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Radler rollen jetzt über neue Pflastersteine

Der Radweg an der Marbacher Straße wurde gestern nach Sanierung wieder freigegeben.

Verwaltungsmitarbeiter und Stadträte beim Ortstermin (v. li.): Gustav Bohnert (FDP), OB Dirk Schönberger, Christian Rygol, Leiter des städtischen Fachbereichs Infrastruktur, Karl Burgmaier (Grüne), Sozialdemokrat Harald Sommer (SPD) und Pressespreche
Verwaltungsmitarbeiter und Stadträte beim Ortstermin (v. li.): Gustav Bohnert (FDP), OB Dirk Schönberger, Christian Rygol, Leiter des städtischen Fachbereichs Infrastruktur, Karl Burgmaier (Grüne), Sozialdemokrat Harald Sommer (SPD) und Pressesprecher Philipp Weber. Foto: Holm Wolschendorf

Remseck. Eine unangenehme Erfahrung machten vor der Sommerpause Teilnehmer des diesjährigen Stadtradelns, als sie zwischen den Stadtteilen Hochberg und Neckarrems unterwegs waren. Denn der entlang der Marbacher und der Neckarremser Straße verlaufende Radweg erwies sich als wahre Holperpiste, da die Wurzeln der benachbarten Bäume die Asphaltschicht in die Höhe gehoben hatten.

Bald schlugen die Beschwerden im Rathaus auf. „Wir hatten den Radweg aber ohnehin schon auf der Liste, da er kaum noch befahrbar war“, sagte Christian Rygol, Leiter des städtischen Fachbereichs Infrastruktur, als die Strecke zwischen Hochberg und Neckarrems gestern nach abgeschlossener Sanierung bei einem Ortstermin von Verwaltungsmitarbeitern und Stadträten wieder freigegeben wurde. „Deshalb konnten wir auch relativ schnell reagieren.“

12 000 Euro investiert die Kommune in das Projekt. In den vergangenen zwei Wochen haben Bauarbeiter die von den Wurzeln beschädigten Passagen ausgebessert. Allerdings haben sie die schadhaften Abschnitte nicht mit Asphalt ausgebessert, sondern auf den betroffenen Stellen Pflastersteinbeläge aufgebracht. Pflastersteine seien zwar etwas teurer als Asphalt, erläuterte Rygol, dafür aber nachhaltiger und ökologischer. Denn durch die Ritzen zwischen den Pflastersteinen sickert Wasser, was den Bäume wegen der zunehmenden Trockenheit in den Sommern zugute komme.

Zudem wird das Wurzelwerk auch in Zukunft zu Hebungen des Radwegs führen. Mitarbeiter der Technischen Dienste können die schadhaften Stellen dann gezielt ausbessern, die Kommune muss keine aufwendigen Sanierungsarbeiten mehr in Auftrag geben. „Diese Lösung mit Pflastersteinen sieht man immer häufiger“, so Oberbürgermeister Dirk Schönberger. Das wird künftig wohl auch in Remseck der Fall sein.

SPD-Stadtrat Harald Sommer zeigte sich erfreut über die Sanierung - befürchtet aber, dass es aufgrund von Platzmangel und zunehmender Verbreitung von Elektrofahrrädern künftig verstärkt zu Konflikten zwischen Radlern und Fußgängern kommen wird. Zumindest auf dem Radweg zwischen Hochberg und Neckarrems gilt allerdings: „Die Verbindung ist als kombinierter Fuß- und Radweg ausgeschildert“, betonte der OB. Auf solchen Routen haben Fußgänger als schwächere Verkehrsteilnehmer grundsätzlich Vorrang, Radfahrer müssen Rücksicht nehmen und zur Not auch mal zurückstecken. „Im Ballungsraum ist der Platz knapp“, so Schönberger. „Wir können nicht beliebig viele Rad- und Fußgängerwege bauen, deshalb müssen die Leute auch Rücksicht aufeinander nehmen.“

Die anwesenden Stadträte zeigten sich grundsätzlich nicht unzufrieden mit der aktuellen Fahrradinfrastruktur in Remseck. „Ich komme überall gut hin, wo ich hin will“, meinte FDP-Chef Gustav Bohnert, der in Hochdorf wohnt und häufig in die Pedale tritt. Auch er sei nicht unzufrieden mit dem Ist-Zustand, pflichtete Grünen-Sprecher Karl Burgmaier bei. Mehr Fahrradwege brauche es nicht unbedingt, zumal der neue Radschnellweg zwischen Ludwigsburg und Waiblingen durch Remseck verlaufen soll. Allerdings gebe es im gesamten Stadtgebiet noch weitere Holperpisten. „Da muss man dranbleiben und die Radwege fortlaufend reparieren“, gab Burgmaier der Verwaltung mit auf den Weg.

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