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Rohr unter A81 gegen Überflutung

Weil in Kallenberg immer wieder Wasser aus der Kanalisation übertritt, soll ein Anschluss an das Regenrückhaltebecken im Münchinger Gewerbegebiet her.

Der neue Kanal (rot) soll vom Rückhaltebecken in den Lingwiesen auf dem kürzesten Weg unter der A 81 und ebenso direkt nach Kallenberg geführt werden. Foto/Illustration: Kuhnle/Csulits
Der neue Kanal (rot) soll vom Rückhaltebecken in den Lingwiesen auf dem kürzesten Weg unter der A 81 und ebenso direkt nach Kallenberg geführt werden. Foto/Illustration: Kuhnle/Csulits

Korntal-Münchingen. Rund um die A81-Anschlussstelle Zuffenhausen gibt es häufiger Staus, und trotz des Ausbaus ist vor allem von und auf die Überleitungen zur B10 gerade im Berufsverkehr Geduld gefragt – doch auch unterirdisch sind so manche Wege überlastet. Regelmäßig trete Wasser aus der Kanalisation an einer Kanalkreuzung auf, an der das vom Kallenberger Überlaufbauwerk kommende Regenwasser nach Durchfließen eines offenen Grabens unterhalb der Bundesstraße mit dem Hauptabwasserstrang zusammentreffe, so die Stadtverwaltung. Sie will deshalb nun ein schon vor Jahren mal diskutiertes Projekt angehen und eine Anbindung an das nahe gelegene Regenrückhaltebecken schaffen.

Das liegt zwar im Münchinger Gewerbegebiet Lingwiesen, auf der anderen Seite der Autobahn, weshalb unterirdisch ein Rohr mit Schieberschacht am Ende verlegt werden muss – und nicht etwa einige Meter weiter durch die bestehende Unterführung geführt wird, das gehe aufgrund der Höhenunterschiede nicht. Doch diese Arbeiten (Kosten: etwa 140000 Euro, mit einem speziellen Vortriebsverfahren vielleicht etwas weniger) sind nicht die größte Hürde des Projekts. Denn als der Vorschlag das erste Mal aufgekommen sei, habe es Einwände aus der Landwirtschaft gegeben, die nicht so viel Fläche abgeben wollte, erinnerte Anne-Hilde Föhl-Müller (Freie Wähler). Und das würde die Stadt natürlich auch einiges kosten, weshalb sie nach der nun im Ausschuss für Technik und Umwelt vorgestellten Untersuchung eines Ingenieurbüros jene Variante favorisiert, bei der nicht ein Retentionsgraben entlang der A81-Ausfahrt von Süden in Richtung B10 und Stuttgart geschaffen wird, was den Kauf von einem Hektar Acker nach sich ziehen würde (300000 Euro, Grabenherstellung: 234000 Euro). Vielmehr soll von der A81-Unterquerung aus ebenso direkt ein Kanal mit 1,2 Metern Durchmesser verlegt werden (nur 58000 Euro für Flächen, 300000 Euro Baukosten). Das soll, anders als bei dem Rohr unter der A81, in offener Bauweise geschehen und die Erde danach wieder aufgeschüttet werden. Das sei günstiger und die Arbeiten dauerten auch nicht so lange und könnten so getaktet werden, dass sie die Landwirtschaft nicht allzu sehr einschränken, so Ingenieur Ulrich Haas zu Föhl-Müller. Er erteilte auch dem Vorschlag eine Absage, das Wasser in den Seewald zu leiten: die Kapazität reiche nicht aus, um die großen Mengen von den versiegelten Gewerbeflächen aufzunehmen.

Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Gemeinderat, der Herstellung der Verbindung zwischen dem Kallenberger Bauwerk und dem Becken in den Lingwiesen grundsätzlich zuzustimmen. Gibt es kommenden Donnerstag (18 Uhr, Widdumhof) dasselbe Votum, kann das Ingenieurbüro sich an die konkrete Planung des 860000 Euro teuren Projekts machen. Wenn der Beschluss dazu noch dieses Jahr kommt, könnte gleich Anfang nächsten Jahres mit der Ausführungsplanung begonnen und, wenn alles gut läuft, mit der Maßnahme im Herbst losgelegt werden. „Das wäre das Ziel“, so der Fachbereichsleiter Alexander Bagnewski auf Nachfrage.

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