Logo

Basketball-Bundesliga

Riesen: Patrick bleibt für Kaderbaustelle mehr Zeit

Die Coronaviruspandemie beeinflusst auch die Kaderplanung der MHP-Riesen Ludwigsburg. Weniger Arbeit hat Trainer John Patrick dadurch nicht, aber wenigstens mehr Zeit. Die Basketball-Bundesliga startet einen Monat später als üblich.

Bastelt am neuen Riesen-Kader: Trainer John Patrick.Foto: Baumann
Bastelt am neuen Riesen-Kader: Trainer John Patrick. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Eigentlich ginge es jetzt nur noch um Details. Hätte das Coronavirus die Sportwelt nicht durcheinander gebracht, würde die Kaderplanung der MHP-Riesen Ludwigsburg nun auf die Zielgerade gehen. Stattdessen gibt es noch viele Fragezeichen. „Ich habe nicht das Gefühl, dass jemand Eile verspürt. Es gibt viele Unbekannte. Wir fangen ja auch erst später an“, sagt Riesen-Trainer John Patrick.

Ludwigsburger Geschäftsmodell

Ende Juni schlossen die Riesen die Saison als Vizemeister ab. Zuvor war die Spielzeit aufgrund der Coronaviruspandemie Mitte März unterbrochen worden, als die Ludwigsburger auf Platz zwei standen. Die Hauptrunde wurde später für beendet erklärt. Zehn Teams entschieden sich dafür, die Saison in einem Finalturnier in München zu Ende zu bringen. Dabei spielten die Ludwigsburger groß auf, warfen den Titelverteidiger FC Bayern aus dem Turnier und unterlagen erst im Finale Alba Berlin. Wie oft in den vergangenen Jahren macht die starke Leistung einzelner Spieler Vertragsverlängerungen nahezu unmöglich. „Hoffnung gibt es und wir haben noch Zeit“, ist Patrick optimistisch. Die neue Saison soll erst im November beginnen. Zuvor wird ab Mitte Oktober der Pokal ausgetragen.

Doch es gehört zum Ludwigsburger Geschäftsmodell, talentierte Spieler mit einer guten Perspektive zu locken. Der Deal ist einfach: Wer in Ludwigsburg einen vielleicht nicht ganz so lukrativen Einjahresvertrag unterschreibt, hat bei guten Auftritten danach die Chance auf das ganz große Geld. Khadeen Carrington ist dabei das jüngste, aber nicht das einzige Beispiel. Der Guard unterschrieb vor wenigen Tagen einen Vertrag beim spanischen Meister und Euro-League-Team Baskonia. „Das ist ein gutes Zeichen für uns. Das macht uns zu einer guten Adresse“, erklärt Patrick.

Schon zuvor schaffte Thomas Walkup nach einem Jahr in der Barockstadt den Sprung in die Euro League (Zalgiris Kaunas), Royce O’Neale empfahl sich über die Zwischenstation Gran Canaria für die NBA und unterschrieb einen langfristigen Vertrag bei den Utah Jazz. „Natürlich wollen wir Spieler zurück, die wichtig waren“, betont Patrick. „Aber wir müssen immer beachten, dass die Spieler in ihrer Karriere nur eine begrenzte Zeit haben, um Geld zu verdienen.“ Sicher nicht mehr nach Ludwigsburg zurückkehren werden neben Carrington Kapitän Konstantin Konga, Cameron Jackson, Tanner Leissner, Hans Brase, Zamal Nixon, Ariel Hukporti und Teyvon Myers. Bei Thomas Wimbush, Nick Weiler-Babb, Jaleen Smith, Christian von Fintel und Marcos Knight dürfen die Fans noch auf einen Verbleib hoffen. Nach aktuellem Stand besteht der Kader aus Lukas Herzog, Jacob Patrick, Johannes Patrick, Jonas Wolfarth-Bottermann, Radii Caisin sowie den Neuverpflichtungen Adam Touray, Tre Demps, Barry Brown Jr.

Wie im vergangenen Jahr legen die Riesen bei den Zugängen auch dieses Mal viel wert auf den Charakter. Brown Jr. kannte Patrick über seinen ehemaligen Spieler. Unter Co-Trainer Chester Frazier spielte Brown Jr. an der Kansas State University. Auch den Weg von Demps verfolgt Patrick schon länger. Dessen Vater Dell war früher ebenfalls Profi und trainierte oft gemeinsam mit Patrick. Patrick selbst verzichtet dieses Jahr auf eine USA-Reise, vor allem weil die NBA-Summer-League nicht stattfindet. Co-Trainer Josh King befindet sich derzeit allerdings für Spielergespräche in Übersee.

Autor: