem Sommer ist alles anders. Spontan an der Freibadkasse ein Ticket holen, ist wegen Corona und der damit einhergehenden Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen nicht möglich. Ausgetüftelte Konzepte inklusive Online-Ticketverkauf müssen her, wenn Kommunen oder Privatbetreiber ein Freibad öffnen wollen. In Besigheim hatten sich Stadtverwaltung und Gemeinderat auf ein Drei-Schicht-Modell verständigt, das Schwimmen von 8 bis 11 Uhr, 12 bis 15 Uhr und 16 bis 19 Uhr vorsieht (wir berichteten). Die Eintrittspreise wurden von 5,20 auf 4,50 Euro gesenkt. Ende Juni war das Mineral-Parkfreibad in die verspätete Saison gestartet – und jetzt wird nachgebessert.

Der Gemeinderat hatte sich am Dienstagabend bei seiner Sitzung mit den Öffnungszeiten befasst. Und das lag nicht an der Anmerkung einer Besigheimerin, die eingangs in der Bürgerfragestunde wissen wollte, ob die drei Drei-Stunden-Schichten nicht anders aufgeteilt werden könnten: „Viele Leute sagen, die drei Stunden sind ein bisschen knapp für die 4,50 Euro Eintritt.“ Ob die Stadtverwaltung nicht in den Sommerferien zwei Schichten von 8 bis 13 und von 14 bis 18/19 Uhr anbieten könnte? Bürgermeister Steffen Bühler erwiderte, dass sich das Gremium später in der Sitzung mit dem Thema befassen werde. Denn nicht nur, dass die SPD-Fraktion einen Antrag eingereicht hatte, dass ein Zwei-Schicht-Betrieb geprüft werden sollte. Auch die Stadtverwaltung hatte sich intern bereits mit den Öffnungszeiten befasst – und präsentierte dem Gremium dann später am Abend zwei mögliche Varianten.

Die recht überschaubaren Gästezahlen zwischen 8 und 11 Uhr bewogen die SPD-Fraktion zu ihrem Antrag. Da zu dieser Zeit nicht so viel los sei, regten Christian Herbst und Marcel Kühnle an, die Badezeiten familienfreundlicher zu gestalten – von 9 bis 13.30 Uhr und von 14.30 bis 19 Uhr. Auch für die Stadtverwaltung spielte die Familienfreundlichkeit bei ihren Überlegungen eine Rolle. „Wir haben uns Gedanken gemacht, wie man noch optimieren kann“, sagte Kämmerer Roland Hauber. Er stimmte den Eindrücken der SPD zu, dass morgens nicht so viel Betrieb sei und untermauerte das mit Zahlen. So kommen derzeit in der ersten Schicht durchschnittlich 37 Gäste, in der zweiten Schicht 77 und 122 Schwimmer in der letzten Schicht. Nach dem Hygienekonzept sind jeweils bis zu 316 Badegäste erlaubt. Allerdings, so sagte Hauber, sei das Wetter in den letzten Wochen durchwachsen gewesen. Das vergangene Wochenende, als viel los war, sei nicht in die Statistik eingeflossen. Zum Vorschlag der SPD sagte Hauber: „Wir möchten da noch einen draufsetzen.“ Nämlich nicht nur zwei, sondern wie bisher drei Schichten – allerdings anders getaktet. Für Frühschwimmer sollte von 7.30 bis 9 Uhr geöffnet werden, hier wäre nur der ermäßigte Eintrittspreis von 2 Euro zu zahlen. Dann gibt es von 9.30 bis 14 Uhr und von 14.30 bis 19 Uhr zwei Viereinhalb-Stunden-Schichten. Dafür müssten Erwachsene allerdings den regulären Ticketpreis von 5,20 Euro zahlen, ermäßigt 2 Euro. Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass eine halbe Stunde ausreichend sei, um das Freibad zwischen den Schichten zu reinigen beziehungsweise zu desinfizieren.

Eine andere Variante sah noch eine Spätschwimmer-Schicht vor (18.30 bis 19.30 Uhr). Dafür hätte allerdings unter anderem die dritte Schicht gekürzt werden müssen. Die Verwaltung favorisierte das Drei-Schicht-Modell. Das tat auch der Gemeinderat, der fraktionsübergreifend Lob verteilte für die Änderung der Öffnungszeiten. „Ich finde den Vorschlag gut“, sagte BMU-Fraktionsvorsitzender Helmut Fischer – und auch, dass flexibel auf die bereits gemachten Erfahrungen reagiert werde. Fraktionskollegin Dr. Anne Posthoff schloss sich dem an. Zumal sie meint, dass es der Gastronomie im Bad guttue, wenn die Leute länger verweilen könnten.

„Das, was Sie vorschlagen, hätten wir gar nicht zu träumen gewagt“, sagte Marcel Kühnle. Mit den zwei Viereinhalb-Stunden-Schichten könne man fast von einem normalen Badebetrieb sprechen. CDU-Fraktionsvorsitzender Achim Schober hatte nichts gegen die Optimierung, wollte aber wissen, ob dann mehr Personal gebraucht werde. Schließlich werde morgens eine halbe Stunde früher aufgemacht. Das verneinte Roland Hauber.

Walter Zeyhle (FWV) sprach sich ebenfalls für die neuen Öffnungszeiten aus. Er fragte aber nach, ob die neue Schichteinteilung problematisch für das Personal sei. Hauber meinte, es sei klar, dass ein neuer Schichtplan hermüsse – „wir gehen davon aus, dass das machbar ist“. Er bekannte aber auch, dass das Sisyphusarbeit für Betriebsleiter Thilo Zorn bedeute. Dieser war ebenfalls bei der Gemeinderatssitzung anwesend und sagte, man habe damals, als beschlossen wurde, das Freibad 2020 zu öffnen, eine Woche Zeit gehabt, um das Personal einzuteilen. „Lange Rede, kurzer Sinn: Ich kriege das irgendwie hin.“ Jetzt hat er zudem etwas länger Zeit: Bedingt durch das Online-Ticketsystem kann erst am 1. August mit den neuen Betriebszeiten gestartet werden.

Doch schon jetzt gibt es Änderungen im Bad: Sand- und Matschbereich sowie Volley- und Fußballfeld werden geöffnet.

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