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Basketball

Riesen ringen die Hamburg Towers nieder

In einer umkämpften wie knappen Partie setzen sich die MHP-Riesen Ludwigsburg bei den Hamburg Towers im Schlussviertel ab und gewinnen am Ende mit 73:67.

Ludwigsburgs Yorman Polas Bartolo (Mitte) setzt sich gegen Zac Cuthbertson (links) und Jordan Swing durch. Foto: MSSP – Michael Schwartz
Ludwigsburgs Yorman Polas Bartolo (Mitte) setzt sich gegen Zac Cuthbertson (links) und Jordan Swing durch. Foto: MSSP – Michael Schwartz

Ludwigsburg/Hamburg. Allzu viele Gedanken wollte John Patrick vor der Partie der MHP-Riesen Ludwigsburg bei den Hamburg Towers gestern Nachmittag noch nicht daran verschwenden, wie er denn seinen in Schaltjahren auf den 29. Februar fallenden Geburtstag feiern würde. „Ich muss dieses Spiel erst überstehen“, sagte der Riesen-Trainer bereits vor der Basketball-Bundesliga-Partie, die die Riesen mit 73:67 gewannen, bei Magentasport. Womöglich hatte Patrick zu diesem Zeitpunkt bereits gewusst, was ihn in den folgenden 40 Minuten in der edel-optics.de Arena erwarten sollte: Ein kampfbetontes Spiel, das bis ins Schlussviertel auf Messers Schneide stand – zum Glück für die Riesen mit dem besseren Ende für den Ludwigsburger BBL-Spitzenreiter, der nun bei 18 Siegen aus 19 Spielen steht.

Von Beginn an war die Partie hart umkämpft und durch starke Defensivreihen geprägt. Die Towers versuchten ihr Glück in den Anfangsminuten aus der Distanz. Die ersten fünf Würfe der Norddeutschen waren Dreier, von denen immerhin zwei den Weg ins Ziel fanden. Terry Allen und T.J. Shorts brachten die Hamburger so schnell mit 6:3 in Front.

Ludwigsburg fiel dagegen durch etliche Ballverluste auf und fand kaum in den offensiven Rhythmus. Besonders Jaleen Smith tat sich besonders schwer. Der sonst so zuverlässige Guard der Riesen schenkte etliche Bälle her und traf keinen seiner vier Drei-Punkte-Würfe in der ersten Hälfte. Dank der Zähler von Jonas Wohlfarth-Bottermann und Barry Brown hielten die Riesen die Gastgeber dennoch in Schlagdistanz und gingen nur mit einem 18:20-Rückstand in den zweiten Abschnitt.

Auch in diesem dominierten die beiden giftigen Defensiv-Reihen. Bis kurz vor Viertelende lag die höchste Führung beider Teams bei jeweils vier Punkten. Erst der 19 Jahre alte Justus Hollatz, der in der Länderspielpause zum ersten deutschen Nationalspieler der Towers wurde, sorgte mit seinem Drei-Punkte-Wurf zum 37:31. Jordan Hulls mit vier Punkten in Serie und Smith mit einem artistischem Wurf aus vollem Lauf mit der Schlusssirene glichen dennoch zur Halbzeit aus (37:37).

McLean bereits eine Verstärkung

Nach der Pause setzten sich die Hamburger erneut ab. Angeführt vom quirligen Aufbauspieler Shorts, der mit 19 Punkten bester Werfer auf dem Parkett war, zogen sie auf 55:48 davon. Alleine acht Zähler brachte Shorts im dritten Viertel aufs Scoreboard. Jedoch verpassten es die Towers, weiter davonzuziehen. Stattdessen verkürzte Brown per Dreier auf 51:55.

Knapp drei Minuten dauerte es im Schlussviertel, bis der Ball erstmals den Weg in einen der beiden Körbe fand. Smith sowie Brown aus der Distanz brachten die Ludwigsburger wieder in Front (56:55). Zudem bewies Nachverpflichtung Jamel McLean, dass er eine echte Verstärkung für die Gelb-Schwarzen sein kann. In seinem ersten Spiel seit einem Jahr bewies der US-amerikanische Center mit starker Physis und enormer Athletik, wie er sein neues Team bereichern kann und kam auf sieben Punkte und fünf Rebounds. „Das war ein hartes Spiel“, sagte McLean nach seiner BBL-Rückkehr.

Für die Vorentscheidung sorgten aber andere Spieler seines neuen Teams: Jordan Hulls mit sechs Punkten am Stück ließ das Spiel in Richtung der Riesen kippen. Nun war auch das Glück auf deren Seite: Ein Dreier von Lukas Herzog fand über den Ring und das Brett den Weg durch die Reuse zum 69:56 bei nur noch dreieinhalb Minuten auf der Uhr. „Sie sind ein klasse Defensiv-Team und haben es uns schwer gemacht, im vierten Viertel in unseren Rhythmus zu finden“, monierte Shorts später. Lediglich auf zwölf Punkte kamen die Towers im letzten Abschnitt.

Zwar kamen sie dennoch auf 65:71 heran, Smiths schwieriger Wurf zum 73:65 machte allerdings 40 Sekunden vor Spielende den Sack zu – und lieferte Coach Patrick einen weiteren Grund zum Feiern. Er werde im Mannschaftsbus vielleicht ein Weizenbier trinken, hatte der nun 53-Jährige vor der Partie angekündigt.

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