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Oststadt: Lidl-Neubaupläne auf Zielgeraden

Am Donnerstag entscheidet der Bauausschuss über die Neubaupläne von Lidl. Dass die Stadträte dem Einzelhandelsunternehmen noch einen Strich durch die Rechnung machen, ist nicht zu erwarten. Doch die Bedenken der Anwohner sind weiterhin groß.

Auf den Weg gebracht: Der Lidl-Neubau in der Oststadt. Grafik: Lidl
Auf den Weg gebracht: Der Lidl-Neubau in der Oststadt. Foto: Lidl

Ludwigsburg. Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Hochbau und Liegenschaften (SHL) steht am Donnerstag der „Vorhabenbezogene Bebauungsplan Hindenburgstraße60“ zur Abstimmung. Dieser Plan entscheidet darüber, ob Lidl den seit Jahren geplanten Neubau an der Ecke Ost-/Hindenburgstraße verwirklichen kann.

Das Projekt ist schon lange in der Diskussion und bereits vor zwei Jahren haben Verwaltung und Gemeinderat grundsätzlich grünes Licht für den Abriss des alten und den Bau eines neuen Marktes gegeben. Der soll nicht mehr im Erdgeschoss, sondern im ersten Stock liegen und außerdem von 1000 auf 1800 Quadratmeter vergrößert werden. Auf das Dach des Bauwerks kommen Wohnungen. Im Erdgeschoss wird ein offenes Parkdeck liegen, außerdem ist eine Tiefgarage geplant.

Vor knapp einem Jahr hat sich auch der Gestaltungsbeirat zum wiederholten Mal mit dem Bauprojekt beschäftigt. Mit der von Lidl vorgeschlagenen Holzfassade sind die Architekturexperten einverstanden. Eine begrünte Fassade wie von vielen Anwohnern gefordert, wurde nicht diskutiert.

Alles spricht dafür, dass die Stadträte im SHL und nächste Woche auch im Gemeinderat grünes Licht für die Neubaupläne geben. Das bedeutet aber nicht, dass es bei den Anwohnern keine Bedenken mehr gibt. Die Liste der Kritikpunkte ist lang, wie die vielen Stellungnahmen der Anlieger zu den Bauplänen zeigen. Wir haben sie hier zusammengefasst.

Verkehr: In der Umgebung des Lidl-Marktes sind die Befürchtungen groß, dass der Verkehr durch den Neubau stark zunimmt. Eine gute Busverbindung und eine gute Anbindung an Fahrradwege ist für viele Anlieger daher sehr wichtig. Auch ein Anstieg des Lkw-Verkehrs sowie wachsende Konflikte zwischen Lastwagen, Bussen und Pkw werden befürchtet.

Die Stadtverwaltung versucht in diesem Punkt zu beschwichtigen: „Zusätzliche Verkehrsimmissionen werden nicht erwartet. Die Verkehrsmengen im Bereich des Vorhabens verändern sich minimal. Die Einhausung von Parkierungsflächen und der Lkw-Andienung wird die Verhältnisse verbessern.“

Verfahren: Kritik gibt es auch am Verfahren, das von einigen Anwohnern als intransparent bezeichnet wird. Vor allem was die Höhe des Neubaus anbelangt. Hier waren immer wieder andere Angaben im Umlauf. „Widersprüchliche Höhenangaben erwecken weiß Gott kein Vertrauen in die Stadtverwaltung“, heißt es in einer der Stellungnahmen. Und weiter: „Wir Nachbarn sind nicht generell gegen den Neubau des Gebäudes (und damit auch nicht gegen die dringend notwendigen neuen Wohnungen), sondern gegen die Art und Weise, wie hier seitens der Stadtverwaltung und auch der Firma Lidl vorgegangen wird.“

Höhe: Vor allem die Höhe des geplanten Gebäudes von 15 Metern an der Hindenburgstraße sorgt für Ärger. „Das doch recht voluminöse Gebäude fügt sich nicht in das Stadtbild ein“, lautet eine Kritik. Die Höhe könne reduziert werden, wenn die Verkaufsfläche ins Erdgeschoss kommt. Doch das hat Lidl von Anfang an abgelehnt. Im Wohnbereich auf dem Dach bräuchte es zudem Belüftungs- und Lichtkorridore ausgerichtet von Ost nach West.

Bäume: Viele Anwohner machen sich Sorgen um die Bäume, die momentan noch entlang der Parkplätze stehen. Hier verweist die Stadt darauf, dass die „Bestandsbäume so weit wie möglich erhalten werden, weitere Bestandsbäume werden verpflanzt“. Insgesamt erhöhe sich am Ende sogar die Anzahl der Bäume auf dem grundstück. Auf dem Lidl-Dach soll zwischen den Wohnungen außerdem ein grüner Innenhof entstehen.

Info: Die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Hochbau und Liegenschaften startet am morgigen Donnerstag um 17 Uhr im Großen Saal des Kulturzentrums. Lidl steht an zweiter Stelle auf der Tagesordnung.

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