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Plädoyer für mehr Bürgerbeteiligung

Andreas Freund will Chef im Marbacher Rathaus werden.Foto: privat
Andreas Freund will Chef im Marbacher Rathaus werden.Foto: privat
Der 42-jährige Andreas Freund will Bürgermeister werden – In der Innenstadt hält er mehr Parkplätze für nötig

Marbach. Bürgermeisterkandidaten, die sich in ihren Aussagen und Ansichten grundlegend unterscheiden, machen es den Wählern in der Regel leichter, ihren Favoriten zu finden. Diesen Gefallen tun Tobias Möhle und Andreas Freund den Marbachern zumindest in einem Punkt nicht: Beide Bewerber erklären klipp und klar, dass nur der Bürgermeisterposten in Marbach für sie in Frage kommt.

Die Schillerstadt, sagt der 42-jährige Andreas Freund, der mit seiner Familie in Affalterbach lebt, sei ihm in den vergangenen Jahren mehr und mehr ans Herz gewachsen und zum Lebensmittelpunkt geworden: Die beiden zehn und elf Jahre alten Kinder besuchen hier die Schule, er und seine Frau Kerstin haben vor drei Jahren ein Haus in der Altstadt gekauft und renoviert und bieten nun zwei Ferienwohnungen an. Außerdem betreibt das Ehepaar einen E-Bike- und E-Roller-Verleih, Kerstin Freund in den gleichen Räumen in der Bärengasse eine christliche Bücherei. Und nun auch noch Bürgermeister?

Marbach „ist eine supertolle Stadt“, findet der 42-Jährige, der aber auch glaubt, dass noch nicht das ganze Potenzial ausgeschöpft sei. Die Altstadt mit ihrem Charme, die Kultur mit den Museen auf der Schillerhöhe, die große Zahl Ehrenamtlicher, „die hier viel auf die Beine gestellt haben“ – das stimme ihn zuversichtlich, noch mehr erreichen zu können.

Für verbesserungswürdig hält Freund die Parksituation in der Innenstadt, die aus seiner Sicht zu viele Kunden vergrault. Als schnelle Lösung schwebt ihm vor, einen Parkplatz am Neckar auszuweisen und die Menschen mit Shuttlebussen in die Innenstadt zu bringen. Denn ohne Laufkundschaft sei es auch für die Händler schwierig, zu überleben – zumal ab dem Spätsommer mit dem Beginn der Sanierung der Fußgängerzone eine zweijährige Baustelle droht. Beim Blick auf die Sanierung, für die der Gemeinderat noch vor Weihnachten den Baubeschluss gefasst hat, sieht der 42-Jährige auch Defizite. In seinen Gesprächen mit Bürgern sei zum Beispiel die geplante Versetzung des Marktbrunnens als Geldverschwendung kritisiert worden; auch sei Enttäuschung darüber zu spüren, dass viele in der Bürgerbeteiligung formulierte Ideen nicht berücksichtigt worden seien. Die Bürger will Freund ohnehin stärker einbinden, „nur mit ihnen gemeinsam kann man die Stadt nach vorne bringen.“ Ein Thema für einen Workshop könne beispielsweise die Parkplatznot im Hörnle sein.

Als ein für die Bürger wichtiges kommunalpolitisches Thema hat der Betriebsrat im Sindelfinger Mercedes-Werk die Zukunft des Hallenbads ausgemacht, das ja bekanntlich mittelfristig der Erweiterung des Deutschen Literaturarchivs weichen und im Sportpark Lauerbäumle durch einen Neubau ersetzt werden soll. Obwohl das fast 60 Jahre alte Bad eine schlechte Energiebilanz aufweise, wollten es viele Bürger erhalten wissen, nicht zuletzt der Sauna wegen.

Mit Blick auf die coronabedingten Abstandsregeln schwebt ihm zudem ein Haltestellenkonzept am Schulzentrum vor, um die große Zahl von Schülern zu entzerren; dazu beitragen könne beispielsweise eine weitere Bushaltestelle bei der Feuerwache.

Freunds Homepage ist unter www.freundfuermarbach.de freigeschaltet.