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Rat verzichtet auf Streichkonzert

Eigentlich hatte der Gemeinderat einen Kostendeckel von 3,6 Millionen Euro für die Lichtenbergschule beschlossen. Nun werden es doch rund 4,3 Millionen Euro. „Das ist kein Luxus, sondern eine nachhaltige Sanierung“, betonte Bürgermeister Markus Kleemann.

Die Gebäude der Lichtenbergschule stammen aus den 70er Jahren. 2022 soll die Sanierung beginnen.Foto: Andreas Becker
Die Gebäude der Lichtenbergschule stammen aus den 70er Jahren. 2022 soll die Sanierung beginnen. Foto: Andreas Becker

Oberstenfeld. „Mit dem neuen Wohngebiet Bottwarwiesen wollen wir junge Familien ansprechen, die sind unsere Zukunft,“ betonte Markus Kleemann in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend und dafür brauche es auch eine attraktive Schule, in der sich die Kinder wohlfühlen. Die aus den 70er Jahren stammende Lichtenbergschule ist dringend sanierungsbedürftig. Für die nun auf 4,3 Millionen Euro geschätzten Kosten gibt es einen Zuschuss in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Dafür wird die Barrierefreiheit hergestellt, die Schule energetisch saniert und der Eingangsbereich erweitert.

An der Aula, die die Lehrer gerne als Veranstaltungsraum nutzen wollen, hatte sich vor einem Jahr in der Haushaltsberatung eine Diskussion entzündet. CDU und Freie Wähler hatten beantragt, die Kosten für die Aula in Höhe von 1,2 Millionen Euro zu streichen, den Betrag auf 3,6 Millionen Euro zu deckeln und dafür gegen die Stimmen der SPD und des Bürgermeisters auch eine Mehrheit bekommen.

Daraufhin machte sich die Verwaltung auf die Suche nach Sparpotenzial, das Ergebnis liegt nun vor. Um mehr Platz für Feste, Proben des Chors oder Elternabende zu haben – diese finden derzeit im Musiksaal im Gebäude 4 statt, das aber abgerissen werden soll – wird der Eingangsbereich erweitert, indem die Fassade versetzt wird. Um das Gebäude energetisch zu ertüchtigen, wird die Fassade nicht nur versetzt, sondern auch vom Gebäude getrennt, so dass sie hinterlüftet werden kann. Langfristig ist dies günstiger, die Fenster werden außerdem ersetzt. Offen ließ die Verwaltung derzeit noch die Frage der Heizung. Die beiden Gaskessel aus dem Jahr 1998 funktionieren noch, aufgrund des Alters werden sie aber wohl störungsanfälliger werden, so der Planer. Er untersuchte mehrere Varianten als Ersatz: Solarthermie, Wärmepumpe, Biogas, Holzzentralheizung und Kraft-Wärme-Kopplung, die er bevorzugte: Für die Wärmepumpe fehlt die Fußbodenheizung, für Biogas ist die Schule zu groß, bei den Holzpellets stellt sich die Frage der Lagerung. Die Kraft-Wärme-Kopplung sei von den Betriebskosten am günstigsten, in der Anschaffung aber teurer. Ganz war Alexander Wolf (Freie Wähler) davon allerdings nicht überzeugt: „Für die Pellets finden wir schon eine Lagermöglichkeit, irgendwann gibt es auch weniger Bücher.“ Die Entscheidung über die Heizung wurde aber ohnehin vertagt. Um barrierefrei ins Gebäude zu kommen, wird eine Rampe gebaut, außerdem wird ein Aufzug nachgerüstet, der nicht nur die zwei Geschosse, sondern auch die vier Ebenen erschließt. Im Eingangsbereich werden die Treppen und der Pflanzkübel entfernt.

Da durch neue Baugebiete mit mehr Schülern gerechnet wird, sieht man Bedarf für insgesamt acht Klassenzimmer. Um Raum für die Schulsozialarbeit zu schaffen, wird das Sekretariat etwas verkleinert. Die Klassenzimmer sind für 28 bis 29 Schüler ausgerichtet, die Lüftung wird in den Schränken eingebaut. Bei der Lüftung gebe es Einsparpotenzial, da sie nicht vorgeschrieben ist und man auch auf normales Lüften über Fenster setzen könne, so die Verwaltung, aber Ingenieur Volker Bunse riet davon ab, zu sparen: „Zum einen wegen Corona und zum anderen dient die Lüftung auch zur Wärmerückgewinnung. Auch wegen einer besseren Raumluft würde ich sie Ihnen wärmstens ans Herz legen.“ Auch Schulleiterin Ulrike Kemmer (SPD) warb für die Lüftung: „Die Lehrer und Eltern vertrauen auf den Weitblick des Gremiums. Es gibt auch nach Corona noch Viren“, sagte sie.

Da langfristig das Gebäude IV der Schule mit dem Musiksaal abgerissen werden soll, wird auch die Verbindungsbrücke abgebrochen. Sie müsste sonst brandschutztechnisch aufgerüstet werden. „Sie wird aber fleißig genutzt, auch um trockenen Fußes zur Mensa zu kommen“, merkte Andreas Fender (Freie Wähler) an. Da konnte Ulrike Kemmer (SPD) beruhigen: „.Die Brücke wird für den Weg zum Musiksaal genutzt, wenn der weg ist, hat sich das erledigt.“

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