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Pilz setzt Wengerter unter Druck

In diesem Jahr ist wegen des recht kühlen und regnerischen Wetters alles anders im Weinberg. Die Wengerter in der Region sind zwar zufrieden, blicken aber durchaus mit Sorge auf den Falschen Mehltau.

Ein prächtiger Behang: Die Reben haben jetzt vom Wachstums- auf den Reifeprozess umgeschaltet. Rechts im Bild dagegen Weinreben mit Pilzbefall. Zuerst sterben die Blätter und dann fallen die Beeren ab.Fotos: Alfred Drossel
Ein prächtiger Behang: Die Reben haben jetzt vom Wachstums- auf den Reifeprozess umgeschaltet. Rechts im Bild dagegen Weinreben mit Pilzbefall. Zuerst sterben die Blätter und dann fallen die Beeren ab. Foto: Alfred Drossel
Ein prächtiger Behang: Die Reben haben jetzt vom Wachstums- auf den Reifeprozess umgeschaltet. Rechts im Bild dagegen Weinreben mit Pilzbefall. Zuerst sterben die Blätter und dann fallen die Beeren ab.Fotos: Alfred Drossel
Ein prächtiger Behang: Die Reben haben jetzt vom Wachstums- auf den Reifeprozess umgeschaltet. Rechts im Bild dagegen Weinreben mit Pilzbefall. Zuerst sterben die Blätter und dann fallen die Beeren ab. Foto: Alfred Drossel

Besigheim/Bönnigheim/ Mundelsheim. Wegen des regnerischen Wetters im Juni und Juli und jetzt auch im August hat sich in manchen Weinbergen im Stromberg und im Neckartal der Pilz „Peronospora“, auch Falscher Mehltau genannt, ausgebreitet und stellenweise Schäden angerichtet. Sonst aber sieht es gut aus: Die Reben haben von der Wachstumsphase auf die Reifephase umgeschaltet. Die Weinlese wird voraussichtlich etwa zwei Wochen später als im Vorjahr beginnen. Die Wengerter sind recht zufrieden.

Bei „Peronospora“ handelt es sich um einen Pilz, der sich in diesem Jahr wieder stärker als in den Vorjahren ausbreitet. Frank Braun, Vorstandsmitglied der Weingärtner Stromberg-Zabergäu, sieht die Wengerter durch den Pilz deutlich unter Druck gesetzt. Allerdings, so räumt er ein, seien im Bereich Stromberg bisher keine größeren Schäden aufgetreten.

Dietrich Rembold, Vorstandsvorsitzender der Lauffener Weingärtner, zu denen auch der Käsbergkeller aus Mundelsheim gehört, berichtet dagegen von Weinbergen, die durch den Pilz Ernteeinbußen von bis zu 95 Prozent haben könnten. Der Pilz braucht viel Wasser und Feuchtigkeit, um aktiv zu werden. Das Wetter der vergangenen Wochen war also ideal für ihn. Er befällt hauptsächlich die Blätter, aber auch junge Weinbeeren – diese trocknen dann ein und fallen ab.

Für Sebastian Häußer von der Besigheimer Felsengartenkellerei spielen neben dem Pilzbefall auch Frostschäden eine Rolle bei der Traubenqualität. Vor allem in den Weinbergen mit Lembergertrauben und Chardonnay sei dies der Fall. „Wir haben unsere Werkstatt unter freiem Himmel“, sagt Sebastian Häußer und es sei in diesem Jahr alles anders. Der Reifeprozess der Trauben habe später eingesetzt. „Wir liegen jetzt etwa zehn Tage später als im Vorjahr.“ Das sei nicht schlecht, weil dadurch Weine mit mehr Aroma zu erwarten seien. Häußer rechnet mit einem durchschnittlichen Ertrag, aber auch mit einem Mehraufwand im Weinberg und im Keller. Durch den Pilz müsse auf jeden Fall bei der Lese stärker selektiert werden.

„Am liebsten hätten wir grüne Blätter und blaue Trauben“, sagt Dietrich Rembold. Im Reifeprozess gehe die Qualität des Weinjahrgangs auf die Zielgerade und gleichzeitig in den Wettlauf zwischen Mostgewicht und Fäulnis. Während der Wasserhaushalt im Weinberg gut sei, müsse jetzt die Sonne scheinen und die Temperaturen müssten steigen. Mit Wassermangel und Trockenheit gebe es in diesem Jahr wohl keine Probleme. Aber der Pilzbefall könnte sich noch zu einem größeren Problem auswachsen. In den Weinbergen enden nächste Woche die Maßnahmen zum Pflanzenschutz. Der Falsche Mehltau kann sich weiter entwickeln.

Frank Braun sieht es gelassen: „Bisher läuft alles gut im Weinberg und das Ergebnis kann sich sehen lassen.“ Die Tendenz zu einer immer früheren Rebblüte und Weinlese wird sich in diesem Jahr nicht fortsetzen. „In der ersten Maiwoche mit Nachttemperaturen zwischen 0 und 5 Grad sind wir im Vergleich zum langjährigen Mittel hinten dran“, sagt Sebastian Häußer. Die Natur gleiche manches aus, doch diesmal werde es schwer sein, das wieder aufzuholen.

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