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Räte über Generalplaner verärgert

Gemeinschaftsschule: Kosten steigen um 712 000 auf mehr als 15, 5 Millionen Euro

Wie zuvor beim Wasserschloss gehen nun auch bei der Erweiterung der Gemeinschaftsschule die Preise hoch. Foto: Alfred Drossel
Wie zuvor beim Wasserschloss gehen nun auch bei der Erweiterung der Gemeinschaftsschule die Preise hoch. Foto: Alfred Drossel

Sachsenheim. Mächtig Dampf abgelassen haben die Sachsenheimer Stadträte bei der Vorlage des aktuellen Kostenberichts zur Erweiterung der Gemeinschaftsschule. Nur mit Bauchgrimmen stimmten die Kommunalpolitiker der wiederholten überplanmäßigen Kostensteigerung um 712000 Euro zu. Jetzt kostet die Schule 15,512 Millionen Euro.

Die Kostensteigerungen beträfen Positionen aus der erneuten Bauzeitverlängerung mit der Miete für die Schulcontainer, Baustelleneinrichtung und Gerüst, erklärte Projektsteuerer Sven Seiffert. Der Ablauf sei geprägt von Verzögerungen, falschen Prognosen und zu knapp geplanten Arbeiten. Die Fertigstellung sei nun für Anfang Juni 2021 geplant.

Der Einzug der Schule in das Gebäude ist zum Schuljahresende 2020/21 vorgesehen, da wegen der anstehenden Prüfungen ein Umzug bis Mitte Juli organisatorisch nicht möglich sei. Der Abbau des Interimsgebäudes verschiebe sich dementsprechend auf August 2021.

Die Stadt prüft nun mögliche Regressansprüche, denn der zugesicherte Fertigstellungstermine zu den Osterferien 2021 wird nicht eingehalten.

Schon die vom Generalplaner versprochene Fertigstellung der Fassade zum Jahresende 2020 konnte trotz ausgesprochen guter Witterungsbedingungen im November 2020 nicht eingehalten werden. Der Generalplaner sei daraufhin aufgefordert worden, sofort die finanziellen Konsequenzen, die aus einer erneuten Bauzeitverlängerung entstehen zusammenzustellen, und zwar bis spätestens Anfang Februar.

„Diese Frist wurde nicht eingehalten“, betonte Sven Seiffert. Seit längerem werde stetig angemahnt, dass das Projekt vom Generalplaner nicht straff genug geführt werde und vor allem die Gesamtkoordination und somit der Überblick über die Situation auf der Baustelle und zu den Kosten komplett fehle.

Dies sei durch einen mehrfachen Wechsel bei den Projektbearbeitern in der Bauleitung verstärkt worden. Der Generalplaner sei aufgefordert worden, seine Aufgabe der Gesamtkoordination zu erfüllen. Dieser Missstand sei im Herbst 2020 durch den erneuten Weggang einer Projektleiterassistenz und die Krankheit des einzigen Bauleiters verstärkt worden.

Von einer Katastrophe sprach Peter Brosi (GLS). Jetzt müssten die Bauarbeiten straff zu Ende geführt werden. Hans-Günther Neumann (CDU)kritisiert die seiner Ansicht nach teilweise ungerechtfertigten Preisteigerungen. Ralf Nägele (FWV) sieht den Generalplaner als überfordert an. Durch Regressansprüche solle er sein Versagen deutlich zu spüren bekommen.

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