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Rätschen, Rivalen und eine Revanche

Janina Eisenmann ist fest entschlossen ihren Titel als Rätschenweltmeisterin zu verteidigen. Ein paar Wochen vor dem Rätschencup habe sie begonnen sich auf den Wettbewerb vorzubereiten, der im Rahmen des Gemmrigheimer Herbsts an diesem Sonntag stattfindet, berichtet die Zwölfjährige. Zum 15. Mal richtet der örtliche Musikverein den Cup aus.

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Ludwigsburg. Worauf kommt es denn an beim Rätschen? „Auf eine gute Melodie und den Rhythmus“, erklärt die junge Titelverteidigerin. Glaubt sie, sich wieder behaupten zu können? „Nein“, ruft ihre Zwillingsschwester Maya dazwischen noch ehe Janina antworten kann. Die Konkurrenz schläft nicht – und zwar nicht nur innerhalb der Familie. Auch Freundin Sophie will ihr Bestes geben.

Doch zuvor heißt es Aufstellung zum Einmarsch nehmen. Während die Jugendkapelle des Musikvereins dazu aufspielt, ziehen die Mädchen zusammen mit den erwachsenen Teilnehmern in das Festzelt ein. Zwölf Rätschen gegen ein ganzes Orchester – Letzteres wird spielend von den Wettbewerbsteilnehmern übertönt. Ohrenbetäubend ist das Schnarren der Rätschen, manch einer würde es wohl schlicht als Krach bezeichnen.

Doch ist es auf jeden Fall für die Juroren mehr. Für sie gilt es genau hinzuhören. Schließlich müssen sie die nun folgenden Darbietungen nach ihrer Musikalität und Originalität bewerten sowie den Gesamteindruck, wie die Musikvereinssprecherin Bärbel Petters erläutert. Bei den Mannschaftswettbewerben, die nach den Einzeln stattfinden, gehe zudem die Reaktion des Publikums in die Benotung ein.

Konzentriert verfolgen die Juroren die Vorführungen, notieren im Stillen ihre Wertungen. Ob Janina die Jury von sich überzeugen kann, die besetzt ist mit Vertretern aus den Bereichen Musik, Politik und Weinbau, wird sich erst später zeigen. An den Mienen von Musikvereinsdirigentin Sandra Kaltenbrunn, Ehrendirigent José Mali, dem CDU-Landtagsabgeordneten Fabian Gramling und der Grünen-Kreisverbandsvorsitzenden Lydia Kalkofen sowie dem Felsengartenkellerei-Vorstandsvorsitzenden Götz Reustle und seinem Mitarbeiter Chris-

tian Laiss jedenfalls ist keine Regung abzulesen.

Bei den Damen indes scheint die Sache klar zu sein. Die Starterin aus Gemmrigheim hat wohl gegen die übermächtige Konkurrenz aus Dürrenzimmern keine Chance. Fragt sich nur noch, welche der drei Teilnehmerinnen aus dem Brackenheimer Teilort das Rennen macht. Bei den Männern wird es ebenfalls ein Kräftemessen zwischen Gemmrigheim und Dürrenzimmern geben. Der Lokalmatador Ottmar Seiz zumindest ist Willens sich den Titel, der ihm im vergangenen Jahr von Roland Gorthner abgejagt wurde, wiederzuholen.

Info: Die Gewinner des Gemmrigheimer Rätschencups werden in unserer morgigen Ausgabe veröffentlicht.