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Riese Kalajdzic auf Rekordjagd

Flanke, Kopfball, Tor: Das klappt beim VfB Stuttgart momentan gut, weil Sosa und Kalajdzic harmonieren. Dabei dachte der VfB bereits daran, Ersatz für Kalajdzic zu verpflichten.

Kopfballstark – egal, wie tief der Ball fliegt: Sasa Kalajdzic steht derzeit bei zehn Saisontreffern. Seine Teamkollegen Waldemar Anton (hinten links) und Philipp Förster (rechts) bestaunen seinen Treffer gegen Hertha BSC vor knapp zwei Wochen. Foto:
Kopfballstark – egal, wie tief der Ball fliegt: Sasa Kalajdzic steht derzeit bei zehn Saisontreffern. Seine Teamkollegen Waldemar Anton (hinten links) und Philipp Förster (rechts) bestaunen seinen Treffer gegen Hertha BSC vor knapp zwei Wochen. Foto: Baumann

Stuttgart. Im Moment trifft Sasa Kalajdzic sogar häufiger als Bundesliga-Toptorjäger Robert Lewandowski. Der schlaksige Österreicher vom VfB Stuttgart hat nach seiner langen Leidenszeit in der vergangenen Saison derzeit einen Lauf. Fünf seiner zehn Saisontreffer erzielte der 23-Jährige in den vergangenen vier Spielen. Zuletzt sorgte er mit dem entscheidenden 1:0 beim 1. FC Köln dafür, dass der Aufsteiger nur noch wenig am Ziel Klassenverbleib zweifeln muss. Den FC Schalke 04 kann Kalajdzic im Heimspiel am Samstag dagegen noch mehr in Richtung 2. Fußball-Bundesliga schicken.

„Sasa ist ein klassischer Zentrumsstürmer, der für seine Größe eine sehr, sehr coole Beweglichkeit und ein sehr geiles Spielverständnis hat“, schwärmte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat. In jedem Fall erledigt Kalajdzic seinen Job zuverlässig – und das insbesondere deswegen, weil das Zusammenspiel mit dem gleichaltrigen Borna Sosa, der lange umstritten war, immer besser klappt. Flanke Sosa, Kopfball Kalajdzic lautete zuletzt ein Erfolgsrezept.

„Der Mann ist zwei Meter groß, wohin soll ich denn flanken, wenn nicht auf seinen Kopf?“, meinte Sosa in einem Interview des kroatischen Fußballverbandes. Dreimal führte eine Kombination der beiden zum Erfolg, auch gegen Mainz und Hertha BSC fielen so Tore. Es ist damit das erfolgreichste Zusammenspiel bei den Schwaben in dieser Saison. Beide haben ihren Anteil daran, dass der VfB 29 Punkte nach 22 Spieltagen hat. Das Duo steht für die VfB-Strategie, auf Talente zu setzen und sie zu entwickeln. Bei beiden hat das unter Trainer Pellegrino Matarazzo funktioniert.

„Borna bringt einfach geile Flanken mit Schmackes, mit sehr viel Effet, so dass ich nur noch meinen Kopf dranhalten muss“, sagte Kalajdzic. Seine Treffer sind auch eine Bewerbung um den erhofften Platz in Österreichs Nationalelf bei der EM in diesem Sommer – immerhin ist der Kopfballspezialist zweiterfolgreichster VfB-Torschütze in dieser Saison. Nur Silas Wamangituka (11) hat ebenfalls zweistellig getroffen.

Nach seinem Wechsel zum VfB im Sommer 2019 war lange nicht abzusehen, wie sehr Kalajdzic den Schwaben helfen kann. Noch vor dem Auftakt in die Zweitliga-Saison zog sich der Stürmer einen Kreuzbandriss zu, fiel monatelang aus und kam erst nach der Coronavirus-Unterbrechung doch noch mal zum Einsatz.

Der VfB spielte nach der schweren Knieverletzung gar mit dem Gedanken, den Zweitliga-Experten Simon Terodde als Torjäger zurückzuholen, entschied sich dann aber doch dagegen. „Wir sind sehr froh, dass wir auf Sasa gewartet haben“, sagte Mislintat nun: „Ich glaube, dass wir eine sehr gute Entscheidung getroffen haben, Sasas Position nicht zu killen.“

Wer weiß, wie sich sonst alles entwickelt hätte. Sollte Kalajdzic nun auch am Samstag gegen Schalke treffen, stellt er die Erfolgsserie eines Landsmanns ein: Martin Harnik war im Frühjahr 2012 in fünf Spielen nacheinander für den VfB erfolgreich.

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