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Regenbogenbilder sollen an Corona erinnern

Ingrid Eisenbraun vom Freiberger Stadtarchiv möchte bunte Kunstwerke von Kindern für die Nachwelt aufbewahren.

Dieses Bild eines Regenbogens hängt am Zaun des Zwergenstübles in der Marienstraße in Freiberg. Foto: Andreas Becker
Dieses Bild eines Regenbogens hängt am Zaun des Zwergenstübles in der Marienstraße in Freiberg. Foto: Andreas Becker

Freiberg. Die Coronapandemie wird weltweit Einzug in die Geschichtsbücher halten und künftig in einem Atemzug mit der Spanischen Grippe und der Pest genannt werden. Auch kommunale Archive tragen bereits Material zusammen, um diese Zeit für die Nachwelt zu dokumentieren. So wie Ingrid Eisenbraun, die das Freiberger Stadtarchiv betreut. Sie wählt dabei einen ganz besonderen Weg und rückt insbesondere Kinder in den Mittelpunkt.

„Sie sind zu Beginn der Krise aus dem Blick geraten“, sagt sie. „Es wäre außerdem schön, nicht nur Daten über Todeszahlen und Pandemiepläne zu haben.“ Sie wolle den menschlichen Faktor in den Mittelpunkt rücken. „Wir sollten den Leuten, die vielleicht in 100 oder 200 Jahren mal die Archivalien des Jahres 2020 anschauen, nicht nur Zahlen und Statistiken überliefern“, sagt Ingrid Eisenbraun.

Die Idee kam ihr, als sie nach der Arbeit das Archiv verließ und die Marienstraße entlangging. Beim Zwergenstüble, einer Betreuungseinrichtung für Kinder, sah sie ein großes gemaltes Bild mit einem Regenbogen. Vor allem zu Beginn der Pandemie malten Kinder bunte Regenbogenbilder und hängten sie an die Fenster. Ein Signal, dass hier Kinder wohnen, die wegen der Coronakrise zu Hause bleiben müssen. Für Ingrid Eisenbraun sind die künstlerischen Werke allerdings auch wertvolle Dokumente der Zeitgeschichte. Schließlich wollte sie mit den Bildern „nicht nur Panik, sondern auch Hoffnung“ im Stadtarchiv aufbewahren. Also bat sie darum, dass Kinder Digitalfotos ihrer Zeichnungen per E-Mail einsenden. Doch warum keine Originale? „Aus Platzgründen“, beantwortet Ingrid Eisenbraun die Frage. Deshalb müssten die kleinen, bunten Kunstwerke digital archiviert werden. Außerdem wollten viele Kinder ihre Regenbogenbilder selbst aufbewahren.

Die Bilder, die bislang das Stadtarchiv erreichten, zeigen unter anderem ein kleines Mädchen, das auf einem Gehweg einen Regenbogen malt. Auf einem der Kunstwerke ist ein Flugzeug zu sehen, das durch einen Regenbogen fliegt, ein weiteres zeigt einen Regenbogen mit Blumen. Wenn noch einige weitere Kunstwerke dazukommen, ist es sogar möglich, dass sie im Museum im Schlössle in einer kleinen Ausstellung gezeigt werden. Fotos von Regenbogenbildern, die Freiberger Kinder gemalt haben, können an folgende E-Mail-Adresse geschickt werden: stadtarchiv@freiberg-an.de.

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