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Querung für Radler soll sicherer werden

Nachdem ein 13-jähriger Radfahrer Ende Mai beim Überqueren der Landesstraße zwischen Horrheim und Sersheim tödlich verunglückt ist, hofft LKZ-Leser Dr. Hans-Peter Koller darauf, dass endlich der Übergang des Neckartalradwegs bei Freiberg entschärft wird.

Viel Verkehr und schlechte Sicht: An dieser Stelle quert der Neckartalradweg die Landesstraße zwischen Freiberg und Pleidelsheim. Foto: Holm Wolschendorf
Viel Verkehr und schlechte Sicht: An dieser Stelle quert der Neckartalradweg die Landesstraße zwischen Freiberg und Pleidelsheim. Foto: Holm Wolschendorf

Freiberg. „Es gibt mindestens zwei weitere sehr gefährliche Übergänge über die Straße, die von sehr vielen Fahrradfahrern, vor allem Familien mit Kindern, und Fußgängern überquert werden“, wendet sich Koller per E-Mail an unsere Zeitung. Beide Male ist die Landesstraße L1129 zu überqueren, die Ludwigsburg mit Freiberg und Pleidelsheim verbindet. Die eine Stelle ist in der Nähe des Skateparks Kugelberg in Ludwigsburg-Hoheneck. Deutlich frequentierter ist allerdings die zweite Stelle, wo der vielbefahrene Neckartalradweg die Landesstraße zwischen Freiberg und Pleidelsheim quert. „Ich war jedes Mal froh, wenn wir über der Straße waren, früher mit meinen Kindern heute mit meinen Enkeln“, so Koller, der für die Stelle unter anderem Hinweisschilder oder eine Verkehrsinsel fordert. Damit könnte man die Landesstraße wenigstens in zwei Etappen überqueren, meint der LKZ-Leser.

Auch der Stadt Freiberg ist die Stelle, wo die Autofahrer immerhin bis zu 70 Stundenkilometer schnell fahren dürfen, ein Dorn im Auge. Eine Entschärfung der Überquerung sei „schon jahrelang beantragt“, sagt Peter Müller, Leiter des Fachbereichs Recht und Ordnung. Auch das Landratsamt Ludwigsburg hätte sich bereits eingeschaltet und sehe Verbesserungsbedarf. Die Nachfrage unserer Zeitung wolle er zum Anlass nehmen, sich erneut beim zuständigen Regierungspräsidium Stuttgart nach dem Planungstand zu erkundigen. „Wir sehen den Bereich auch als gefährlich an, weil dort viele Autos unterwegs sind und die Geschwindigkeitsbegrenzung oft nicht eingehalten wird“, sagt Müller. Zudem sei die Sicht für die vielen Radfahrer, unter denen auch Kinder und Ungeübte seien, von beiden Straßenseiten aus nicht ideal. Zum Glück seien dort seines Wissens noch keine Unfälle passiert.

Das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart teilt auf Anfrage mit, dass es dort „bereits die Notwendigkeit einer Querungshilfe für Radfahrerinnen und Radfahrer erkannt“ hat. Aktuell würde das zuständige Baureferat verschiedene Varianten für eine sichere Querungsmöglichkeit untersuchen sowie mögliche Eingriffe in die Natur prüfen. Zu den infrage kommenden Varianten gehörten beispielsweise Mittelinseln. Maßgebend für die Gestaltung einer solchen Insel sei unter anderem das vorhandene Sichtfeld. Für den Bau der Querungshilfe seien voraussichtlich Eingriffe in die Natur nötig. Dies erfordere eine Untersuchung der betroffenen Tier- und Pflanzenarten, wofür die vorgegebenen Untersuchungszeiträume zwischen einem halben bis zu eineinhalb Jahren einzuhalten seien. „Anschließend müssen sowohl die haushaltsrechtlichen als auch die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Daher gehen wir davon aus, dass mit einem Bau frühestens ab 2023 begonnen werden kann“, teilt das RP mit.

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