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Pkw-Zahl im Kreis auf Höchststand

Die Auto-Neuzulassungen im Landkreis Ludwigsburg und auch in der Region Stuttgart legen wieder zu. Zum Ende des ersten Halbjahrs wurde beim Pkw-Bestand ein neuer Höchststand von 1,666 Millionen erreicht.

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Kreis Ludwigsburg. Stuttgart/Ludwigsburg. Zwei Zahlen, die das Herz der Autohändler und Werkstattinhaber freuen: 1,666 Millionen Pkw in der Region Stuttgart sind zum Ende des ersten Halbjahres neuer Höchststand im Bestand. Und darin sind 67356 Pkw-Neuzulassungen, „fast 4700 mehr als 2020“, sagt Obermeister Torsten Treiber von der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart. Es gibt jedoch auch ein Aber: „Wir vergleichen hier Coronajahre und die sind nicht normal“, sagt Innungsgeschäftsführer Christian Reher. „Verglichen mit 2019 liegen wir bei den Neuzulassungen um über 32000 Pkw hinten. Dazu fehlen noch rund 14000 Gebrauchtwagen.“

„Der Mensch verzichtet nicht aufs Auto, er fährt sein Auto einfach länger“, zieht Reiner Äckerle, Autohausinhaber in Korb und Pressesprecher der Kraftfahrzeuginnung, seine Schlüsse. Und demnächst auch in den Urlaub: „Zwei Drittel aller Urlaubsfahrten werden mit dem Auto abgewickelt“, hat das baden-württembergische Verkehrsministerium gemeldet. „Das heißt, rund eine Million Autos aus der Region sind demnächst auf Achse und darunter sind 16000 E-Autos“, sagt Obermeister Torsten Treiber. Die Daheimbleibenden mitgerechnet, hat diese Zahl einen neuen Rekord erreicht. Exakt 24402 E-Autos waren Ende Juni laut Zulassungsstellen in der Region registriert. Im Kreis Ludwigsburg waren es 4246 E-Autos plus 331875 Pkw mit anderen Antriebsarten.

Ein Blick auf die Zulassungsentwicklung im Kreis Ludwigsburg zeigt: Die Zahl der neu zugelassenen Pkw lag im Juni bei 1611. Davon sind 218 Elektro-Pkw, 291 Plug-in-Hybride, 226 Vollhybride, 325 Diesel und 551 Autos mit Benzinmotoren oder anderen Treibstoffarten, wie Flüssiggas- und Erdgasmotoren. Dazu kommen noch 4122 gebrauchte Pkw: Diesel sind davon 909, bleiben 3213 andere. Vor einem Jahr hatte die Zahl der Pkw-Neuzulassungen mit 1370 um 241 oder 17,6 Prozent niedriger gelegen. Bei den Besitzumschreibungen waren es mit 3973 Pkw 149 oder 3,8 Prozent weniger. „Diese Entwicklung ist zu verkraften“, kommentiert Markus Klein, der Kreisvorsitzende der Innung, „obwohl wir uns natürlich Vor-Corona-Verhältnisse wie 2019 zurückwünschen.“ Denn in der Halbzeitbilanz stehen im Kreis Ludwigsburg jetzt 9500 Pkw-Neuzulassungen (2020: 8302; 2019: 14017). Und 21265 Besitzumschreibungen (2020: 19651; 2019: 24093): „Insgesamt sieht es so aus, dass die Nachfrage nach Autos wieder anzieht“, sagt Markus Klein. Allerdings spielen nach wie vor außer Corona noch andere Faktoren bei der Entwicklung der Zulassungszahlen mit: „Erstens verzögern sich die Zulassungen immer wieder mal in einem für die Autobetriebe kritischen Maß“, sagt Innungsgeschäftsführer Christian Reher. „Zweitens gibt es Lieferzeiten, einerseits wegen Chipmangels, andererseits bei den Elektroautos wegen der durch die Innovationsprämie geschaffenen Nachfrage.“

Der Pkw-Bestand liegt jetzt im Kreis Ludwigsburg bei 336121 Pkw, meldet die Zulassungsstelle. Von denen sind rund 332000 Verbrenner (inklusive Hybride). Nicht ganz 84000 sind davon Diesel (minus 4,6 Prozent zu 2020). Rund 4300 sind Elektroautos (plus 118,0 Prozent zu 2020).

Die privaten Pkw haben in den nächsten Wochen auf den Straßen wieder Hochkonjunktur: „Bislang setzen in Baden-Württemberg fast zwei Drittel aller Urlaubsreisenden bei der Anreise auf den privaten Pkw, nur ein kleinerer Teil reist im Urlaub mit Bus und Bahn“, teilten Verkehrsminister Winfried Hermann und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut unlängst mit. Deshalb warben sie für Fahrten mit Bus und Bahn. „Aber ob das für die 372000 Haushalte in der Region mit drei, vier und mehr Familienmitgliedern eine Alternative ist, wage ich zu bezweifeln. Die werden ihre Familienkutschen zu schätzen wissen“, meint Obermeister Torsten Treiber.

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