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Offene Kirchen und Livestreams

Zwischen Gottesdiensten mit Besuchern in der Kirche und Übertragung im Livestream: Corona verändert religiöse Veranstaltungen.

Besucher dürfen an Gottesdiensten nur noch teilnehmen, wenn sie eine medizinische Maske tragen. Foto: Adam Ján Figeľ/stock.adobe.com
Besucher dürfen an Gottesdiensten nur noch teilnehmen, wenn sie eine medizinische Maske tragen. Foto: Adam Ján Figeľ/stock.adobe.com

Kreis Ludwigsburg. In den drei großen Gotteshäusern der evangelischen Kirchengemeinde in Bietigheim – Paulus-, Friedens- und Stadtkirche – finden jeden Sonntag Gottesdienste mit Besuchern statt, die auch beim Ordnungsamt gemeldet werden, erklärt Bernhard Ritter, geschäftsführender Pfarrer der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Bietigheim. Die Kirchenbesucher müssen sich in Bietigheim nicht anmelden, Name und Telefonnummer werden notiert und vier Wochen lang aufbewahrt. Auf der Internetseite und im Newsletter wurden die Gläubigen darüber informiert, dass sie medizinische Masken im Gottesdienst tragen müssen. Dass diese Vorgabe eingehalten werde, darauf achte ein Ordnungsdienst, sagt eine Mitarbeiterin des Pfarrbüros. „Zur Not können wir auch mit medizinischen Masken aushelfen.“ Die Bietigheimer Gottesdienste werden nicht ins Netz gestellt, der Livestream am Heiligen Abend war eine Ausnahme. Gruppenangebote vor Ort finden derzeit nicht statt – mit Ausnahme von therapeutischen Angeboten, wie die Rehagruppe oder das Kontaktstüble.

In Pleidelsheim werden seit März die Gottesdienste im Livestream übertragen – anfangs noch mit Besuchern in der Mauritiuskirche. Das hat sich mit den verschärften Coronaregeln und der stark limitierten Anzahl an Gläubigen, die – unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes – in die Kirche kommen durften, geändert. Stattdessen können sich die Gläubigen die Gottesdienste live und online über Youtube anschauen und sich auch interaktiv am Gottesdienst beteiligen, erklärt Pfarrerin Tabea Hartmann, die sich mit ihrem Mann Samuel die Pfarrstelle in Pleidelsheim teilt. „Das wird sehr gut angenommen“, freut sie sich. Die Kirchengemeinde stellt die Gottesdienste über ihren Audioservice auch Menschen zur Verfügung, die keinen Zugang zum Internet haben. Zwischen 30 und 60 Sticks verteile Kirchengemeinderätin Barbara Failmezger jede Woche an einen festen Stamm von Gottesdienst-Zuhörern. Die Sticks werden dann wieder eingesammelt oder abgeholt und neu bespielt, erklärt Tabea Hartmann, die sich freut, dass in Pleidelsheim ein festes Team die Gottesdienst-Übertragungen „bestmöglich schafft“ – von der Technik („Tobias und Denis Gleiter machen das hammergut“) über die Liturgie bis zur musikalischen Gestaltung („Schlagzeug und Piano sind immer dabei“).

Die katholischen Kirchengemeinderäte von Freiberg und Pleidelsheim-Ingersheim haben in einer Dringlichkeitssitzung kurz vor Weihnachten „nach intensivem Austausch und Beratung der aktuellen Situation“ beschlossen, dass bis zum Ende des Lockdowns, also bis voraussichtlich 14. Februar, keine Gottesdienste in den Kirchen gefeiert werden, so Pastoralreferent Joachim Pierro. Die Gläubigen hätten „größtenteils mit Verständnis“ reagiert, sagt Pierro, es habe aber auch Kritik gegeben. Kirche finde trotzdem statt – allerdings auf eine andere Art. Die Gotteshäuser der Seelsorgeeinheit bleiben für das persönliche Gebet geöffnet und für jeden Sonntag liege eine Andacht zum Mitnehmen aus.

Zu Mariae Lichtmess und zum Blasiussegen hat die Gemeinde eine Videobotschaft von Pfarrer Jens-Uwe Schwab auf die Homepage gestellt. Gestern Abend, von 18 bis 19 Uhr, waren Pfarrer, Pastoralreferent und Gemeindereferentin Miriam Hensel vor Ort, um den Blasiussegen in der Kirche zu erteilen – gemäß den Hygienevorgaben, also mit medizinischem Mundschutz und unter Einhaltung der Abstandsregeln.

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