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Öl auf Neckar löst Großeinsatz aus

Zu einem Großeinsatz mit 60 Einsatzkräften und 14 Fahrzeugen der Feuerwehr ist es gestern Nachmittag auf dem Neckar zwischen Freiberg und Pleidelsheim gekommen, weil aus einem Schiff Öl ausgetreten ist.

Draufsicht aus Feuerwehrdrohne: oben eine der drei Ölsperren. Das rechte Bild zeigt das belgische Frachtschiff „La Fosca“. Fotos: Alfred Drossel
Draufsicht aus Feuerwehrdrohne: oben eine der drei Ölsperren. Das rechte Bild zeigt das belgische Frachtschiff „La Fosca“. Foto: Alfred Drossel
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Foto: Alfred Drossel

Freiberg/Pleidelsheim. Um 13.30 Uhr wurde auf dem Neckar, auf Höhe des Freiberger Industriegebiets „Neckar“ Ölalarm ausgelöst. Auf dem Fluss trieb ein 50 mal 50 Meter großer regenbogenfarbiger Ölfilm. Ein Öl-und Kraftstoffgeruch lag am Neckar in der Luft.

Das Öl ist, wie die Wasserschutzpolizei später ermittelt hat, aus dem Bugstrahlraum des belgischen Binnenfrachters „La Fosca“ ausgetreten.

Das 74 Jahre alte, 86 Meter lange Schiff verfügt über eine Querstrahlsteueranlage am Bug, die unterhalb der Wasserlinie quer zur eigentlichen Fahrtrichtung eingebaut ist, und es dem Schiff ermöglicht, den Wendekreis zu verkleinern. Warum das Öl ausgelaufen ist, konnte bisher nicht geklärt werden. Die Polizei hat dem Schiffsführer bis zur Klärung des Vorfalls die Weiterfahrt untersagt.

Mit Feuerwehrbooten aus Freiberg und Benningen wurde zunächst eine Notsperre auf das Wasser um das Schiff gelegt, die später, kurz vor der Stauanlage an der Abzweigung des Alt-

neckars, durch die kreiseigene große Ölsperre ergänzt wurde. Der Neckar ist an dieser Stelle fast hundert Meter breit.

In Pleidelsheim wurde eine weitere Not-Ölsperre durch die Wehr aus Pleidelsheim und

später die große Ölsperre der Besigheimer Wehr auf Höhe des dortigen Industriegebiets in den Neckarkanal gelegt.

Dank der Luftaufnahmen der Feuerwehrdrohne aus Walheim konnte der Ölteppich genau lokalisiert und dessen Abtrieb beobachtet werden.

Ebenfalls aus Walheim kam das Spezialgerät Skimmer. „Durch den Einsatz dieses Gerätes konnte auf das aufwendige Ausbringen von Ölbinder auf das Wasser verzichtet werden“, stellt der Einsatzleiter, der Freiberger Kommandant Thomas Jetter, fest.

Der Skimmer hat eine Walze, an dem das Öl kleben bleibt. Der Schlauch treibt an der Oberfläche und entfernt so aufschwimmende Öle und Fette mittels eines Mitnehmers.

Dieser sammelt das Öl oder Fett von der Oberfläche und wird durch Abstreifer im Gerät gereinigt. Das entfernte Öl oder Fett wird dann in einem separaten Behälter gesammelt. Das Neckar- Wehr wurde etwas geöffnet, um eine Strömung im Fluss herzustellen, damit im Oberwasser der Sog das Öl ins sogenannte Auge der Ölsperre schwemmt.

Im Einsatz war auch die Spezialeinheit Gefahrgut aus Asperg, neben den Wehren aus Benningen, Freiberg, Ludwigsburg, Walheim, Pleidelsheim und Besigheim mit zusammen 58 Kräften und 14 Fahrzeugen sowie drei Booten. Der Einsatz dauerte bis in die Dunkelheit hinein. Der Einsatz sei der größte seit Jahren auf dem Neckar bei Freiberg gewesen, stellt der Freiberger Kommandant Thomas Jetter fest.

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