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Preis für das Büffelprojekt

Schwäbischer Heimatbund zeichnet verantwortlichen Verein mit dem Kulturlandschaftspreis aus

Zehn Tiere umfasst die kleine Wasserbüffelherde inzwischen, vier Kälber sind an der Bottwar zur Welt gekommen.Archivfoto: Andreas Becker
Zehn Tiere umfasst die kleine Wasserbüffelherde inzwischen, vier Kälber sind an der Bottwar zur Welt gekommen. Foto: Andreas Becker

Großbottwar. Wasserbüffel weiden in der Talaue der Bottwar – und tragen so dazu bei, das Schilfgras einzudämmen und die Landschaft zu erhalten. Auf dieses Projekt, das vor nunmehr zwei Jahren an den Start ging, ist inzwischen auch der Schwäbische Heimatbund aufmerksam geworden – und belohnt den zuständigen Verein für Landschaftspflege und Naturschutz durch Beweidung im Bottwartal mit einem Kulturlandschaftspreis. Die Auszeichnung ist mit 1500 Euro dotiert. „Alle Preisträger machen mit ihrem Engagement deutlich, dass die Auseinandersetzung mit den Ressourcen unserer Landschaften und deren Pflege überall im Land als generationsübergreifende Aufgaben erkannt werden“, so der Heimatbund.

„Wir freuen uns riesig, es ist eine tolle Sache, dass wir diesen Preis bekommen“, sagt der Vereinsvorsitzende Gerhard Fahr im Gespräch mit unserer Zeitung. Dass die Arbeit des Vereins nicht nur ideell, sondern auch mit einem Preisgeld gewürdigt wird, sieht er durchaus positiv: „Wir halten lebende Tiere, das ist wie ein kleiner Bauernhof und da laufen natürlich auch ständig Kosten auf.“

Im Sommer 2019 kamen sechs asiatische Büffeldamen von Überlingen am Bodensee in die Bottwaraue. Nach der Idee von Claus-Peter Hutter von der Stiftung Nature Life International sollen die Büffel mehrere Aufgaben erfüllen: Sie sollen die Fläche beweiden und unter anderem das Schilfgras fressen, das in der Talaue überhandgenommen hatte, und ihre Präsenz soll für mehr Artenvielfalt sorgen.

Eine besondere Rolle kommt dabei den Suhlen zu, die die Wasserbüffel im Schlamm schaffen, um sich abzukühlen: Darin siedeln sich Insekten an, und in den Pfützen, die die Büffel mit ihren Hufen bilden, entsteht Lebensraum für Amphibien. Mittlerweile wurden auf der Weidefläche am Radweg zwischen Klein- und Großbottwar schon Wasserfrösche und Gelbbauchunken sowie Erdkröten entdeckt.

Gerhard Fahr, der zusammen mit den Landwirten Andreas und Ulli Weigle das Projekt betreut, ist jedenfalls zufrieden: „Den Büffeln geht’s gut, sie sind gesund und finden genügend Futter. Die Feuchtigkeit in diesem Frühjahr und bis jetzt gefällt ihnen natürlich.“

Besonders freut Gerhard Fahr das anhaltende Interesse der Bevölkerung an den für hiesige Breiten doch recht exotischen Tieren: „Die Weide ist für viele Menschen ein Ausflugsziel und die Enttäuschung ist groß, wenn die Büffel gerade mal nicht zu sehen sind.“

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