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Parkchaos soll ein Ende haben

In drei Straßenbereichen in Murr werden demnächst Stellplätze markiert. Dadurch verringert sich die Zahl der Parkplätze.

Vor allem parkende Lkws in der Langen Straße stoßen Bürgern und Gemeinderäten sauer auf. Foto: Ramona Theiss
Vor allem parkende Lkws in der Langen Straße stoßen Bürgern und Gemeinderäten sauer auf. Foto: Ramona Theiss

Murr. Mit zugeparkten Straßen soll bald Schluss ein: Der Gemeinderat machte in seiner Sitzung am Dienstagabend Nägel mit Köpfen und beschloss eine Neukonzeption der Parkierung in den Bereichen „Im Langen Feld“ sowie in der östlichen Theodor-Heuss-Straße und in der Heerstraße.

Klagen aus der Bürgerschaft über die Situation in diesen Straßen hatte es in der Vergangenheit schon zuhauf gegeben. „Es wurde immer wieder gefordert, dass wir etwas unternehmen“, machte Bürgermeister Torsten Bartzsch deutlich. Deshalb hat die Gemeinde auch eine Verkehrsuntersuchung beauftragt, deren Ergebnisse jetzt vorgestellt wurden. Die beschlossenen Maßnahmen sind vor allem für diejenigen schmerzlich, die es gewohnt sind, ihr Auto oder ihren Lastwagen einfach an der Straße abzustellen. Das soll künftig nur noch in markierten Bereichen möglich sein.

Sicherheit der Radfahrer erhöhen

Die Analyse des Planungsbüros fiel dabei eindeutig aus: Es besteht Handlungsbedarf, um die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern zu erhöhen sowie um Feuerwehr und Rettungsfahrzeugen ein Durchkommen zu ermöglichen. Der Peis dafür: Es fallen Stellplätze weg.

Entlang der Straße „Im Langen Feld“ mit ihren Einkaufsmärkten und den Gewerbebetrieben sind es immerhin elf, SPD-Rat Guido Seitz wollte im Einmündungsbereich Lagauer Weg, wo es Verbesserungen für querende Fußgänger geben soll, zwei weitere Stellplätze streichen, was vom Gremium aber bei Stimmengleichheit abgelehnt wurde.

Die Konzeption sieht „Im Langen Feld“ wechselseitige Parkplätze entlang der Straße vor, um Konflikte im Begegnungsverkehr und das Ausweichen auf die Gehwege zu vermeiden. Damit soll das wilde Parken am Straßenrand mit einer Auslastung von 90 Prozent am Spätvormittag ein Ende haben. Ausgewiesen werden ausschließlich Parkplätze für Autos.

Wenn ein Lkw-Fahrer sich einen Kaffee oder etwas zu essen holen will, muss er zwei markierte Plätze nutzen und eine Parkscheibe einlegen, denn das Fahrzeug darf nur noch eine Stunde abgestellt werden. Darauf wies der Planer auf Nachfrage von Liane Sinn (Freie Wähler) hin.

Mit der neuen Regelung will die Gemeinde verhindern, dass angrenzende Betriebe die Stellplätze an der Straße nutzen, obwohl sie Parkierungsmöglichkeiten auf eigenen Flächen anbieten müssten. Aus diesem Grund wird die spürbare Reduzierung entlang der Gewerbestraße als vertretbar eingestuft. „Ich bin froh, dass wir das jetzt angehen, es gibt genügend Stellplätze im Langen Feld, wir können auf einige verzichten“, meinte Marcus Leibbrandt (Freie Wähler).

Keine Tempo-30-Zone

CDU-Rat Giorgio Monteleone wollte sogar Tempo 30 im Langen Feld, was dem Bürgermeister zufolge in einem Gewerbegebiet aber kaum möglich ist. Einzige Ausnahme: Die Tempo-30-Zone bei der Kita Itzebitz in der Gottlieb-Daimler-Straße. Ein Zebrastreifen im Langen Feld, wie von FWV-Rat Hauke Bühler angeregt, hat nach Einschätzung des Bürgermeisters kaum Aussicht auf Erfolg, dafür reichten die Fußgängerquerungen nicht aus. SPD-Rat Said Benali wollte auch mehr Fußgängersicherheit im Einmündungsbereich des Buchenweges, was im Gremium aber auf wenig Widerhall stieß.

In der östlichen Theodor-Heuss-Straße wird die Zahl der Parkmöglichkeiten von 20 auf 16 reduziert. Vor allem in den Abendstunden gibt es in dem Wohngebiet eine hohe Auslastung mit 95 Prozent, aber eben auch Konflikte, weshalb die Parkflächen nun markiert werden. In der Heerstraße nördlich der Steinäckerstraße werden Parkplätze ebenfalls wechselseitig angeordnet, hier soll es künftig statt bisher 28 nur noch 19 Stellplätze geben, was der Planer aber als vertretbar ansah, da die Auslastung laut Analyse in den Abendstunden nur etwa 68 Prozent beträgt.

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