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S-Bahn-Kommunen dürfen wachsen

Region Stuttgart will, dass neben Kirchberg auch Affalterbach und Erdmannhausen Siedlungsbereiche werden

Der S-Bahnhalt in Kirchberg sorgt dafür, dass die Gemeinde wachsen darf. Archivfoto: Ramona Theiss
Der S-Bahnhalt in Kirchberg sorgt dafür, dass die Gemeinde wachsen darf. Foto: Ramona Theiss

Kirchberg. Bislang galt Kirchberg als Gemeinde mit Eigenentwicklung, die nur geringfügig wachsen durfte. Doch das scheint, jetzt passé zu sein, im neuen Regionalplan soll die Kommune mehr Spielraum bei neuen Wohnbauflächen erhalten. Der S-Bahnanschluss macht eine Ausweisung als Siedlungsbereich möglich. Der Gemeinderat befürwortete jetzt einstimmig diesen Schritt.

Neben Kirchberg liegen laut dem Verband Region Stuttgart auch Erdmannhausen und Affalterbach an einer regionalen Entwicklungsachse zwischen den Mittelzentren Ludwigsburg/Kornwestheim und Backnang. Diese drei Kommunen sollen nun laut Beschluss der Regionalversammlung vom Dezember als Gemeinden im Siedlungsbereich ausgewiesen werden.

Das bedeutet im Klartext, dass sie wachsen und somit mehr Wohnraumangebote machen dürfen. Ziel des Verbands Region Stuttgart ist es dabei generell, zusätzliche Wohnbaustandorte dort zu ermöglichen, wo es ein leistungsfähiges Nahverkehrsangebot gibt. Kirchberg und Erdmannhausen haben die S-Bahn, Affalterbach verfügt außerdem über eine taktgerechte Busanbindung zur S-Bahn und ist deshalb mit dabei.

Wird eine Kommune als Siedlungsbereich ausgewiesen, dann bedeutet das unter anderem ein Plus an Wohnbauflächen. Für Kirchberg ergibt sich ein rein rechnerischer Mehrbedarf in Höhe von 0,6 Hektar, in Erdmannhausen wären es 1,3 und in Affalterbach 1,1 Hektar. Außerdem steigt bei einer Gemeinde im Siedlungsbereich die Bruttowohndichte von bisher 55 auf 60 Einwohner pro Hektar. Im Gegensatz zu Kirchberg haben die Gemeinderäte in Affalterbach und Erdmannhausen noch nicht über die Änderung des Regionalplanes beraten.

„Ich habe vor dieser Vorschrift keine Angst“, sagte der Kirchberger Bürgermeister Frank Hornek. Als spürbar bezeichnete er vor allem die höhere Einwohnerdichte bei künftigen Neubaugebieten. Das bedeute für Kirchberg, dass nicht nur Einfamilien-, sondern auch Mehrfamilienhäuser gebaut werden müssten. „Das tut uns nicht weh“, so Hornek.

Während der Gemeinderat die Festlegung Kirchbergs als Siedlungsbereich einmütig befürwortete, zeigte sich im weiteren Verlauf der Ratssitzung, dass die innerörtliche Nachverdichtung nach wie vor umstritten ist. Der schon einmal abgelehnte und in abgespeckter Version vorgelegte Bau eines Mehrfamilienhauses in der Pfarrgartenstraße sorgte abermals für Diskussionen im Gremium, schließlich wurde dem Projekt aber mehrheitlich zugestimmt.

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