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Roboter aus Freiberg auf Titeljagd

Äußerst erfolgreich sind die Teilnehmer der Robotik-Mint-AG von der Oscar-Paret-Schule. Foto: Holm Wolschendorf
Äußerst erfolgreich sind die Teilnehmer der Robotik-Mint-AG von der Oscar-Paret-Schule. Foto: Holm Wolschendorf
Grandioser Erfolg für die Robotik-Mint-AG der Oscar-Paret-Schule (OPS) in Freiberg. Gleich drei Teams qualifizierten sich für die VEX Robotics-Weltmeisterschaft, die vom 8. bis 10. Mai in Dallas (USA) stattfindet. Dort treffen 800 Teams von Schulen aus aller Welt in verschiedenen Wettbewerben aufeinander.

Freiberg. Bert Göttlicher, der die Robotik-Mint-AG an der OPS leitet, ist ordentlich stolz auf seine Schüler. „Ich war überrascht und bin ganz schön happy“, sagt der Lehrer für Naturwissenschaft und Technik, Sport und Informatik im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn als wären die Schüler der AG nicht schon erfolgreich genug, haben sich fünf Teams auch noch in zwei verschiedenen Robotik-Wettbewerben für das Deutschlandfinale am 19. und 20. Mai in Hamburg qualifiziert. Diese Erfolge sind umso höher zu bewerten, als die AG erst zum Schuljahr 2016/17 für Schüler ab der sechsten Klasse gegründet wurde. Und: Seit gerade mal vier Jahren befassen sich die AG-Teilnehmer ab der Klassenstufe sieben mit dem Bau sowie dem Programmieren von Robotern mit zwei verschiedenen VEX-Systemen.

Zehn Mädchen und neun Jungs in der AG

Einmal pro Woche treffen sich die 19 Schüler – zehn Mädchen und neun Jungs – für drei Schulstunden, um die verschiedenen Wettkampfroboter zu planen, zusammenzubauen und zu programmieren. Doch die Zeit reicht ihnen bei weitem nicht aus. „Wir sind stets deutlich länger in der Schule“, sagt Göttlicher. Zudem kommen die Schüler gerne auch in Hohlstunden auf ihn zu, um weiter an ihren Robotern basteln zu können.

Die müssen schließlich einiges können, um wettbewerbsfähig zu sein. Beispiel gefällig? In der Disziplin „Pitching in“ ist es laut Bert Göttlicher das Ziel, während eines 60 Sekunden dauernden Matches so viele Punkte wie möglich zu erreichen, indem man gelbe Bälle in Tore schießt, Korridore abräumt und am Ende den Roboter auf eine Halterung hängt. Dabei unterscheide man innerhalb des Wettbewerbs in zwei Spielkategorien. „Bei der sogenannten Teamwork Challenge versuchen zwei Teams gemeinsam, mit ihren ferngesteuerten Robotern in 60 Sekunden die gestellte Aufgabe bestmöglich zu lösen“, erklärt Göttlicher weiter. Bei der Robot Skills Challenge versuche jedes Team einzeln, mit seinem Roboter abwechselnd in jeweils 60 Sekunden einmal ferngesteuert und einmal autonom fahrend so viele Punkte wie möglich zu sammeln.

Lehrer greift selten ein

Und wenn die Roboter nicht so wollen wie geplant, greift der Lehrer nur selten ein. „Ich kann beratend helfen und auch mal auf ein Problem aufmerksam machen“, sagt Göttlicher. Doch der Rest geschehe auf Eigeninitiative der Schüler. „Sie erarbeiten es sich selbst, wie sie die Roboter besser machen können.“

Arbeitsgemeinschaften von 34 Schulen haben um die vier Startplätze gekämpft, die Deutschland für die Weltmeisterschaft in den USA zustehen. Gleich drei davon gingen an die Teams der OPS. Den vierten Startplatz gab es für das Team des Ökumenischen Gymnasium zu Bremen. Zwölf Schüler und zwei Lehrkräfte der OPS werden sich also im Mai auf den Weg nach Dallas machen, um sich mit der internationalen Konkurrenz zu messen. Ein teurer Spaß, schließlich werden laut Göttlicher 20000 bis 30000 Euro für Flüge, Unterkünfte, Anmeldung zum Wettbewerb und Versicherung benötigt. Deshalb hat er sich auf die Suche nach Unterstützern gemacht – und wurde fündig. So gab es aus den Reihen des Lions Clubs Ludwigsburg-Favorite eine Zuwendung von 4000 Euro. Darüber hinaus sieht es laut dem engagierten Lehrer „gut aus, dass wir das Geld zusammenbekommen“. Schließlich sei es das Ziel, dass die Eltern so wenig wie möglich aus eigener Tasche beisteuern müssen.

Bis es endlich losgeht, hoffen alle, dass weder die Coronapandemie noch der Krieg in der Ukraine dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung macht. Schließlich sollen die Teilnehmer der AG für ihre Mühen und Anstrengungen mit der Reise in die USA belohnt werden. Und wie lautet das erklärte Wettbewerbsziel? „Wir wollen so gut wie möglich abschneiden, aber hauptsächlich Erfahrung sammeln“, sagt Göttlicher.