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Riesen bereit für nächsten Kampf

Noch nie standen die MHP-Riesen Ludwigsburg so dicht vor dem Einzug ins Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Ein Sieg am Dienstagabend (20.30 Uhr/Sport 1) gegen Ratiopharm Ulm im Halbfinal-Rückspiel des Bundesliga-Finalturniers und das Team von Trainer John Patrick steht im Finale.

Ulms Archie Lee Goodwin (Mitte) wird von Ludwigsburgs Cameron Jackson, Thomas Wimbush und Marcos Knight gestoppt.Foto: Tilo Wiedensohler/dpa
Ulms Archie Lee Goodwin (Mitte) wird von Ludwigsburgs Cameron Jackson, Thomas Wimbush und Marcos Knight gestoppt. Foto: Tilo Wiedensohler/dpa

Basketball-Bundesliga. Ludwigsburg/München. Ob Alexander Reil am Dienstagabend im Münchner Audi Dome erscheinen wird, wusste er heute Nachmittag noch nicht. „Das mache ich spontan“, sagt der erste Vorsitzende der MHP-Riesen Ludwigsburg vor dem Viertelfinal-Rückspiel (20.30 Uhr/Sport 1) gegen Ratiopharm Ulm. Der Basketball-Bundesligist hat nach dem 71:71 im Hinspiel die Chance, beim Finalturnier mit einem Sieg ins Finale einzuziehen und damit erstmals in der Vereinsgeschichte ein Endspiel um die deutsche Meisterschaft zu erreichen.

Unschlüssig ist sich Reil, weil er beim letzten Gruppenspiel gegen Alba Berlin in der Halle war, das die Riesen mit 89:87 verloren haben. Doch auch ohne den Präsidenten der Basketball-Bundesliga (BBL) haben die Riesen zuletzt zweimal nicht gewonnen. Die knappe Rückspiel-Niederlage (73:74) im Viertelfinale gegen Bayern und das Unentschieden gegen Ulm. „Ich war in der Halle, als es um Platz 1 in der Gruppe ging. Den haben wir verpasst. Als ich nicht da war, haben wir unsere Ziele erreicht. Darum geht es“, erklärt Reil, der den Audi Dome demzufolge wohl in dieser Saison nicht mehr betreten wird.

Hukporti wieder beim Team

Einen Favoriten sieht er für das Spiel nicht: „Das ist auf Augenhöhe und da muss man sehen, wer mehr physische und mentale Stärke auf das Parkett bringen kann. Ich sehe Ulm da etwas im Vorteil, weil sie eine leichtere Viertelfinalserie hatten.“

Die Ulmer siegten schon im Hinspiel deutlich mit 101:61 gegen Frankfurt und konnten so im zweiten Duell viel Kraft sparen. Dennoch gelang auch im Rückspiel ein souveräner 96:69-Erfolg. Topscorer war in beiden Partien Ulms Dylan Osetkowski. Die Riesen mussten sich derweil unter enormem Kraftaufwand gegen Titelverteidiger FC Bayern München durchsetzen und ließen einem 87:83-Sieg ein 73:74 folgen.

Das sieht auch Trainer John Patrick so: „Alle haben Muskelkater. Wir hatten bisher im Turnier kaum einfache Spiele. Allerdings sind wir diese Belastung gewohnt und werden bereit für den nächsten Kampf sein.“

Zumindest körperlich gut erholt ist gestern Ariel Hukporti nach seinen Schulprüfungen zum Team zurückgekehrt. Ein erster Coronatest war bereits negativ, sollte auch der zweite Test dieses Ergebnis liefern, kann der 18-Jährige Center auflaufen. „Wir hoffen, dass er spielen kann, denn er würde uns helfen. Wir sind uns aber auch sicher, dass wir Ulm auch ohne ihn schlagen können“, gibt Patrick die Marschroute vor. Auch der zuletzt angeschlagene Hans Brase soll spielen können.

Ob die Kraft letztlich ausreicht, wird sich zeigen. Dass es an Leidenschaft, Selbstvertrauen und Willensstärke nicht fehlt, haben die Riesen in den bisherigen Spielen eindrucksvoll bewiesen.

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